In Rheinland-Pfalz bestehe ein "sehr hohes" Risiko für schwere Schäden durch ein Jahrhunderthochwasser, so die Deutsche Umwelthilfe. Damit ist ein Hochwasser gemeint, das in dem Ausmaß statistisch gesehen einmal alle 100 Jahre zu erwarten ist. Die Umwelthilfe ist zu dieser Einschätzung gekommen, indem sie die bei einem Jahrhunderthochwasser potenziell von Schäden betroffene Fläche mit den betroffenen Wohnadressen verrechnet hat.
Rund 4,5 Prozent der Gesamtfläche von Rheinland-Pfalz weist die Umwelthilfe als Hochwasserrisikogebiete aus. Klingt nach nicht viel, aber in diesem Gebiet befinden sich circa 36.000 Wohnadressen. Diese wären potenziell von einem Jahrhunderthochwasser in einem "signifikanten" Maße betroffen. Dabei betrachtet die Umwelthilfe das Risiko für die menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten.
Jahrhunderthochwasser treten immer häufiger auf
Die Deutsche Umwelthilfe weist darauf hin, dass Jahrhunderthochwasser in Zukunft häufiger auftreten. Die Werte würden sich auf Messreihen in der Vergangenheit beziehen. Pegelstände eines Jahrhunderthochwassers seien in Zukunft im Zuge der Klimakrise häufiger zu erwarten, so die Umwelthilfe.
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Umwelthilfe kritisiert Länder
"Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 hat Deutschland schmerzlich vor Augen geführt, wie gefährlich die Auswirkungen der Klimakrise sind", sagt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner und kritisiert: "Bislang tun die Bundesländer zu wenig".
Müller-Kraenner fordert einen stärkeren Fokus auf naturbasierten Hochwasserschutz: "Flüsse und Bäche brauchen endlich mehr Raum, Wasser muss in intakten Wäldern, Wiesen und Feuchtgebieten zurückgehalten werden."