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Vogelgrippe breitet sich rasant in RLP aus - was Verbraucher und Betriebe wissen müssen

Bei immer mehr Wildtieren in RLP wird das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen. Was zu beachten ist.

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Stand

Von Autor/in Sabine Stöhr, Götz Kohlmann, Fridolin Skala

Die Vogelgrippe hat Rheinland-Pfalz erreicht. Aktuelle Infos zur Lage und Ausbreitung im Land, für Betriebe und Verbraucherinnen und Verbraucher:

H5N1-Virus bei mehreren Wildtieren in RLP bestätigt

In Rheinland-Pfalz breitet sich die Geflügelpest unter Wildvögeln laut Landesuntersuchungsamt (LUA) weiter aus. Außerdem ist nun auch Hausgeflügel betroffen. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat für 29 Wildvögeln und einen Hausgeflügebestand bestätigt, dass diese mit dem H5N1-Virus infiziert waren.

Damit gilt der Ausbruch der Geflügelpest als amtlich bestätigt. Darüber hinaus gibt es weitere Verdachtsfälle, die beim LUA gemeldet sind, aber bislang nicht durch das Loeffler-Institut bestätigt wurden. Das Friedrich-Loeffler-Institut forscht zu Krankheiten bei Nutztieren.

Allerdings werden täglich weitere Verdachtsfälle in ganz Rheinland-Pfalz gemeldet. Das LUA spricht von einer ungewöhnlichen Dynamik in der Entwicklung. Der derzeitige Stand - nachzulesen hier im Artikel:

Rheinland-Pfalz

Mehr als 80 bestätigte Fälle Vogelgrippe: Erreger breitet sich bei Wildvögeln weiter aus

In Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Vogelgrippe-Fälle unter Wildvögeln weiter an. Als Schutzmaßnahme für Hausgeflügel gilt inzwischen fast landesweit eine Stallpflicht.

In BW Nachweis von Vogelgrippe: Tiere werden getötet

In Baden-Württemberg ist die Vogelgrippe auch in einem Geflügelbetrieb ausgebrochen. In den betroffenen Bereichen gilt jetzt ein enger Seuchenschutz. Der Betrieb im Alb-Donau-Kreis ist gesperrt, die Tiere werden gekeult - also getötet. Das ist für die Geflügelhalter ein großer wirtschaftlicher Schaden, der ihnen zum Teil ersetzt wird.

Damit sich keine Infektionsketten aufbauen, durch die sich das Virus verbreitet, werden um die Höfe Zonen eingerichtet, in denen bestimmte Vorgaben gelten. Für Geflügelhalter heißt das: ihre oft tausenden Tiere möglichst zügig in einen Stall sperren, Futter und Wasser abdecken, Kleidung nach dem Umgang mit den Tieren wechseln, Hände waschen - und eng mit den Veterinärämtern zusammenarbeiten.

Entwarnung für Verbraucherinnen und Verbraucher bei Vogelgrippe

Die Produkte von gesperrten Betrieben geraten nicht in den Handel. Geflügel und Eier aus dem Supermarkt können also weiter genutzt werden, sagen Fachleute. Es gelten allerdings die üblichen Vorkehrungen: Fleisch und am besten auch Eier sollten erhitzt werden - Maßstab sind mindestens 70 Grad im Kern.

Im Umgang mit Geflügelfleisch sollte man Hygiene grundsätzlich großschreiben, das heißt: Nach dem Umgang mit rohem Fleisch alle Küchenutensilien sorgfältig heiß abwaschen oder für das gegarte Fleisch später andere Messer und Bretter nutzen. Nach jedem Arbeitsschritt sollte man sich auch gründlich die Hände waschen.

Baden-Württemberg

15.000 Tiere in Betrieb in BW getötet Wie gefährlich ist die Vogelgrippe für den Menschen? Antworten nach erneutem Ausbruch im Land

Nicht nur bei uns, auch in anderen Teilen Deutschlands mussten zuletzt zehntausende Hühner, Gänse und Puten gekeult werden. Dazu verenden immer mehr Kraniche - die Vogelgrippe breitet sich derzeit ungewöhnlich stark aus. Was man nun wissen muss.

Können sich Menschen oder Hunde mit der Vogelgrippe anstecken?

Das Robert Koch-Institut schätzt das Risiko einer Infektion beim Menschen mit dem Vogelgrippevirus A(H5N1) insgesamt als sehr gering ein - abgesehen von Menschen mit engem Kontakt zu infiziertem Nutzgeflügel. Trotzdem gilt beim Spaziergang: Wer einen toten oder kranken Wildvogel sieht, sollte ihn auf keinen Fall berühren - auch um das Virus nicht weiterzutragen. Funde sollten an das zuständige Veterinäramt gemeldet werden. Um Kontaktinformationen zu finden, genügt es, einfach das Wort Veterinäramt in einen Internet-Browser einzugeben.

Hunde sollten in der Natur und vor allem entlang von Gewässern vorsichtshalber angeleint werden und von Funden ferngehalten werden. Laut Friedrich-Löffler-Institut besteht eine grundsätzliche Infektionsgefahr für Säugetiere, wenn sie Fleisch oder Aas von erkrankten oder toten infizierten Wasservögeln und damit große Virusmengen aufnehmen.

Woher kommt das Vogelgrippevirus in Europa?

Die hochansteckende Variante H5N1 entsteht laut Friedrich Löffler-Institut offenbar nur in Geflügeltieren; weshalb auch von der Geflügelpest gesprochen wird. Sie können dann wiederum wild lebendes Geflügel mit der gefährlichen Variante infizieren.

Die Ausbreitung ist global. Das Virus ist über den Atlantik nach Nordamerika gelangt und weiter bis nach Südamerika. Laut Friedrich-Löffler-Institut wird das hochansteckende Virus H5N1 seit dem Jahr 2020/2021 durchgehend in Europa nachgewiesen. Früher wurde es im Herbst durch den Wildvogelzug eingeschleppt und verschwand dann wieder. Mittlerweile zirkuliert es aber das ganze Jahr. Warum es allerdings derzeit Kraniche stark betrifft, wird am Institut noch untersucht. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass bisher etwa 2.000 Kraniche auf dem alljährlichen Vogelzug nach Süden in den deutschen Rastgebieten verendeten.

Vor allem für die Landwirte heißt das: Wachsamkeit über das ganze Jahr. Betriebe müssen in der Lage sein, ihr Geflügel in einen Stall sperren zu können. 

Warum wird Geflügel nicht geimpft?

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts war die Impfung von Geflügel in Europa bisher verboten. Es gebe aber Impfstoffe für Geflügel, die insbesondere in Frankreich mit einer Sondergenehmigung bei Enten und Gänsen schon zum Einsatz kommen. Auch im Zoo in Basel wurden schon versuchsweise Tiere geimpft - etwa Flamingos oder Seidenhühner. Für die Masthähnchenproduktion ist die Impfung laut FLI aber ungeeignet.

Niedersohren

20 verendete Kraniche im Westerwaldkreis Toter Kranich: Erster Fall von Vogelgrippe im Rhein-Hunsrück-Kreis

Bei Niedersohren im Hunsrück ist ein toter Kranich gefunden worden, der mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert war. Das hat der Rhein-Hunsrück-Kreis mitgeteilt.

SWR4 am Donnerstag SWR4

Öllingen

15.000 Tiere getötet Vogelgrippe-Ausbruch in BW: Geflügelbetrieb im Alb-Donau-Kreis gesperrt

In einem Geflügelhof in Öllingen (Alb-Donau-Kreis) ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Der Betrieb wurde gesperrt, 15.000 Tiere getötet. Das Landratsamt richtet eine Schutzzone ein.

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Sabine Stöhr
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