Rund 25 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern. Etwa 90 Prozent davon stammen aus heimischem Anbau - entweder aus dem Wald oder von Plantagen, die von Landwirten bewirtschaftet werden.
Probleme: Trockenheit und milde Winter durch Klimawandel
Wenn es lange nicht regnet, kommen erwachsene Bäume zwar damit ganz gut klar. Aber Jungbäume, die noch nicht so tief reichende Wurzeln haben, können dann schnell vertrocknen und absterben. Das bedeutet für die Anbauer von Weihnachtsbäumen einen Verdienstausfall, denn sie haben diese Bäume umsonst gepflanzt und gepflegt.
Außerdem werden die Winter bei uns immer milder, dadurch treiben die Bäume früher im Jahr aus. Häufig gibt es dann aber noch mal einen Spätfrost - und der kann die Jungtriebe, die sehr empfindlich sind, absterben lassen. Das überlebt der Baum zwar, aber er bekommt optische Schäden und kann später nicht mehr so gut verkauft werden.
Bewässerung oder Frostschutzberegnung wären theoretisch möglich, für viele Anbauer kommen sie praktisch aber kaum in Frage. Etwa, weil der finanzielle Aufwand riesig wäre, denn die Plantagen liegen oft abgelegen und weit verstreut in der Landschaft.
Lösungsansatz: Den Anbau an die veränderten Bedingungen anpassen
Es sind eher kleine Maßnahmen, die helfen können. Eine davon: Den Baum-Nachwuchs im Herbst pflanzen - statt wie üblich im Frühjahr. Dann können die Bäume in den häufig sehr feuchten Wintern gut anwachsen und ihre Wurzeln ausbilden.
Was außerdem helfen kann, ist der richtige Standort mit geeigneten Böden - oder auch eine spezielle Unterpflanzung, durch die mehr Wasser im Boden gehalten wird, das dann den Bäumen zur Verfügung steht.
Produzenten und Branchenvertreter sagen: Mit den genannten Anpassungen im Anbau wird es weiterhin möglich sein, trotz Klimaerwärmung in Deutschland Weihnachtsbäume zu produzieren. Auch deshalb, weil die Nordmanntanne, die bei uns überwiegend als Weihnachtsbaum verkauft wird, gut mit warmen Bedingungen klarkommt, wenn sie erst mal angewachsen ist.
Weihnachtsbaum-Anbauer im Südwesten: Problem Löhne
Auf SWR-Anfrage meint der Geschäftsführer des Christbaumverbands Baden-Württemberg, Martin Rometsch, der Anbau im Land sei in den nächsten Jahren wirtschaftlich tragfähig. Und auch Lars Zimmermann, Vorsitzender des Verbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünproduzenten Rheinland-Pfalz, sagt: "Meiner Meinung nach wird es auch in 30 Jahren noch möglich sein, in Rheinland-Pfalz Weihnachtsbäume anzubauen."
Beide sehen dennoch Probleme auf die Branche zukommen. So sagt Martin Rometsch, der Klimawandel sei zwar eine Herausforderung, problematischer für die Anbauer seien aber steigende Lohnkosten.
Die sieht auch Lars Zimmermann als Problem, genauso wie fehlende Betriebsnachfolger.
Die Folgen des Klimawandels sind da nur ein kleines Puzzlestück in einer ganzen Reihe von Herausforderungen, vor denen die Weihnachtsbaum-Anbauer stehen.
Deswegen glaubt er, dass die Zahl der Anbaubetriebe in Rheinland-Pfalz künftig zurückgehen wird.