Wie die Krankenkasse mitteilte, waren DAK-versicherte Beschäftigte 2025 durchschnittlich an 20,8 Tagen krankgeschrieben. Gestiegen ist laut der Studie die Zahl der Krankentage in Rheinland-Pfalz nicht: 2024 gab es genauso viel Arbeitsausfall wie 2025. Aber die Fehlzeiten liegen etwas über dem Bundesdurchschnitt: Bundesweit hatten DAK-versicherte Beschäftigte nur 19,5 Fehltage pro Kopf.
Deutlich höher lagen die Fehlzeiten etwa in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Baden-Württemberg hatte bundesweit den geringsten Arbeitsausfall.
Diskussion um Krankschreibungen DAK: Krankmeldungen in Baden-Württemberg minimal zurückgegangen
Nach Kritik von Kanzler Merz am aus seiner Sicht hohen Krankenstand in Deutschland gibt es neue Zahlen aus BW. Beschäftigte waren 2025 ähnlich oft krank wie im Jahr davor.
Psyche ist Ursache Nummer eins für Krankschreibungen
"Ursache Nummer eins für Krankschreibungen in Rheinland-Pfalz waren im vergangenen Jahr psychische Erkrankungen", teilte die DAK mit. Sie waren für 391 Fehltage je 100 Versicherte verantwortlich - das war ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2024.
Auf Platz zwei kamen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis (389 Fehltage je 100 Versicherte). Es folgten Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenschmerzen (366 Tage je 100 Versicherte). Im Gegensatz zur Entwicklung bei psychischen Erkrankungen blieben diese Zahlen stabil.
Für die aktuelle Analyse wertete das Berliner IGES Institut die Daten von rund 144.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten in Rheinland-Pfalz aus.
Streitpunkt telefonische Krankschreibung
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist der seiner Meinung nach zu hohe Krankenstand ein Dorn im Auge. Er sprach sich für eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung aus. CSU-Chef Markus Söder sagte, die Abschaffung sei ein wichtiger Ansatz: "Das Blaumachen muss reduziert werden."
Praxis ohnehin schon überlastet Telefonische Krankschreibung: Hausärztin von der Mosel warnt vor Abschaffung
In einer Praxis in Schweich an der Mosel zeigt sich, welche Folgen das Aus der telefonischen Krankschreibung im Alltag hätte.
Dagegen sagte Rainer Lange, Leiter der DAK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz: "Für Rheinland-Pfalz brauchen wir eine umfassende Analyse der Gründe für den dauerhaft hohen Krankenstand - erst dann können wir wirksame Maßnahmen ableiten."
Wo kann man den Hebel beim Krankenstand ansetzen?
"Die telefonische Krankschreibung halte ich grundsätzlich für sinnvoll, weil sie gerade in Grippe- und Erkältungswellen Praxen sowie Patientinnen und Patienten spürbar entlastet. Das bestätigen auch Hausärztinnen und Hausärzte." Auch legten die Auswertungen des IGES-Instituts nahe, dass die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung den Krankenstand nicht signifikant nach oben treibe.
Große Chancen sieht Lange im betrieblichen Gesundheitsmanagement: "Gute Arbeitsbedingungen und eine starke Unternehmenskultur sind zentrale Hebel, um den Krankenstand zu senken", sagte der Landeschef.