Im Wahlkreis liegt mit Ludwigshafen die zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist gleichzeitig der größte Industriestandort im Land. Auch in Frankenthal gibt es viele Industriearbeitsplätze. Der Rhein-Pfalz-Kreis, der ebenfalls im Wahlkreis liegt, ist dagegen von der Landwirtschaft und dem Gemüseanbau geprägt.
Politische Ausgangslage im Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal
Auch wenn Ludwigshafen und Frankenthal viel Industrie haben, sind sie längst keine klassischen Arbeiterstädte mehr. Die Zeiten, in denen die SPD hier automatisch Mehrheiten geholt hat, sind vorbei. Seit vielen Jahren ist das Direktmandat hier immer umkämpft zwischen CDU und SPD.
Selbst Helmut Kohl als Kanzler schaffte es nur selten, den Wahlkreis direkt zu holen. Aber das ist inzwischen ferne Vergangenheit. Bei der jüngsten Bundestagswahl schaffte es wieder mal der SPD-Direktkandidat Christian Schreider.
In beiden Städten wird die AfD immer stärker. Bei den Landtags- und Kommunalwahlen erzielte sie hier Ergebnisse, die deutlich über dem Landes- und Bundesergebnis lagen. Im Rhein-Pfalz-Kreis, um die beiden Städte herum, wird überwiegend CDU gewählt. Hier wohnen auch viele Pendler, die in Ludwigshafen und Frankenthal arbeiten.
Themen im Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal
Die Industrie schwächelt. Das bereitet vielen Menschen große Sorge. Unter anderem drohen beim Chemieriesen BASF in Ludwigshafen Sparprogramme und Stellenabbau. Außerdem fehlen in Ludwigshafen mehr als 2.800 Plätze in Kindertagesstätten. Auch an bezahlbarem Wohnraum mangelt es.
Ludwigshafen schleppt einen riesigen Schuldenberg mit sich herum und ist nicht in der Lage, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Für wichtige Projekte fehlt das Geld. Ludwigshafen leidet durch seine Struktur besonders darunter, dass Land und Bund Aufgaben an die Stadt geben, ohne dass diese ausreichend finanziert werden.
Die Kandidatinnen und Kandidaten im Überblick:
SPD:
Christian Schreider aus Ludwigshafen, geboren 1971, Bundestagsabgeordneter, landete am Sonntag mit 26,2 Prozent der Erststimmen auf Platz 2 im Wahlkreis - knapp hinter Herausforderer Sertac Bilgin von der CDU.
CDU:
Sertac Bilgin aus Dannstadt-Schauernheim, geboren 1981, Pflegedienstleiter, gewann mit 27,1 Prozent knapp vor dem SPD-Kandidaten. Bitter für Bilgin: Trotz der meisten Erststimmen in seinem Wahlkreis bekommt er kein Direktmandat und zieht nicht in den Bundestag ein. Hintergrund ist die Wahlrechtsreform. Wegen dieser bedeutet ein Stimmensieg im Wahlkreis nicht mehr wie bisher, dass die Person auch automatisch in den Bundestag einzieht. Dies geschieht nur, wenn ein Sitz auch durch den Zweitstimmenanteil der Partei gedeckt ist. Bei Bilgin ist das nicht der Fall.
FDP:
Eric von Nagel aus Ludwigshafen, geboren 1970, Betriebswirt, erhielt 3,6 Prozent der Erststimmen.
Bündnis 90 / Die Grünen:
Armin Grau aus Altrip, geboren 1959, Bundestagsabgeordneter, bekam 7,7 Prozent der Stimmen im Wahlkreis.
AfD:
Stefan Scheil aus Neuhofen, geboren 1963, Historiker und Publizist, landete mit 23,1 Prozent der Stimmen auf Platz 3.
Freie Wähler:
Hans Arndt aus Ludwigshafen, geboren 1957, Rentner, holte 2,9 Prozent der Stimmen im Wahlkreis.
Die Linke:
Jonas Leibig aus Ludwigshafen, geboren 1993, Ingenieur, gewann 4,8 Prozent der Stimmen.
Volt:
Burak Bagis aus Frankenthal, geboren 1987, Filialleiter, erhielt 0,9 Prozent der Wählerstimmen.
Bündnis Deutschland:
Timo Weber aus Ludwigshafen, geboren 1978, Software-Entwickler, holte 0,4 Prozent der Erststimmen.
BSW:
Jan Mohammad aus Ludwigshafen, geboren 1987, IT-Berater, bekam 3,4 Prozent der Stimmen.