Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat am Montagvormittag in Berlin die neue E-Auto-Prämie vorgestellt. Bis zu 6.000 Euro soll es beim Kauf eines Elektroautos geben - je nach Einkommen. Insgesamt soll die Prämie für 800.000 Autos in den kommenden drei bis vier Jahren reichen und damit die E-Mobilität in Deutschland weiter ankurbeln.
Prämien sorgen für zusätzliche Käufe - bis sie wegfallen
Bisherige Prämien für E-Autos weltweit zeigen: Sie sind eindeutig ein Kaufanreiz, egal, ob es sie in China, den USA oder Europa gibt, überall stiegen danach die Zulassungszahlen. Eine Studie für den US-Markt sagt zum Beispiel: Pro 1.000 Dollar Prämie für ein E-Auto steigen die Zulassungszahlen um acht Prozent.
Eine ähnliche Untersuchung gibt es auch für die EU: Jede 1.000 Euro Kaufanreiz sorgen im EU-Schnitt für ein Plus bei den E-Autos von fünf bis sieben Prozent. Dieselben Studien zeigen aber auch: In dem Moment, wo die Prämien wegfallen, brechen die E-Auto-Zulassungen wieder ein.
Prämien-Ende kann Autobauer Milliarden kosten
In Deutschland gab es bereits öfter Prämien für den Kauf von Elektro-Autos, zuletzt von der Ampel-Koalition. Ende 2023 wurde die Prämie dann ziemlich abrupt beendet - und sorgte für einen Einbruch der Zulassungen bei E-Autos.
Noch extremer zeigt es ein Beispiel aus den USA vom Autobauer Ford. Das Unternehmen hatte Milliarden investiert, um an Konkurrenten wie Tesla heran zukommen in Sachen Elektro-Mobilität. Aber dann ließ US-Präsident Donald Trump die Prämie für E-Autos in den USA im vergangenen Herbst überraschend auslaufen.
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Bei Ford brach daraufhin der Absatz von E-Autos um ein Viertel ein, über 20 Milliarden US-Dollar an Investitionen mussten abgeschrieben werden. Inzwischen hat Ford seine Strategie komplett neu aufgestellt und viele Elektromodelle aus der Flotte gestrichen - stattdessen konzentriert sich der Konzern jetzt wieder mehr auf Verbrenner. Bei anderen US-Autobauern sieht es ähnlich aus.
Wer profitiert vor allem von der neuen E-Auto-Prämie?
Die Bundesregierung will insbesondere Familien mit Kindern beim Kauf eines Elektroautos unterstützen. Allerdings liegt das Haushaltseinkommen, bis zu dem es eine Prämie gibt, bei 80.000 Euro. Das kritisieren viele Experten, denn diese Summe liegt deutlich über dem, was Haushalte in Deutschland im Durchschnitt verdienen.
Die Kritik: Durch die hohe Deckelung profitieren Menschen von der Prämie, die es sich ohnehin leisten können, ein Elektroauto zu kaufen. Vor allem, weil der Preisunterschied zwischen E-Autos und Verbrennern auf dem Markt gerade so gering ist wie noch nie. Und aktuelle Umfragen zeigen zusätzlich: Viele Menschen würden als nächstes Auto ohnehin ein Elektromodell kaufen.