Wie viel Geld Sie mit einem E-Auto tatsächlich sparen, hängt von Ihren Wegstrecken, den Energiepreisen und dem Automodell ab. Der interaktive SWR-Kostenrechner bietet einen Überblick über den aktuellen Automarkt und vergleicht Ihr jetziges oder geplantes E-Auto mit Benzinern und Dieselfahrzeugen.
Die Analyse des Automarkts zeigt, dass Autofahrer für neue E-Autos, die gerade erst aus der Fabrik kommen, im Durchschnitt mehrere Tausend Euro mehr zahlen als für neue Verbrenner. Ein Ergebnis der Analyse: Langfristig lohnt sich ein E-Auto jedoch in den meisten Fällen. Wie schnell sich die Ersparnisse bemerkbar machen, hängt dabei hauptsächlich vom Strom- und Kaufpreis ab. Bei kleineren E-Autos bis zur Golf-Klasse profitieren Fahrer oft erst nach mehr als sechs Jahren. Und: Ein größeres E-Auto kann bereits beim Kauf die günstigere Option sein, als ein vergleichbarer Verbrenner.
Kaufpreis: Wieso sind die Unterschiede so groß?
Warum sind Verbrenner beim Autokauf oft günstiger? Nach Martin Doppelbauer, Professor für Hybride und Elektrische Fahrzeuge am Karlsruher Institut für Technologie, liegt das vor allem daran, dass E-Autos technologisch noch "neu" sind: Die Produktion ist noch nicht voll optimiert, stark vom Ausland abhängig und die Entwicklungskosten sind noch nicht amortisiert. Zudem fehlt in Deutschland der Preisdruck. In China etwa, gibt es mehr Konkurrenz auf dem Automarkt, was die Kaufpreise drückt. In Europa verteuern sich günstigere chinesische Modelle durch Strafzölle.
Florian Dräger, Professor für Energieeffiziente Fahrzeuge an der Hochschule Trier, nennt den entscheidenden Kostenfaktor bei Kleinst- bis Kleinwagen: "Die Batterie macht immer noch bis zu 40 Prozent der Fahrzeugkosten aus. Bei typischen Größen von 40 bis 80 kWh bedeutet das allein 5.000 bis 10.000 Euro Mehrkosten."
Doppelbauer erwartet jedoch: "Über die Jahre und mit wachsender Stückzahl wird sich das ausgleichen. Letztendlich werden E-Autos günstiger als Verbrenner, weil sie weniger Teile und Produktionsaufwand haben."
Verbrenner seien in wenigen Fällen im Vorteil – etwa bei langen Fahrten mit Wohn- oder Pferdeanhängern und wegen der kurzen Tankstopps.
Reichweite, Leistung, Fahrprofil: Finden Sie Ihr E-Auto
Der ADAC-Autokatalog listet mehr als 2.800 E-Autos auf dem deutschen Neuwagenmarkt. SWR-Analysen belegen, dass Autobauer vor allem Mittelklassewagen produzieren. Dennoch gibt es Angebote für unterschiedliche Bedürfnisse.
Im interaktiven E-Autofinder geben Sie ein, was Ihr E-Auto leisten soll. Mit wenigen Klicks erfahren Sie, welche Modelle Ihren Wünschen entsprechen.
Stadt, Autobahn, Supermarkt: Hier laden Sie in Ihrem Ort
Selbst das beste E-Auto hilft wenig, wenn Ladesäulen fehlen. Auf dieser Karte finden Sie alle öffentlichen Ladesäulen in Deutschland – mit Details zur Ladeleistung, Steckerart und dem Betreiber.
Geben Sie Ihre Adresse in die Suchleiste ein, und finden Sie heraus, wo und wie Sie bei sich vor Ort laden können.
Viele Autofahrende verspürten noch immer "Reichweitenangst bei Langstrecken", sagt Experte Florian Dräger. SWR-Analysen zeigen jedoch, dass sie fast immer unbegründet ist: Moderne Elektroautos erreichen laut Herstellern im Schnitt 450 Kilometer – genug für den Alltag und sogar für eine Urlaubsfahrt von Mainz nach Sylt mit nur einem Ladestopp.
Im Durchschnitt steht in Deutschland alle 5.000 Meter ein öffentlicher Schnellladepunkt, der das Auto je nach Modell in 30 bis 60 Minuten voll lädt. Alle 3.000 Meter gibt es zusätzlich eine Normalladesäule.
Eine freie Säule zu finden ist meist einfach, da Ladepunkte durchschnittlich weniger als zwei Stunden am Tag belegt sind. Schwieriger kann der eigentliche Ladevorgang werden.
Gut für die Gesundheit: Weniger Abgase durch E-Autos
Ein Umstieg auf E-Autos spart Geld und hilft dabei, die Luftqualität zu verbessern – wovon letztlich die Gesundheit aller profitiert. Verbrennungsmotoren stoßen Abgase aus und verschleißen gemeinsam mit Elektroautos den Straßenasphalt, Bremsen und Reifen. Dabei entsteht Feinstaub aus winzigen PM2,5-Partikeln (0,0025 Millimeter). Er trägt Ruß, Mikroplastik, Metalle und Stickstoffdioxid tief in die Lunge.
Laut Umweltbundesamt sind die rund 35 Prozent der Menschen in Deutschland, die in Ballungsräumen leben, besonderen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Barbara Hoffmann, Umweltepidemiologin an der Universität Düsseldorf, erklärt: "Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung sind immens, weil alle Menschen den erhöhten Luftschadstoffen mehr oder weniger ausgesetzt sind. In Deutschland leben fast alle Menschen oberhalb der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen maximalen Konzentration."
Abschaffung der Umweltzone Luftqualität in Mainz besser, aber weiter schädlich
Ab sofort gibt es in Mainz keine Umweltzone mehr. Eine SWR-Datenanalyse zeigt: Geltende Grenzwerte werden eingehalten, die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation nicht.
Feinstaub, Stickoxide, Lärm: So gefährlich sind Autoabgase für Sie
Autos belasten die Luft massiv. Laut Europäischer Umweltagentur starben 2022 in Deutschland rund 32.000 Menschen infolge von Feinstaub (PM2,5) und etwa 9.000 an den Folgen von Stickstoffdioxid.
Hoffmann erläutert weiter: "Je nach Größe gelangt Feinstaub über die Bronchien und Lungenbläschen in die Blutbahn und alle Organe." Das führe kurzfristig zu Entzündungen und erhöhe das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, langfristig zu chronischen Krankheiten, Demenz und Krebs.
Laut Hedi Kriit, Epidemiologin an der Universität Heidelberg, kann auch dauerhafter Verkehrslärm über 55 Dezibel schädlich sein. Das entspricht einem Radio in Zimmerlautstärke. Sie sagt: "Verkehrslärm steht im Zusammenhang mit ischämischer Herzkrankheit, Lärmbelästigung, Schlafstörungen, kognitiven Beeinträchtigungen, Hörschäden und Tinnitus." Jede vierte Person lebt in einem Gebiet, in dem Lärmgrenzwerte überschritten werden. E-Autos sind leiser als Verbrenner, weil sie keinen Verbrennungsmotor haben.
Wenn Sie kein Auto brauchen: Fahrrad, ÖPNV, Carsharing
Weniger Autos seien gesamtgesellschaftlich besser als Elektroautos, da alle Autos Gesundheit und Klima schaden, so Gerfried Jungmeier. Als leitender Forscher bei Joanneum Research sagt er: "Das Beste ist es, bewusst zu schauen, wo kann ich zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV bewegen."
Für die verbleibenden Strecken empfiehlt er Autos mit kleinen Batterien, die ausschließlich erneuerbaren Strom nutzen, sowie das Fahren in Gruppen. Einige Städte und Landkreise wie etwa Karlsruhe, Stuttgart, Calw und Ortenau haben bereits eigene Carsharing-Angebote geschaffen. Diese ermöglichen es, öffentliche Autos kurzfristig zu mieten, anstatt Autos dauerhaft zu kaufen oder zu leasen.
Verkehrswende stockt: Der Umstieg ist langsam
Die SWR-Datenrecherche zeigt: E-Autos decken die Bedürfnisse der meisten Autofahrer ab, fast überall gibt es genug Ladesäulen, die Strompreise sinken aktuell. Sollte das so bleiben, fahren die meisten E-Autos damit langfristig günstiger.
Dennoch bleibt der Umstieg verhalten. Laut der Huk-Coburg-Versicherung, die Daten ihrer rund 14 Millionen Versicherten ausgewertet hat, wechselten 2025 nur rund 6 Prozent der privaten Autofahrenden auf Elektroantrieb. Der E-Auto-Anteil wuchs bis zum dritten Quartal lediglich auf 3,4 Prozent.
Regierung beschließt neue E-Auto-Förderung
In Deutschland fahren großteils private Autos. Seit dem abrupten Ende des Umweltbonus 2024 fehlen jedoch wirksame Anreize für den privaten Umstieg auf Elektroautos. Ende November beschloss der Koalitionsausschuss der Bundesregierung eine Förderung für E-Autos und Plug-In-Hybride, die "Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen" unterstützt.
KIT-Experte Doppelbauer begrüßt die Maßnahme grundsätzlich, kritisiert jedoch aus Verbrauchersicht, dass Firmen- und Gebrauchtfahrzeuge keine Förderung erhalten. Eine Unterstützung für "junge Gebrauchte" aus Firmenbesitz wäre sinnvoll. Zwar steigt laut Huk-Coburg die Zahl gebrauchter E-Auto-Zulassungen, doch bleiben diese oft teurer als vergleichbare Verbrenner.
Für einkommensschwächere Haushalte sind vor allem kleine und kompakte E-Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt erschwinglich. Doch gerade in diesen Klassen sind die Preisunterschiede zu Verbrennern in der Regel besonders groß. Auf Nachfrage beim Bundesministerium für Umwelt und Klimaschutz (BMUKN) kündigt eine Sprecherin an, "in einer zweiten Stufe auch Regelungen für Gebrauchtwagen" zu prüfen. Der Vorschlag erfordere jedoch "noch etwas Zeit, sowohl für den Markthochlauf als auch für robuste Mechanismen etwa gegen Mitnahme-Effekte".