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Popstars auf der Leinwand – Warum sind Musik-Biopics so erfolgreich?
In einer Woche startet „Michael“ in den Kinos, die Filmbiografie von Michael Jackson. Bruce Springsteen, Bob Dylan, Robbie Williams, Amy Winehouse, Leonard Bernstein waren kürzlich erst dran: Seit dem Erfolg von „Bohemian Rhapsody“ über Queen und Freddie Mercury sind Musik-Biopics enorm beliebt. Wie funktionieren diese Filme? Haben sie dokumentarischen Wert, erzählen sie authentisch ein Stück Geschichte – oder doch nur unterhaltsame Stories, mit denen ein Musikkatalog vermarktet wird? Und werden uns die Popstars bald genauso nerven wie vor ihnen die Superhelden? Bernd Lechler diskutiert mit Dr. Laura Niebling –Medienwissenschaftlerin, Uni Regensburg; Wolfgang M. Schmitt – Filmkritiker; Jenni Zylka –Kulturjournalistin
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Auf den Spuren der Vorfahren – Was macht die Ahnenforschung attraktiv?
Wer war mein Ur-Opa wirklich? Wie haben die Großeltern meiner Großeltern gelebt? Immer mehr Menschen, vor allem Jüngere, interessieren sich für ihre familiäre Herkunft. Ahnenforschungsvereine und Plattformen boomen. Was bringt jemanden dazu, das Leben und Wirken seiner Vorfahren zu ergründen? Auf welche Hindernisse stoßen die Betreffenden bei ihrer Suche? Und: Was sagt das Interesse an der Ahnenforschung über die Bedeutung von Identität im Hier und Jetzt? Doris Maull diskutiert mit Andrea Bentschneider – Genealogin und Gründerin der Forschungsagentur „Beyond History“; Henning Sußebach – Autor und ZEIT-Journalist; Alexander Alberts-Dakash – DNA-Detektiv
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Die perfekte Illusion – Was fasziniert uns am Fotorealismus?
Lange Zeit haben Künstlerinnen und Künstler versucht, die Welt möglichst detailgetreu abzubilden. Doch spätestens seit der Erfindung der Fotografie sahen viele Kunstschaffende darin keinen Sinn mehr und malten abstrakt. Ab den 1960er Jahren haben die Fotorealisten dann versucht, mit hyperrealistischen Gemälden der Fotografie Konkurrenz zu machen. Wie stehen Kunst und Realität zueinander? Und von welcher „Wirklichkeit“ können wir in Zeiten von Deep Fake und KI generierten Bildern noch sprechen? Müssen wir eine ganz neue Schule des Sehens etablieren? Marie-Dominique Wetzel diskutiert mit Karin Kneffel – Künstlerin; Dr. Wolfgang Ullrich – Kunst- und Kulturwissenschaftler: Dr. Daniel Zamani – Künstlerischer Direktor des Museum Frieder Burda in Baden-Baden
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Provokant und subversiv – Hat Rock'n Roll die Welt verändert?
Im Frühjahr 1956 schockierte der Hüftschwung von Elvis Presley das konservative Amerika – und elektrisierte die Jugend. Es folgte der Siegeszug eines Stils, der die populäre Musik über Jahrzehnte prägte und der Jugendliche - Teenager - als neue Zielgruppe etablierte. Wie entstand aus Rhythm & Blues, Gospel und Country dieser neue Sound? Warum war Mitte der Fünfzigerjahre die Zeit reif dafür? Wie reagierte Nachkriegsdeutschland auf die Welle aus Amerika? Und was ist heute davon übrig? Bernd Lechler diskutiert mit Mathias Häußler – Historiker, Universität Regensburg; Bodo Mrozek – Historiker am Berliner Kolleg Kalter Krieg des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin; Jenni Zylka – Kulturjournalistin
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Schicksalswahl in Budapest – Wohin steuert Ungarn?
Seit 16 Jahren hat Ministerpräsident Viktor Orbán die Macht in Ungarn fest im Griff. In dieser Zeit hat er ein autoritäres Regierungssystem aufgebaut, das er selbst „illiberale Demokratie“ nennt. Gegen Migration, für Heimat, Familie, Christentum – Orbáns nationalistischer Kurs hat Ungarn zum Sehnsuchtsort der globalen Rechten gemacht. Sein Herausforderer bei der Wahl am 12. April, Péter Magyar, will Schluss machen mit dem „Orbánismus“, das Land von Korruption befreien und fest in Europa verankern. Von einer historischen Abstimmung ist die Rede, bei der sich nicht nur die Zukunft Ungarns, sondern auch das Schicksal der EU entscheidet. Michael Risel diskutiert mit Dr. Kai-Olaf Lang – Stiftung Wissenschaft und Politik; Prof. em. Dr. Werner Patzelt – Politikwissenschaftler; Dr. Petra Thorbrietz – freie Journalistin und Autorin
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Der Kulturverkämpfer – Hat Wolfram Weimer einen Plan?
Wolfram Weimer polarisiert. Er sorgt für Aufruhr in der Filmszene, dann bei den Buchhandlungen, der Hauptstadtkultur und nun auch noch bei zentralen Gedenkorten: Buchenwaldverbände wollen seinen Auftritt bei einer Gedenkveranstaltung verhindern. Viele halten den Kulturstaatsminister für überfordert, andere unterstellen ihm den Willen zum Kulturkampf. Welche Konflikte zwischen Kultur und Staat sind in den letzten Wochen aufgebrochen, könnte die Auseinandersetzung die politische Kultur verändern und wo wären Ansätze für eine echte Richtungsdebatte, möglicherweise nach Wolfram Weimer? Karsten Umlauf diskutiert mit Christoph Bartmann – Germanist und Autor; Janika Gelinek – Leiterin Literaturhaus Berlin; Jürgen Kaube – Feuilletonchef FAZ
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Putzen für die Seele? – Was Großreinemachen bewirken kann
Der Frühjahrsputz steht an. Nach der Heizperiode verausgabt sich mehr als der Hälfte der Deutschen beim Wischen, Schrubben und Saugen. Im Internet schauen Millionen Menschen anderen beim Putzen zu. Psychologen behaupten, dass sich Großreinemachen positiv auf die mentale Gesundheit auswirkt. Dabei stehen diejenigen, die von Berufs wegen putzen, in der gesellschaftlichen Rangordnung ganz unten. Ist Putzen Plackerei, Therapie oder Wellness? Welche Rolle spielen Reinigungsrituale im Frühling? Und warum putzen die Saarländer am wenigsten? Marion Theis diskutiert mit Jens Lönneker – Psychologe; Stefania Pitscheider Soraperra – Frauenmuseum Hittisau; Linda Thomas – Raumpflegerin, Autorin
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Ende der Eskalation – Was taugt die Waffenruhe in Nahost?
USA und Iran haben sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die Straße von Hormus soll für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts wird jetzt verhandelt. Mit welchen Aussichten auf Erfolg? Thomas Ihm diskutiert mit
Jörg Lau – Außenpolitischer Korrespondent „Die Zeit“; Christoph von Marschall –
Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion beim Berliner Tagesspiegel; Karin Senz – ehemalige ARD-Korrespondentin im Iran -
Nahrungsergänzungsmittel – Notwendig oder überflüssig?
Fast jede und jeder Deutsche hat schon Vitaminpillen, Kollagenkapseln oder Proteinpulver geschluckt, meist aus gesundheitlichen Gründen. Dabei sind Nahrungsergänzungen keine Arznei, sondern Lebensmittel. Es gibt sie überall im Handel, oft auch online. Nahrungsergänzungsmittel werden massiv in den sozialen Medien beworben. Sie versprechen, uns fitter zu machen. Sie sollen dafür sorgen, dass wir uns gesünder fühlen und besser aussehen. – Doch können die Substanzen das? Sabine Schütze diskutiert mit Dr. Georg Abel – Ernährungswissenschaftler, Sportler und Influencer, Hannover; Angela Clausen – Teamleiterin Lebensmittel im Gesundheitsmarkt bei der Verbraucherzentrale NRW e.V.; Dr. Anke Weißenborn –Ernährungswissenschaftlerin am Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin
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Sparkurs bei Geflüchteten – Was darf Integration kosten?
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat angekündigt, freiwillige Integrationskurse für Geflüchtete ohne Bleibeperspektive zu streichen. Aus Geldmangel, wie es heißt. Betroffene und beteiligte Institutionen laufen dagegen Sturm. Und erinnern an den Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung, in dem es heißt: „Wir wollen Integration ermöglichen“. Wie berechtigt ist der Protest? Wo stehen wir in Sachen Integration in Deutschland? Doris Maull diskutiert mit Ricarda Breyton – „Die WELT“; Dr. Niklas Harder – Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung; Prof. Dr. Yuliya Kosyakova – Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung
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70 Jahre BND – Welche Spione braucht Deutschland?
Die Geschichte des BND ist schillernd und nicht immer ruhmreich. Mit dem Umzug von Pullach nach Berlin, dem Fall der Mauer und aktuell den Kriegen und Krisen dieser Welt, änderte sich auch der Auslandsgeheimdienst. Die geopolitische Lage stellt den BND vor Fragen, die für den Wohlstand und die Sicherheit unseres Landes überlebenswichtig sind. Aber ist der Dienst dafür geeignet? Wie passen Rechtstaat und Spionage zusammen? Und weiß die Politik, was Spione brauchen? Thomas Ihm diskutiert mit Dirk Banse – Journalist, Die Welt; Prof. Dr. Sophia Hoffmann – Politikwissenschaftlerin, Universität Erfurt; Prof. Dr. Wolfgang Krieger – Historiker, Universität Marburg
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50 Jahre Apple – Der Mythos vom guten Tech-Giganten
Am 1. April 1976 gründeten zwei Computernerds in Palo Alto in Kalifornien eine Firma, die zunächst nicht allzu große Erfolgsaussichten hatte. Aber dann zum wertvollsten Tech-Unternehmen der Welt aufstieg. Apple hat den Alltag von vielen Menschen verändert. Das hat viel mit der Person Steve Jobs zu tun und seiner Idee, dass technische Geräte nicht nur innovativ sondern auch „cool“ sein können. Wie hat das Unternehmen unsere Art zu kommunizieren oder auch Musik zu hören geprägt? Was hat Computerdesign mit Spiritualität zu tun? Und wie weit kommt man heute im Silicon Valley noch mit dem firmeneigenen Motto „Think different“? Karsten Umlauf diskutiert mit Richard Gutjahr – Journalist; Lisa Hegemann – Journalistin, Die ZEIT ; Prof. Bernhard Pörksen – Medienwissenschaftler, Uni Tübingen
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Orban gegen Magyar – Ungarn vor der Parlamentswahl
Sie gilt als Schicksalswahl für Ungarn – und die EU: Am 12. April wählt Ungarn ein neues Parlament und zum ersten Mal seit 16 Jahren muss Regierungschef Viktor Orban um seine Wiederwahl bangen. Denn der Herausforderer und Politik-Neuling Peter Magyar liegt in vielen Umfragen klar vorn. Sein Erfolgsrezept: Kritik an der grassierenden Korruption, ein Pro-Europa-Kurs und viel Optimismus. Norbert Lang diskutiert mit Prof. Dr. Ellen Bos – Politikwissenschaftlerin; Gerhard Papke – Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft; Keno Verseck – Journalist
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Am fossilen Tropf? – Was bedeutet der Nahost-Krieg für unsere Energieversorgung?
Die Preise für Öl und Gas explodieren – die Folgen bekommen wir in Deutschland seit Kriegsbeginn nicht nur an der Tankstelle zu spüren. Der Preisschub könnte auch den lang ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung stoppen. Wie teuer wird die Energieversorgung angesichts der Eskalation im Nahen Osten? Und was bedeutet das für Verbraucher und Unternehmen? Wie stellen wir sicher, dass wir genug Öl und Gas haben – auch im kommenden Winter? Und was muss langfristig passieren, damit Deutschland unabhängiger wird von fossilen Energie-Importen? Geli Hensolt diskutiert mit Steffen Kawohl – Referent für den Fachbereich Energie, Deutscher Mittelstands-Bund (DMB) e.V.; Petra Pinzler – Autorin „Die Zeit“; Daniel G. Wetzel –
Wirtschaftsredakteur, Welt-Gruppe -
Der Vielbegabte – Zum Tod von Alexander Kluge
Filmemacher, Philosoph, Schriftsteller – kaum ein anderer Intellektueller hat die Bundesrepublik seit 1945 mehr geprägt als Alexander Kluge. In den Sechzigerjahren wurde er als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, als Autor gehört er zum Kreis der „Gruppe 47“. Getrieben von einer grenzenlosen Neugier war er zugleich Meister der freien Assoziation wie der messerscharfen Gesellschaftsanalyse. Jetzt ist Alexander Kluge im Alter von 94 Jahren gestorben. Gregor Papsch diskutiert mit Andreas Ammer – Journalist und Hörspiel-Autor; Iris Radisch – Literaturkritikerin, DIE ZEIT; Rüdiger Suchsland – Filmkritiker und Regisseur
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Tatort Politik – Was Gewalt mit Politikerinnen und Politikern macht
Der CDU-Politiker Walter Lübcke wird in Kassel ermordet, die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einem Messer schwer verletzt, der SPD-Wahlkämpfer Matthias Ecke in Dresden brutal zusammengeschlagen. Extreme Einzelfälle, sicher. Aber Angriffe gegen Politikerinnen und Politiker gehören inzwischen zum Alltag in Deutschland, sie reichen von Hass und Hetze im Netz bis hin zur offenen Gewalt. Tendenz steigend. Was ist da passiert in den letzten Jahren? Und wann ist das gekippt? Was machen Gewalterfahrungen mit den Opfern, den vielen politisch engagierten Menschen, die eine Demokratie braucht? Und wie kommen wir zurück zu einem respektvollen Miteinander? Gregor Papsch diskutiert mit Dr. Christopher Dowe – Historiker und Leiter der Ausstellungsorte im Haus der Geschichte Baden-Württemberg; Dr. Farina Rühs – Psychologin, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen; Jonas Weber – Abgeordneter der SPD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag
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Der Fall Fernandes - Was tun gegen Deepfakes?
Nacktbilder und Fake-Sex-Videos im Netz, gegen ihren Willen: Die Schauspielerin Collien Fernandes hat Anzeige erstattet, wegen „Virtueller Vergewaltigung“. Wenn ihre Vorwürfe stimmen, ist sie ein Opfer unter Tausenden. Ein Foto, KI-Software und ein paar Klicks genügen, um eine pornografische Illusion mit echten Gesichtszügen zu kreieren und zu verbreiten. Die Täter sind dreist, die Regeln lax, wenn es um sexualisierte Deepfakes geht. Wie lässt sich der bildbasierte Missbrauch im Internet stoppen? Und was muss sich im Verhältnis zwischen Frauen und Männern ändern?
Marion Theis diskutiert mit Maria Pawelec – Politikwissenschaftlerin, Universität Tübingen; Dr. Dag Schölper – Bundesforum Männer; Dipl. Jur. Jacqueline Sittig –Expertin für bildbasierte sexualisierte Gewalt -
Reformen oder Agonie? – Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
Die Wähler entscheiden nicht nur über den Landtag in Mainz, sondern auch die Stimmung in Berlin. Die voraussagbar schlechte Laune beim Wahlverlierer wird die Stimmung in der Berliner Regierungskoalition auf eine harte Probe stellen. Aber für Wundenlecken fehlt die Zeit. Das Land braucht dringend Reformen, auch damit die Wahlen im Osten im September nicht zum Offenbarungseid werden – zumindest für die gemäßigten Parteien. Claus Heinrich diskutiert mit Anna Lehmann – Leiterin der Parlamentsredaktion der taz; Dirk Rodenkirch – SWR Landespolitik Rheinland-Pfalz; Prof. Dr. Wolfgang Schroeder – Politikwissenschaftler, Uni Kassel
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Zugriff durch die Hintertür – Wie stark wird die AfD in den Betrieben?
Die Wirtschaftskrise macht den Beschäftigen in den Unternehmen zu schaffen. Rechte Netzwerke greifen die Zukunftsängste der Mitarbeitenden gezielt auf und versuchen, sie für ihre Zwecke zu nutzen. Bei den aktuell laufenden Betriebsratswahlen werben sie um Stimmen, teilweise mit Unterstützung der AfD. Zugleich wählen immer mehr Arbeiten die AfD, zuletzt bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Was bedeutet das für die einstige Arbeiterpartei SPD? Und für Gewerkschaften wie die IG Metall? Und wie erfolgreich sind die Strategien rechter Netzwerke in den Betrieben? Geli Hensolt diskutiert mit Klaus Dörre – Soziologe; Rainer Hank – Journalist; Daphne Weber – Expertin für rechte Gewerkschaftsarbeit
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Entscheidung auf den letzten Metern – Rheinland-Pfalz wählt
Auch in Rheinland-Pfalz galt es lange als sicher, dass die CDU nach mehr als 30 Jahren die Führung des Landes von der SPD übernehmen wird. Jetzt zeichnet sich doch wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem seit anderthalb Jahren amtierenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer und seinem Herausforderer Gordon Schnieder von der CDU ab. Doch welche Themen werden die Wahl entscheiden? Welche Rolle spielt die AfD im Land? Und was bedeutet das alles am Ende für die Menschen in Rheinland-Pfalz? Eva Röder diskutiert mit Christian Buttkereit – SWR-Landtagskorrespondent Rheinland-Pfalz; Dr. Anna-Sophie Heinze – Politikwissenschaftlerin Universität Trier; Timo Steppat – Landeskorrespondent Rheinland-Pfalz, FAZ
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Im Bücher-Biotop – Ist der Buchhandel schutzbedürftig?
Der Streit um den abgesagten Buchhandlungspreis, der von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer vergeben werden sollte, wirft auch Fragen nach Kulturförderung auf. Wird dieser Preises benötigt? Genießt die Buchbranche Sonderrechte? Sind staatliche Kulturpreise sinnvoll? Ist sofort Schaden für die Demokratie zu befürchten, wenn nicht subventioniert wird? Macht sich die Kultur zunehmend davon abhängig? Michael Köhler diskutiert mit Marc Reichwein – Redakteur Literarische Welt, WELT; Josua Straß – Inhaber Buchhandlung Eulennest, Baden-Baden; Martina Tittel – Vors. Landesverband Berlin-Brandenburg im Börsenverein des Deutschen Buchhandels
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Oscars 2026 – Make Hollywood great again?
Die Spannung vor der Oscar-Nacht ist hoch: 16 mal ist das Vampirdrama „Blood and Sinners“ nominiert, so viel wie kein Film zuvor. Erwartet wird ein enges Rennen mit dem satirischen Widerstandsepos „One Battle After another“. Möglicherweise ist der große Gewinner der Oscar-Nacht aber Hollywood selbst. Die Filmbranche befindet sich seit Jahren in der Krise. Kann sie sich freischwimmen mit ausgezeichneten Geschichten, Bildern und Besetzungen? Inwiefern wird der Druck spürbar, mit dem sie unter der Trump-Regierung zu kämpfen hat? Welche Signale gehen von dieser Preisverleihung aus? Karsten Umlauf diskutiert mit Anja Dihrberg-Siebler – Casting-Direktorin; Prof. Vinzenz Hediger – Filmwissenschaftler, Uni Frankfurt; Arabella Wintermayr – Filmkritikerin
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Philosoph der Vernunft – Was bleibt von Jürgen Habermas?
Er war einer der ganz Großen, manche sagen, der vielleicht letzte deutsche Intellektuelle von Weltrang: Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas. Am Samstag ist er im Alter von 96 Jahren gestorben. Als kritische Instanz hat er die Bundesrepublik seit ihrer Gründung begleitet. In der öffentlichen Wahrnehmung wurde aus dem linken Professor ein staatstragender Denker. Doch sein philosophisches Projekt der Verständigung geriet immer stärker unter Druck: Trump, Zeitenwende, der Aufstieg des Rechtspopulismus – was bleibt vom Glauben an Vernunft und moralischen Fortschritt? Was bleibt von Jürgen Habermas? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Philipp Felsch – Kulturwissenschaftler, Humboldt-Universität zu Berlin; Prof. Dr. Rahel Jaeggi – Philosophin, Humboldt-Universität zu Berlin; Dr. Peter Neumann – Philosoph und Redakteur im Feuilleton der „ZEIT“
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Schilderer Deutschlands – Warum Siegfried Lenz lesen?
Er bündelte den Strom vergangenen Lebens in viel gelesenen Erzählungen. Beim Publikum war er sehr beliebt. „Schilderer Deutschlands“ nannte Kanzler Helmut Schmidt seinen Freund Siegfried Lenz. Mit Günter Grass begleitete Lenz 1970 Willy Brandt auf seiner Polen-Reise. Sie unterstützten dessen Versöhnungskurs und die neue Ost-Politik. Geist und Macht standen sich nie so nahe wie damals. Von überragender Bedeutung ist sein Buch „Deutschstunde“ von 1968 über Schuld und Verantwortung im NS-Staat. Am 17. März wäre Siegfried Lenz 100 Jahre alt geworden. Warum soll man ihn heute noch lesen? Michael Köhler diskutiert mit Günter Berg – Vorstand der Siegfried Lenz Stiftung; Helmut Böttiger – Literaturkritiker, Berlin; Dr. Maren Ermisch – Universität Münster, Mitherausgeberin der Hamburger Gesamtausgabe der Werke von Siegfried Lenz
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Nicht totzukriegen – Was fasziniert uns am Vampir?
Ob Kinofilme wie „Blood and Sinners“, Remakes wie „Dracula – Die Auferstehung“ oder Serien wie „Oderbruch“ und „What we do in the Shadows“ – zahllose Regisseure und Autoren erzählen wieder Vampirgeschichten. Die Kritiker und das Publikum sind begeistert: „Blood and Sinners“ ist in 16 Kategorien für den Oscar nominiert, die ARD-Produktion „Oderbruch“ wurde über 13 Millionen Mal gestreamt. Woher kommt das Interesse an diesen blutrünstigen Gestalten? Was ist neu an den Vampirfiguren von heute? Und was erzählt die Lust am Grauen über unsere Gegenwart? Norbert Lang diskutiert mit Dana Grigorcea – Autorin; Simeon Elias Hüttel – Kulturwissenschaftler; Prof. Dr. Marcus Stiglegger – Filmwissenschaftler
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Angst vor dem Crash – Was kostet uns der Irankrieg?
Rekordpreise an den Tankstellen, nervöse Finanzmärkte – zwar hat US-Präsident Donald Trump den Öl-Schock vorübergehend abmildern können, indem er ankündigte, der Krieg im Iran sei „bald vorbei“. Doch noch gehen die Angriffe der USA und Israels weiter, ist eine Ende der Kämpfe nicht in Sicht. Unter seinem neuen Führer Mojtaba Chamenei hält der Iran die Straße von Hormus weiter besetzt. Und viele fragen sich: Wohin führt das alles – für die angeschlagene deutsche Wirtschaft, für die vom Iran attackierten Golfstaaten, für die Weltwirtschaft insgesamt? Eva Röder diskutiert mit Prof. Dr. Rüdiger Bachmann – Wirtschaftswissenschaftler Universität Michigan; Dr. Bente Scheller – Nahostexpertin Heinrich-Böll-Stiftung; Dr. Sebastian Sons – CARPO-Institut
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Allmächtig oder überschätzt – Was kann KI wirklich?
Klima retten, Autos lenken, Krebs erkennen, Urlaub buchen: Künstliche Intelligenz, so versprechen es die Tech-Konzerne, wird unser Leben bald überall begleiten, wenn nicht dominieren, und das weckt sowohl Hoffnungen als auch Ängste. Andererseits merken wir noch wenig von dieser Zukunft: Chatbots machen weiter Fehler, Firmen stellen KI-Experimente ernüchtert ein. Werden die Sprachmodelle gar nicht immer besser? Bleiben sie für sensible Bereiche unbrauchbar? Ist KI zu ressourcenhungrig, um sie sinnvoll einzusetzen? Wer profitiert vom Hype? Und was passiert, wenn die Blase platzt? Bernd Lechler diskutiert mit Prof. Dr. Holger Hoos – Lehrstuhl für Methodik der Künstlichen Intelligenz, RWTH Aachen; Prof. Dr. Rainer Mühlhoff – Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz, Uni Osnabrück; Prof. Dr. Katharina Zweig – Leiterin Algorithm Accountability Lab, RPTU Kaiserslautern
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Demokratie auf dem Prüfstand – Welches Signal sendet BaWü?
Mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen von Schwarz und Grün ging es am Sonntag in die Wahlkabinen. Und Kopf an Kopf endete die Wahl, Özdemir gewinnt mit einer Nasenlänge Vorsprung vor Hagel. Und die nächste Wahl folgt auf dem Fuße. Auch in Rheinland-Pfalz spielen die Wähler Schicksal. Es bewegt sich etwas in Deutschland. Aber wie, wohin und warum? Thomas Ihm diskutiert mit
Albrecht von Lucke – Redakteur der Blätter für Deutsche und Internationale Politik; Prof. Dr. Andreas Rödder – Historiker, Universität Mainz; Eva Quadbeck, Chefredakteurin, RedaktionsNetzwerk Deutschland -
Wechsel oder weiter so? – Baden-Württemberg wählt
15 Jahre lang hat Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg regiert. Jetzt tritt er ab und Cem Özdemir von den Grünen und CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel konkurrieren um sein Erbe. In einer Zeit, in der die Autoindustrie ums Überleben kämpft und bei Trumpf, Bosch und BASF mehrere zehntausend Stellen gekürzt werden. Gleichzeitig kämpft die CDU um Abgrenzung zur AfD. Welche Themen werden die Wahl letztlich entscheiden? Und was bedeuten die möglichen Regierungskoalitionen für die Menschen in Baden-Württemberg? Doris Maull diskutiert mit Rüdiger Soldt – Landeskorrespondent Baden-Württemberg, FAZ; Marc Debus – Politikwissenschaftler Uni Mannheim; Filiz Kükrekol – SWR Redakteurin Landespolitik in Stuttgart
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„Und ewig schweigt das Weib“ – Was schürt Anti-Feminismus?
Ein Viertel der deutschen Bevölkerung hat ein geschlossen antifeministisches Weltbild, mehr Männer als Frauen. Vor allem Rechtsextreme wollen Frauen kleinhalten und torpedieren die Gleichstellung. Dahinter steckt die Idee, dass Männer das stärkere Geschlecht sind. Das bringt Frauen unter Druck, bremst sie aus und macht sie häufiger zu Opfern von Gewalt. Was treibt Antifeminismus an? Was heißt das für die Demokratie? Und warum machen manche Frauen gegen Frauen mobil? Marion Theis diskutiert mit Dr. Beate von Miquel – Deutscher Frauenrat; Prof. Dr. Gert Pickel – Soziologe Universität Leipzig; Tara-Louise Wittwer – Autorin und Content-Creatorin