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SWR Kultur Forum

Im SWR Kultur Forum diskutieren wir über Gott und die Welt, über Fußball und den Erdball. Unsere Gäste kommen aus Wissenschaft, Literatur und Kultur – und manchmal auch aus der Politik.

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Stand
  • Weg von den Klischees – Was macht gute Kinderbücher aus?

    Die blonde Prinzessin, der wilde Fußballer, Mutti kocht, Vati findet die Spülmaschine nicht. Das sind nach wie vor klischeehafte Standardbausteine vieler Kinder- und Jugendbücher. Und die Geschichten drum herum laufen auch oft erwartbar und gleichförmig ab. Naja, solange die Kinder überhaupt noch lesen, heißt es in der Debatte dann manchmal. Was muss ein gutes Kinderbuch mitbringen? Wieviel Pädagogik ist wichtig, wann wird es zu viel? Und was muss passieren, dass sich mehr gute Geschichten für Kinder und Jugendliche am Buchmarkt durchsetzen? Eva Röder diskutiert mit Prof. Dr. Iris Kruse – Literaturdidaktikerin an der Universität Paderborn; Thomas Montasser – Literaturagent und Schriftsteller; Tilman Spreckelsen – Frankfurter Allgemeine Zeitung

  • Digital und KI-gesteuert – Hat die Tageszeitung eine Zukunft?

    Die Berliner „tageszeitung“ wagt die Seitenwende: die taz erscheint bald digital als e-paper, lediglich die Wochenendausgabe wird weiterhin auf Papier gedruckt. Ist das Berliner Alternativblatt damit ein Vorbild für die deutsche Presselandschaft? Denn Auflagenverluste bei den gedruckten Zeitungen und die Kostenlos-Mentalität im Internet machen den Verlagen seit Jahren zu schaffen. Die notwendigen Sparmaßnahmen führen zu erhöhter Pressekonzentration, „Künstliche Intelligenz“ stellt den Journalistenberuf auf die Probe. Welche Zukunft hat der Text-Journalismus in Deutschland? Claus Heinrich diskutiert mit Andreas Marggraf – Geschäftsführer der taz, Berlin; Prof. Dr. jur. Holger Paesler – Vorstand und Geschäftsführer des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger; Prof. Dr. Tanjev Schultz – lehrt Journalistik an der Universität Mainz

  • Das gefährdete Dorf – Wie retten wir das Landleben?

    Sie können den Trend der Abwanderung in vielen Regionen bisher nicht stoppen, doch nicht erst seit der Pandemie ziehen stetig mehr Menschen aufs Land. Das hat pragmatische Gründe, der Wohnraum ist oft günstiger. Viele Menschen wollen auch weg von Lärm, Dreck und Anonymität, hin zu Ruhe, Natur und der viel beschworenen Gemeinschaft. Die ist allerdings nicht mehr selbstverständlich in den Dörfern. Die Menschen im ländlichen Raum sind immer älter und dann fehlt es an Engagierten bei Feuerwehr, Sportverein, auch in der Politik. Wie können strauchelnde Dörfer wiederbelebt werden? Welche Chancen und Möglichkeiten bieten sich im ländlichen Raum? Und müssen wir dazu vielleicht – egal ob wir aus der Stadt oder vom Dorf kommen – unser Bild vom Landleben verändern? Eva Röder diskutiert mit Maximilian Arnold – Ortsvorsteher Rebland (Kommune Baden-Baden); Prof. Dr. Werner Bätzing – Geograf und Autor; Natalie Franzen – Dorfplanerin
    Buch zum Thema:
    Werner Bätzing: Das Landleben – Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform; C.H. Beck, 2020, 26 Euro

  • GPS-Tracker für Kinder – Mehr Sicherheit oder Überwachung?

    Ob auf dem Heimweg oder dem Bolzplatz – per GPS Tracker oder Smartwatch kann man den Nachwuchs heute überall orten. Die Technik ist günstig, verspricht Sicherheit und wird immer beliebter: Etwa ein Drittel der deutschen Eltern können sich laut Bitkom vorstellen, die eigenen Kinder zu tracken. Andere sehen darin ein Hindernis auf dem Weg in die Selbstständigkeit und setzen aufs Vertrauen zum Kind. Die Stadt Hanau hat gar das Tracking in städtischen Kitas untersagt – sollten andere Städte nachziehen? Wie verändert Tracking das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern? Wann ist es sinnvoll, wann verboten? Norbert Lang diskutiert mit Martin Fischer – Referent beim Deutschen Kinderhilfswerk; Elisabeth Raffauf – Psychologin und Journalistin; Aline Sommer-Noack – Mitglied im Bundeselternrat

  • Offline, abgehängt – Brauchen wir ein Recht auf analoges Leben?

    Von E-Rezept bis Online-Banking: Die Digitalisierung hat so gut wie alle Lebensbereiche erfasst. Wer kein Smartphone hat oder es nicht bedienen kann, ist raus. Für manche Menschen ist das ein Problem, wenn sie ihr Auto nur noch am Rechner ummelden, Fahrkarten nur noch per App kaufen oder einen QR-Code scannen müssen. Senioren- und andere Organisationen reden von Digitalzwang und fordern ein Recht auf analoges Leben. Ist das überhaupt umsetzbar? Und wie kann digitale Teilhabe für alle gelingen? Marion Theis diskutiert mit Astrid Mönnikes –Initiative DigitalPakt Alter; Frederik Palmer – AWO Bundesverband; Leah Schrimpf –Bitkom

  • Billig und tödlich – wie Drohnen den Krieg verändern

    Es ist nicht nur der Krieg in der Ukraine. Es ist auch der so genannte hybride Krieg – ein Zustand zwischen Krieg und Frieden. Drohnen über Flughäfen in Kopenhagen, Oslo, Hamburg oder München legen den Flugverkehr lahm. In Polen drangen Drohnen in den Luftraum ein und wurden von Kampfjets abgeschossen. Die Situation ist unübersichtlich, bedrohlich und dynamisch. Die Reaktionen von Politik, Militär und Industrie wirken unbeholfen, ratlos und verhalten. Aber das kann sich ändern, bzw. muss und wird sich ändern. Thomas Ihm diskutiert mit Hans-Peter Stuch – Forschungsgruppenleiter Drohnenabwehr, Fraunhofer Institut; Thomas Wiegold – Journalist; Dr. Bernhard Koch – Philosoph, Institut für Wehrmedizinische Ethik der Bundeswehr, München

  • Aus für das Verbrenner-Aus – Wie fahren Deutschlands Autos in die Zukunft?

    Die Autoindustrie klagt über das geplante Ende des Verbrenners, das in der EU ab 2035 gelten soll. Auch Bundeskanzler Friedrich Kanzler Merz will die Vorgaben kippen. Für den 9. Oktober hat der Kanzler Vertreter aus der Politik und aus den Unternehmen zum Autogipfel geladen. Kommt jetzt die Rolle rückwärts bei der Verkehrswende? Mit welchen Folgen für Hersteller und Zulieferer im Land? Was kann die Regierung insgesamt tun, die die Autoindustrie zu unterstützen? Und wie kann sich die deutsche Leitindustrie langfristig behaupten gegen die Konkurrenz aus China? Geli Hensolt diskutiert mit Nanja Boenisch – Journalistin, taz; Imelda Labbé –VDIK-Präsidentin; Professor Thomas Koch – Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

  • Gesundheitsdaten digital – Was bringt die E-Patientenakte?

    Schluss mit Doppel-Diagnosen und Mehrfach-Befunden: Mit der elektronischen Patientenakte, der ePA, soll es möglich sein, medizinische Informationen auf digitalem Weg auszutauschen. Dort werden Medikamentenverordnungen, Röntgenbilder oder Allergien hinterlegt. Seit dem 1. dieses Monats ist die Nutzung der ePA verpflichtend – falls der Patient nicht widersprochen hat. Wie sicher ist die elektronische Akte? Welche Vorteile hat sie für Patienten- und Ärzteschaft? Und wo liegen die Mängel? Marion Theis diskutiert mit Dr. Peter Grieble – Verbraucherzentrale Baden-Württemberg; Dunja Kleis – Barmer-Landesgeschäftsführerin Rheinland-Pfalz/Saarland; Dr. med. Karen von Mücke – Fachärztin für innere Medizin

  • Frieden in Gaza – Geht Trumps Plan auf?

    Der Terrorangriff der Hamas am 07. Oktober 2023 war der Beginn eines Alptraums: für Israel, für die Palästinenser, für den gesamten Nahen Osten. Zwei grausame Kriegsjahre später scheint der Frieden in Gaza endlich in greifbarer Nähe: In seinem 20-Punkte-Plan entwirft Donald Trump eine Nachkriegsordnung für den Küstenstreifen. Doch ist mit der Hamas ein Frieden zu machen? Lässt sich das Trauma des 07. Oktober überwinden? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Gisela Dachs – Publizistin und Journalistin, Tel Aviv; Dr. Peter Lintl – Nahostexperte, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin; Richard C. Schneider – Journalist und Autor, München

  • Parlamentswahl in Syrien – Hoffnung für ein kaputtes Land?

    Zehn Monate nach dem Sturz von Diktator Al-Assad finden in Syrien erstmals Parlamentswahlen statt. Sie sollen den Weg für eine neue Verfassung ebnen. Frei und demokratisch wird es dennoch nicht zugehen, Interimspräsident Ahmed al-Scharaa kontrolliert weitgehend das Geschehen. Was bezweckt er mit dieser Wahl? Kann sie helfen, das zerrüttete Land zu versöhnen und langfristig zu stabilisieren? Oder ist sie nur eine bedeutungslose Beruhigungspille für die westlichen Partner? Gregor Papsch diskutiert mit Asiem El Difraoui – Politologe und Autor; Kristin Helberg – Politikwissenschaftlerin; Dr. Naseef Naeem – Jurist und Staatsrechtler

  • „Glück ist eine Beilage von Pommes Frites“ – 75 Jahre Peanuts

    Vier Bilder, eine Geschichte – so fing alles an 1950 mit den Peanuts, zunächst in ein paar Tageszeitungen. Und 17.896 weitere Comicstrips sollten folgen, eine Fernsehserie, Filme. Bis zu seinem Tod im Jahr 2000 hat der Erfinder Charles M. Schulz jeden Tag eine Geschichte über den ewigen Verlierer Charlie Brown, den Lebenskünstler Snoopy – von ihm stammt auch das Zitat – und die anderen gezeichnet, die so gar nicht von der glücklichen, unbeschwerten Kindheit handeln wollten. Und trotzdem waren und sind die Peanuts bis heute erfolgreich und haben Generationen von Kindern und Erwachsenen geprägt. Der Literaturkritiker Denis Scheck hat die Peanuts gar in seinen Kanon der 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur aufgenommen. Was macht die Peanuts so besonders? Und wie haben sie nachfolgende Comics beeinflusst? Eva Röder diskutiert mit Dr. Barbara M. Eggert – Comicwissenschaftlerin; Joachim Kalka – Schriftsteller und Übersetzer; Ralf König – Comiczeichner und -autor

  • Für immer Ost und West? – Über die Macht der Mentalitäten

    Der Tag der Deutschen Einheit steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Feiern wir, was uns verbindet“ – und das, obwohl in der deutsch-deutschen Realität wenig von Harmonie zu spüren ist. Dass der Osten dem Westen bis heute in vielem fremd bleibt (und umgekehrt), erklärt der Philosoph Peter Neumann in seinem neuen Buch "Mentalitäten" so: „Zum ersten Mal seit dem Umbruch von 1989 wird deutlich, dass es Prägungen in den Denk- und Verhaltensweisen von Ost- und Westdeutschen gibt, die sich nicht abstreifen lassen“. Was ist das, das da so mächtig aus der Vergangenheit in die Gegenwart ragt? Wo werden Mentalitäten sichtbar? Und wie gehen wir mit ihnen um? Michael Risel diskutiert mit Dagrun Hintze – Schriftstellerin, Hamburg; Prof. Dr. Raj Kollmorgen – Soziologe, Hochschule Zittau/Görlitz; Dr. Peter Neumann – Philosoph, Berlin

  • Kinder, nein Danke – Warum manche Frauen keinen Nachwuchs wollen

    Die Geburtenrate in Deutschland ist in den vergangenen Jahren auf den historischen Tiefstand von 1,35 Kindern pro Frau gesunken. Einer der Gründe: Immer mehr Frauen bekennen sich öffentlich zur bewussten Kinderlosigkeit. Damit stoßen sie vielfach auf Unverständnis und Ablehnung. Ihnen wird vorgeworfen, ihrer Verantwortung für die Gesellschaft nicht nachzukommen. Was motiviert Frauen, komplett auf Fortpflanzung zu verzichten? Und welche Folgen hat dieser Verzicht für die Gesellschaft? Doris Maull diskutiert mit Verena Kleinmann – Autorin, Journalistin und Podcast-Host „Kein Kinderwunsch“; Prof. Dr. Claudia Rahnfeld –Sozialwissenschaftlerin, Duale Hochschule Gera-Eisenach; Susanne Mierau –Diplom-Pädagogin und Autorin

  • Frauen auf dem Rückzug – Politik als Männersache?

    Spätestens seit dem Regierungswechsel bestimmen wieder Männer das Bild von Politik in der Öffentlichkeit: Die Fraktionschefs der Regierungsparteien, die Generalsekretäre, die engsten Berater des Bundeskanzlers, alles Männer. Im von Friedrich Merz ausgerufenen Herbst der Entscheidungen sind es Männer, die in der Mehrzahl entscheiden, wie es weitergehen soll, beispielsweise mit der gescheiterten Richterinnen-Wahl für das Bundesverfassungsgericht. Aber auch mit einer künftigen Wehrpflicht oder einzelnen Sozialleistungen. Was heißt es konkret, wenn Politik überwiegend Männersache ist? Woran liegt das? Und bleibt das jetzt so? Marie Gediehn diskutiert mit Prof. Dr. Jutta Allmendinger – Soziologin, Berlin; Mechthild Heil – CDU-Bundestagsabgeordnete, Wahlkreis Ahrweiler; Yasmine M’Barek –Journalistin (ZEIT) Autorin & Podcasterin, Köln

  • Gefilmt und bloßgestellt – Wie bekämpft man Spanner?

    Voyeur-Aufnahmen im Park, Videos aus Kaufhaus-Umkleiden oder vom Ex-Freund hochgeladene Privatbilder im Internet – viele Frauen erleben diese Formen sexualisierter Gewalt alltäglich. Als Opfer fühlen sich die meisten allein gelassen; die Täter kommen sehr oft davon oder machen sich nicht strafbar. Helfen neue Gesetze gegen Spanner, Online-Bloßstellung und verbale Belästigung wie das sogenannte Cat-Calling? Wie sicher ist der öffentliche Raum für Frauen? Was treibt die Männer zu ihren Taten? Lukas Meyer-Blankenburg diskutiert mit Anna-Lena von Hodenberg – Journalistin, Gründerin von "Hate Aid"; Jonas Kneer – Psychologe bei „I can change“, Hannover; Jacqueline Sittig – Juristin, Uni Würzburg

  • „Nur“ Symbolpolitik – Wie wichtig sind Gesten für die Demokratie?

    Wenn der Kanzler weint, aber keine Angriffswaffen nach Israel schicken will. Wenn die Grenzen aufwändig kontrolliert, aber kaum illegale Einwanderer zurückgewiesen werden. Wenn Politiker eine neue Nationalhymne fordern, die niemand gefordert hat. Dann ist das keine faktische, sondern symbolische Politik. Und die hat einen schlechten Ruf: sie gilt als substanzlos und mitunter gefährlich, weil sie Emotionen schürt, aber keine Probleme löst. Aber kommt die internationale Politik ohne diplomatische Gesten wie den Kniefall von Willy Brandt aus? Und braucht nicht auch die Demokratie eingeübte Rituale? Wieviel Symbolisches braucht die Politik? Claus Heinrich diskutiert mit Prof. Dr. Paula Diehl – Politikwissenschaftlerin, Universität Kiel; Jörg Lau – außenpolitischer Korrespondent, Die Zeit; Prof. Dr. em. Emanuel Richter – Politikwissenschaftler, RWTH Aachen

  • Reform des Sozialstaats – Was können wir uns noch leisten?

    Der Wohlfahrtsstaat ist aus Sicht des Kanzlers angesichts der Wirtschaftsflaute nicht mehr zu bezahlen. Im „Herbst der Reformen“ will Friedrich Merz deshalb damit beginnen, das „Land zum Besseren“ zu verändern. Was heißt das konkret für den Sozialstaat? Wie können Leistungen künftig finanziert werden? Muss das Bürgergeld gekürzt oder sollen Menschen mit viel Geld stärker als bisher zur Kasse gebeten werden? Und wie werden Rente und Gesundheitssystem fit für die Zukunft? Geli Hensolt diskutiert mit Prof. Dr. Andreas Peichl – Leiter des ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen; Lukas Scholle – Chefredakteur Surplus Magazin, Geschäftsführer Brumaire Verlag; Cordula Tutt – Autorin Wirtschaft & Politik, WirtschaftsWoche

  • Sauber, sicher, pünktlich – Kriegt die Bahn das hin?

    Verspätete Züge, ein marodes Schienennetz, dazu ein enormer Schuldenberg – die Deutsche Bahn steckt in einer Dauerkrise. Aus Sicht von Verkehrsminister Patrick Schnieder ist die Lage des Staatskonzerns „dramatisch“. Jetzt will er das Problem mit einem Wechsel an der Spitze und einer grundlegenden Reform in den Griff bekommen. „Sauberer, sicherer, pünktlicher“ soll die Bahn werden. Kann das funktionieren? Michael Risel diskutiert mit Dirk Flege – Geschäftsführer „Allianz pro Schiene“; Arno Luik – Journalist und Buchautor; Prof. Dr. Birgit Milius – Leiterin des Fachgebiets Bahnbetrieb und Infrastruktur an der TU Berlin und Co-Vorsitzende „Allianz pro Schiene“

  • Mindestlohn für Erntehelfer – Werden regionale Produkte zu teuer?

    Der Mindestlohn wird erhöht, das gilt auch für ausländische Wanderarbeiter, die auf deutschen Feldern Erdbeeren, Spargel oder Äpfel ernten. Das macht vielen Landwirten Angst. Sie befürchten, dass der Mindestlohn die Preise für Obst und Gemüse aus Deutschland so sehr nach oben treibt, dass die Käufer lieber zu günstigen Erzeugnissen aus dem Ausland greifen. Zumal deren Qualität nicht schlechter ist als die heimischer Produkte. Wie berechtigt sind diese Befürchtungen? Sorgt der Mindestlohn tatsächlich dafür, dass sich der Anbau bestimmter Kulturen in Deutschland bald nicht mehr lohnt? Dominik Bartoschek diskutiert mit Dr. Hildegard Garming – Agrarökonomin, Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, Braunschweig; Benjamin Luig – Fachreferent für Agrarwirtschaft bei der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Berlin; Simon Schumacher – Vorstandssprecher und Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V.

  • „Was sagen Sie da als Jude?“ – Wenn der Nahostkonflikt persönlich wird

    Gazakrieg, Angriffe auf Irans Atomanlagen oder der Schlag gegen die Hamas in Katar: Die Politik der israelischen Führung sorgt weltweit zunehmend für Verständnislosigkeit und Empörung. Und so weit der Nahostkonflikt entfernt zu sein scheint, so nah fühlt er sich für viele Juden und Jüdinnen hierzulande an, setzt sie unter Rechtfertigungsdruck: Wie hältst du es mit der Regierung Netanjahu? Das zeigt auch die Debatte über die Ausladung des israelischen Dirigenten Lahav Shani beim Flandernfestival. Seit dem Angriff der Terror-Organisation Hamas auf Israel im Oktober 2023 ist der israelbezogene Antisemitismus auch in Deutschland schlimmer geworden. Welche Erfahrung machen Betroffene und wie gehen sie damit um? Und wie lassen sich gefährliche Stereotype und Zuschreibungen überwinden? Andrea Beer diskutiert mit Stella Leder – Dramaturgin und Leiterin des Instituts für Neue Soziale Plastik, Berlin; Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai – Professorin für Methoden der Sozialen Arbeit und Sozialarbeitsforschung Fachhochschule Potsdam; Doron Rabincovici – Schriftsteller und Historiker, Wien

  • Woke und weltfremd – Ist die Linke schuld am Rechtsruck?

    Politikversteher nennen es den „Vibe Shift“: Ob Trump, Orban oder die AfD – weltweit ist die extreme Rechte auf dem Vormarsch. Schuld daran, so der Autor Jens Jessen kürzlich in der ZEIT, sind die Linken selbst. Sie hätten den politischen Gegner durch ihre „identitätspolitische Semantik“ erst stark gemacht. „Wokeness, Diversity, Gendergerechtigkeit“, so Jessen, „sind das größte Geschenk, dass die Linke der Rechten machen konnte.“ Ist das so? Treiben woke Kulturkämpfer mit ihren identitätspolitischen Zumutungen potentielle Wähler der Mitte in die Arme von AfD & Co.? Ist gesellschaftliche Spaltung der Preis für emanzipatorische Politik? Und was ist wirklich links? Michael Risel diskutiert mit Jens Jessen – DIE ZEIT; Dr. Nils C. Kumkar – Soziologe, Universität Bremen; Lea Susemichel – Journalistin und Publizistin, Wien

  • Angst vor der AfD – Was bedeuten die Kommunalwahlen in NRW?

    Die Wahl von Bürgermeistern und Landräten, Stadt- oder Gemeinderäten sorgt selten für eine größere Aufmerksamkeit. In Nordrhein-Westfalen ist das diesmal anders. Wahlen sind immer auch eine Gelegenheit für die Wählerschaft, der Politik ihre Unzufriedenheit mitzuteilen. Und was im bevölkerungsreichsten Land in Deutschland passiert, ist immer wegweisend. Kann die AfD im Westen Fuß fassen? Verliert die SPD ihre Hochburgen? Funktioniert die Demokratie an der Basis noch richtig? Thomas Ihm diskutiert mit Prof. Dr. Norbert Kersting – Politikwissenschaftler, Universität Münster; Prof. Dr. Werner Patzelt – Politikwissenschaftler, Emeritus; Eva Quadbeck – Chefredakteurin RND

  • Verarbeitete Lebensmittel – Wie Convenience Food unser Leben verändert

    „Convenience Food“ heißt so viel wie „bequemes Essen“. Es nimmt uns Arbeit ab, ist preiswert und haltbar. Außerdem sind verarbeitete Lebensmittel überall verfügbar und schnell servierfertig. Weil sie zu unserer Lebensgeschwindigkeit passen, sind bereits 40 Prozent unseres Essens hochverarbeitet, Tendenz weiter steigend. Gleichzeitig zeigen Studien, dass sich mit diesen industriell hergestellten Lebensmitteln die Qualität unserer Gerichte verschlechtert hat und dadurch Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumorerkrankungen gefördert werden. Lassen sich verarbeitete Lebensmittel dennoch gut nutzen? Denn ohne sie geht es nicht. Sabine Schütze diskutiert mit Prof. Jutta Dierkes – Ernährungswissenschaftlerin und Professorin für Klinische Ernährung an der Universität Bergen, Norwegen; Dr. Sieglinde Stähle – Lebensmitteltechnologin, Wissenschaftliche Leitung beim Lebensmittelverband Deutschland e.V.; Prof. Dr. Laura M. König – Psychologin und Professorin für Gesundheitspsychologie an der Universität Wien

  • Donald Trump und die Demokratie – Werden die USA autokratisch regiert?

    Der amerikanische Präsident Donald Trump nutzt in seiner zweiten Amtszeit das gesamte rechtspopulistische Arsenal, um die liberale Demokratie und Kultur zu schwächen. Er setzt die Nationalgarde in demokratisch regierten Städten ein, versucht die Nationalbank unter seine Kontrolle zu bringen und reformiert das Wahlrecht zu seinen Gunsten. Tech-Milliardäre, Medien, Universitäten und Kultureinrichtungen haben seinem Druck bereits nachgegeben. Lediglich einige Gerichte halten Trumps Zoll- und Migrationspolitik in Zaum. Wo bleibt der Widerstand der Demokraten? Wie beschädigt ist die amerikanische Demokratie? Claus Heinrich diskutiert mit Prof. Russell Berman PhD. – Germanist, Stanford University, Kalifornien; Prof. Dr. Christiane Lemke – Politikwissenschaftlerin, Universität Hannover; Prof. Dr. Britta Waldschmidt-Nelson – Historikerin, Universität Augsburg

  • Manöver einer Diktatur – Wie ist die Lage in Belarus?

    Im Manöver "Quadriga 2025“ probt die Nato zur Zeit die Verteidigung im Osten.
    Die Kriegsübung überschneidet sich zweitweise mit dem Manöver „Sapad“ das Russland auf eigenem Territorium, aber auch auf dem Gebiet von Belarus durchführt. Fünf Jahre nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung hält sich Machthaber Aljaksandr Lukaschenka an der Macht. Was passiert in Belarus? Wie gefährlich ist das Land als Aufmarschgebiet russischer Truppen? Was kann die belarussische Opposition vom Exil aus erreichen? Wie beeinflusst die autokratenfreundliche US-Politik die Situation in Belarus? Andrea Beer diskutiert mit
    Ingo Petz – Journalist beim Online-Portal decoder.org; Olga Dryndova –
    Chefredakteurin der Belarus-Analysen der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen; Gesine Dornblüth – Journalistin beim Deutschlandfunk

  • Spiegel der Seele – Was fasziniert uns an Gesichtern?

    Schon als Babys lesen wir in der Mimik unserer Mütter, später entscheidet ein kurzer Blick ins Gesicht, wen wir sympathisch oder begehrenswert finden. Ob Adelsporträt, Werbe- oder Wahlplakat: Gesichter wecken Neugier, simulieren Nähe, demonstrieren Macht - und auf ihre möglichst alterslose Schönheit verwenden wir viel Zeit und Geld. Was können wir wirklich darin lesen? Und was passiert, wenn sie uns immer öfter gefiltert oder gar operiert begegnen? Bernd Lechler diskutiert mit Prof. Dr. Valentin Groebner – Historiker, Universität Luzern; Rabea Weihser – Journalistin und Buchautorin; Prof. Dr. Holger Wiese – Psychologe, Durham UniversityGmbH

  • Jungbrunnen gesucht – Der Hype um die Longevity-Forschung

    Möglichst lange leben – das wollen viele Menschen. In jüngster Zeit ist ein regelrechter Trend daraus geworden: Weltweit entstehen immer mehr sogenannte Longevity-Center. Das sind Kliniken und Praxen, die ihren Kunden Tipps und Tricks in Sachen Lebensverlängerung versprechen. Parallel dazu arbeitet auch die Wissenschaft unter Hochdruck an Methoden, wie sich die Krankheit Alter mit wirksamen Medikamenten bekämpfen lässt. Können wir den menschlichen Alterungsprozess wirklich aufhalten? Und wie erstrebenswert ist das? Doris Maull diskutiert mit Prof. Dr. Hans-Jörg Ehni – Medizinethiker, Universität Tübingen; Prof. Dr. Corina Madreiter-Sokolowski – Molekularbiologin, Universität Graz; Dr. Ursula Wagner – Psychologin und Longevity-Coach

  • 65 Jahre Anti-Baby-Pille – Wie kann Verhütung gerechter werden?

    Nicht ausgeliefert zu sein und selbst darüber bestimmen zu können, ob sie einer Schwangerschaft eine Chance geben oder nicht - das war und ist für viele Frauen die Errungenschaft, die die Pille mit sich bringt. Inzwischen machen sich allerdings immer mehr Frauen Sorgen um Nebenwirkungen oder wollen einfach nicht mehr alleine für die Verhütung verantwortlich sein. Vor einigen Jahren hat das Kondom die Pille als Verhütungsmittel Nummer Eins abgelöst. Was ist dran an der Skepsis gegenüber der Pille? Was ist eigentlich aus der Pille für den Mann geworden? Und welche wirtschaftlichen und politischen Initiativen braucht es, um Verhütung gerechter zu gestalten? Eva Röder diskutiert mit Franka Frei – Journalistin und Aktivistin; Fabian Hennig – Universität Kiel; Dr. Anneliese Schwenkhagen – Gynäkologin

  • Wirtschaftswunder mit der Kettensäge – Taugt Milei als Vorbild?

    Die Wirtschaft wächst, die Armutsquote sinkt, die Inflation scheint gebremst: Argentinien steht unter seinem Präsidenten Javier Milei den Zahlen nach so gut da wie lange nicht. Selbst manche, die ihn nach seiner Wahl vor gut eineinhalb Jahren als gefährlichen Spinner abgetan hatten, kommen ins Grübeln: Behält der Schreihals mit der Kettensäge am Ende Recht mit seinem radikalen Sparkurs? Wäre seine libertäre Kahlschlagpolitik möglicherweise sogar die bessere Alternative zu den oft als zu zaghaft kritisierten Reformbemühungen der Regierung Merz? Schocktherapie à la Milei – aber zu welchem Preis? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Philipp Bagus – Ökonom und Milei-Biograph, Universidad Rey Juan Carlos Madrid; Carl Moses – Unternehmensberater und Publizist, Buenos Aires/Bonn; Prof. Dr. Nikolaus Werz – Politikwissenschaftler, Universität Rostock

  • 100 Jahre Surrealismus – Was fängt die Kunst mit der Wirklichkeit an?

    Traum und Imagination, das Unbewusste und das Unerklärliche: Vor 100 Jahren machte sich eine Kunstbewegung auf, neue Bilder für die Erfahrung des Menschen zu finden. Ein Aufbruch, der keine Sache weltabgewandter Innerlichkeit sein wollte, sondern eine Befreiung. Wie politisch war der Surrealismus? Welche kulturellen Wahlverwandtschaften suchte er sich? Und welche Bedeutung hat er heute noch? Beate Meierfrankenfeld diskutiert mit Adrian Djukić, Kurator – Lenbachhaus München; Dr. Annabelle Görgen-Lammers – Kuratorin, Hamburger Kunsthalle; Dr. Larissa Kikol – Kunstkritikerin und Kunstwissenschaftlerin

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