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250 Jahre E.T.A. Hoffmann – Was bleibt vom Schwarzen Romantiker?
Goethe attestierte ihm „krankhafte Verirrungen“, der Kritiker Walter Scott erkannte „Fieberträume eines umnebelten Patienten“. E.T.A. Hoffmann war seiner Umgebung so rätselhaft wie unheimlich. In seinen Märchen und Spukgeschichten beschrieb er die seelischen Abgründe des Menschen wie kein anderer vor ihm, der Psychoanalytiker Sigmund Freud sah in ihm „den unerreichten Meister des Unheimlichen“, die moderne Fantasy-Literatur ist ohne E.T.A. Hoffman nicht denkbar. Vor 250 Jahren wurde er geboren. Was macht ihn heute lesenswert? Gregor Papsch diskutiert mit Prof. Dr. Friedhelm Marx – Literaturwissenschaftler, Universität Bamberg; Prof. Dr. Rüdiger Safranski – Philosoph und Schriftsteller, Freiburg; Prof. Dr. Bettina Wagner – Direktorin der Staatsbibliothek Bamberg und Präsidentin der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft
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Terror im Namen der Moral – Wie gefährlich ist Gewalt von links?
"Der Linksterrorismus ist mit steigender Intensität in Deutschland zurück." Das sagt Innenminister Alexander Dobrindt. Die sogenannte Vulkangruppe hat Anfang des Jahres zehntausender Berliner vom Stromnetz abgeschnitten und gut zweitausend Firmen für Tage lahmgelegt. Fahndungserfolge? Fehlanzeige. Anders als bei der Antifa-Ost, einer brutalen Schlägertruppe. Deren Mitglieder stehen inzwischen vor Gericht. In den Zeiten der Ampel galt der Terrorismus von rechts als größte Gefahr. Inzwischen droht die Gefahr von überall. Rechts, links, Russland. In diesem Forum in SWR-Kultur soll es um Linksterrorismus gehen, und wie man ihn bekämpft. Thomas Ihm diskutiert mit Fatina Keilani – Journalistin, WELT; Felix Neumann – Sicherheitsexperte, Konrad-Adenauer-Stiftung; Heiko Teggatz – stellv. Vorsitzender Deutsche Polizeigewerkschaft
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Jung, motiviert, laut – Wie die Parteijugend Politik prägt
Die Neugründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“, die Blockade der Rentenbeschlüsse durch die Junge Union oder der Eklat um einen israelfeindlichen Beschluss der Linksjugend solid – die Parteijugendorganisationen aller politischen Lager prägen die Schlagzeilen der letzten Monate. Die neuen Köpfe wirken dabei radikaler denn je. Was treibt die junge Generation in die Parteien? Was unterscheidet sie von den Politikergenerationen zuvor? Und welche politischen Impulse sind von ihr zu erwarten? Norbert Lang diskutiert mit Prof. Dr. Sabine Achour – Politikwissenschaftlerin; Prof. em. Dr. Ulrich von Alemann – Politikwissenschaftler; Ulrich Schneekloth – Sozialwissenschaftler
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Rechtspopulismus – Ein Risiko für die Weltwirtschaft?
Rechtspopulistische Parteien und Politiker gewinnen weltweit an Einfluss – von Europa über die USA bis nach Lateinamerika. Trotz nationaler Unterschiede ähneln sich ihre wirtschaftspolitischen Ideen auffallend: Sie setzen auf mehr Protektionismus und weniger internationale Kooperation. Welche Folgen hat das für globale Lieferketten, freien Handel, Wachstum, Fachkräftesicherung und Klimaschutz? Und wie hängen individuelle Wahlentscheidungen und die wirtschaftliche Situation eines Landes zusammen? Geli Hensolt diskutiert mit Dr. Knut Bergmann – Leiter Kommunikation und Hauptstadtbüro, Institut der deutschen Wirtschaft (IW); Alexander Hagelüken – Wirtschaftsredakteur Süddeutsche Zeitung und Buchautor, u.a. „Ökonomie des Hasses“; Professor Stefan Kooths – Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum, Kiel Institut für Weltwirtschaft
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KI im Klassenzimmer – Rettet Künstliche Intelligenz das Schulsystem?
Drei von vier Schülerinnen und Schülern in Deutschland nutzen jetzt schon Künstliche Intelligenz zum Lernen – mal mit, mal ohne Zutun der Lehrkräfte. Die fühlen sich häufig noch überfordert vom Umgang mit KI, Eltern fragen sich, welchen Einfluss KI auf die Hirne ihrer Kinder hat und was mit den Daten passiert. Viele Forschende sind sich einig: Ohne KI wird Deutschland Standards à la Pisa und Co nicht mehr erreichen können. Was kann KI in der Schule wirklich leisten, wo behindert sie eher? Welche Aufgaben werden Lehrkräfte haben? Und wie wird die Schule der Zukunft funktionieren? Eva Röder diskutiert mit Prof. Dr. Ulrike Cress –Direktorin Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen; Stefan Jakobs – Co-Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz; Prof. Dr. Tobias Keber – Landesdatenschutzbeauftragter Baden-Württemberg
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Tage der Gewalt - Wohin steuert der Iran?
Es scheint, als würden die schlimmsten Befürchtungen wahr: Mindestens 2.500 Menschen, so schätzen NGOs, sollen bei den Massenprotesten im Iran getötet worden sein, mehr als achtzehntausend verhaftet. Die Führung der selbsternannten Islamischen Republik schlägt mit brutaler Härte gegen die eigene Bevölkerung zurück. „Hilfe ist unterwegs“, verspricht Donald Trump den Demonstrierenden – und während die Welt rätselt, was er damit meint, sieht Bundeskanzler Friedrich Merz das iranische Regime bereits am Ende. Ist das so? Sind die Tage der Mullah-Diktatur gezählt? Vor welcher Zukunft steht der Iran? Eva Röder diskutiert mit Ali Sadrzadeh – Journalist und Autor; Gilda Sahebi – Journalistin und Autorin; Karin Senz – ehemalige ARD-Hörfunkkorrespondentin im Iran
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Angriff von Google und ChatGPT – Was wird aus der Wikipedia?
Seit 25 Jahren stellt Wikipedia Wissen für alle bereit - kostenlos und unabhängig. Wer im Netz nach Informationen sucht, kommt an der Online-Enzyklopädie nicht vorbei. Bis heute ist sie unter den Top Ten der meistgeklickten websites weltweit. Aber ausgerechnet im Jubiläumsjahr gehen die Nutzerzahlen zurück. KI-gestützte Chatbots liefern Informationen schneller und bequemer. Warum noch seitenlange Artikel lesen, wenn das Google für mich macht oder ChatGPT? Künstliche Intelligenz wird für die Wikipedia zur bislang größten Herausforderung. Ist sie Fluch oder Segen? Was wird aus der Wikipedia? Gregor Papsch diskutiert mit Prof. Dr. Leonhard Dobusch – Wirtschaftswissenschaftler, Universität Innsbruck; Franziska Heine – Vorständin des gemeinnützigen Vereins Wikimedia Deutschland; Anna Biselli – netzpolitik.org
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Miss Marple, Poirot und Co – Warum wir Agatha Christie lieben
Sie hat diese wunderbaren und schrulligen Figuren erfunden, die längst zum literarischen Welterbe gehören: Miss Marple und Hercule Poirot. Mehr als zwei Milliarden verkaufte Bücher, damit ist Agatha Christie die erfolgreichste Kriminalschriftstellerin der Literaturgeschichte. Vor 50 Jahren ist sie gestorben, deshalb geht es im SWR Forum um diese selbstbewusste Frau, die gern die Welt bereiste, und deren Bücher bis heute überall auf der Welt gelesen werden, obwohl sie ziemlich weit weg von unserer Gegenwart spielen, fast immer vor viktorianischer Landhauskulisse und in gelangweilten Adelskreisen. Wie also erklärt sich Agatha Christies Erfolg? Und wie schaffen es Poirot und Co, sich auf dem riesigen Krimi-Markt zu behaupten? Gregor Papsch diskutiert mit Dr. Paul Ingendaay –Literaturkritiker; Barbara Sichtermann – Publizistin; Dr. Hans von Trotha – Historiker und Gartenspezialist
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„Dry January“ – rauschlos glücklich?
Prosecco, Gin, Bier oder Wein – Alkohol gehört zur deutschen Trinkkultur und das seit Jahrtausenden. Mit Dry January hat sich auch in Deutschland ein Trend etabliert, der diesem Konsum einen Monat lang abschwören will. Der Gesundheit wegen, um Gewohnheiten zu durchbrechen und sich besser zu fühlen. Doch warum ist Alkohol seit Jahrtausenden tief in der menschlichen Kultur verankert? Ist Alkohol nicht vielmehr als nur eine Droge, die süchtig macht? Und birgt der Rausch nicht unvergleichliche Glücksmomente? Susanne Babila diskutiert mit Prof. Dr. Anil Batra – Leiter des Bereichs Suchtmedizin und Suchtforschung an der Universität Tübingen; Christine Koschmieder – Schriftstellerin; Denis Scheck – Literaturkritiker
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Hass und Hetze im Netz – Wo bleibt die Würde auf TikTok und Co?
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes. Doch die Würde des Menschen bleibt im digitalen Raum allzu oft auf der Strecke. Auf Instagram und TikTok wird das schöne, problemfreie Leben in Dauerschleife propagiert. Das Geschäftsmodell von X sind Krawalldebatten und gezielte Verletzungen der Menschenwürde. Algorithmen fördern Inhalte, die emotionalisieren und polarisieren. Wer von Hass und Hetze im Netz betroffen ist, hat oft nur geringe Aussichten, sich gegen Hate Speech zu wehren. Wo bleibt die Würde des Menschen auf Social Media? Kristine Harthauer diskutiert mit Prof. Dr. Jeanette Hofmann – Politikwissenschaftlerin an der FU Berlin; Prof. Dr. Daniel Hornuff – Kulturwissenschaftler an der Kunsthochschule der Universität Kassel; Prof. Dr. Karl-Nikolaus Peifer – Direktor des Instituts für Medienrecht und Kommunikationsrecht an der Universität zu Köln
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Erst Venezuela, dann Grönland? – Trumps neue Weltordnung
Der nächtliche US-Schlag in Venezuela war eine Demonstration der Stärke und zugleich eine Botschaft an die Welt. Nicht zum ersten Mal degradiert Amerika die Staatengemeinschaft und ihre Institutionen zu Statisten. War Venezuela nur der Anfang, folgt jetzt auch Grönland? Russland überfällt die Ukraine, China schielt auf Taiwan, Europa, die Nato und Deutschland müssen sich neu sortieren. Oder sie verlieren. Gelten Regeln oder gilt die Macht des Stärkeren? Aber wie sieht eine Welt aus, in der sich die Mächtigen nicht mäßigen? Noch in seiner Silvesteransprache sagte Kanzler Merz: "Wir sind kein Spielball von Großmächten." Vielleicht sind wir es doch? Gregor Papsch diskutiert mit Prof. Dr. Sabine Kurtenbach – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA-Institut), Hamburg; Prof. em. Dr. Herfried Münkler – Politikwissenschaftler, Berlin; Dr. Christoph von Marschall – Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion beim Tagesspiegel, Berlin
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Kämpfen, schießen, gehorchen – Braucht die Bundeswehr mehr Frauen?
Frauen in der Armee? Womöglich im Kampfeinsatz? Bis Anfang des Jahrhunderts war das in Deutschland kaum denkbar. Erst ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat es Frauen ermöglicht, alle militärischen Laufbahnen bei der Bundeswehr einzuschlagen. 25 Jahre ist es her, dass die ersten in die Kasernen einzogen. Bis heute sind Soldatinnen bei der Truppe die Ausnahme. Dabei bräuchte die Bundeswehr dringend mehr Personal. Wie steht es um die Gleichstellung in der deutschen Armee? Sollten Frauen zum Kämpfen verpflichtet werden dürfen? Und wieviel Weiblichkeit tut der Bundeswehr gut? Marion Theis diskutiert mit Hauptmann Maria Holz – Deutscher Bundeswehr Verband; Stefanie Lohaus – Stefanie Lohaus, Journalistin und Mitglied der Geschäftsführung der EAF Berlin; Dr. Gerhard Kümmel – Militärsoziologe
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Kanzler mit Kompass – Was lehrt uns Adenauer heute?
Der „Alte von Rhöndorf“ war ein Spitzname Konrad Adenauers, des ersten Kanzler der Bundesrepublik. Am 5. Januar 1876, vor 150 Jahren, wurde er in Köln geboren. Als er 74-jährig sein Amt antrat, hatte er schon eine beachtliche politische Karriere und einen Lebensweg hinter sich. Er kam aus dem Kaiserreich, erlebte die Weimarer Republik, wurde von den Nazis abgesetzt und nach dem Krieg für vierzehn Jahre Kanzler. Wie erzog er die Deutschen zur Freiheit? Wie wandelte sich sein Demokratieverständnis? Wie restaurativ war er? Wie schauen wir heute auf ihn? Wie modern war der „Alte“? Michael Köhler diskutiert mit Prof. em. Dr. Jost Dülffer – Historiker, Köln; Prof. Dr. Friedrich Kießling – Historiker Universität Bonn; Prof. Dr. Elke Seefried – Historikerin, RWTH Aachen
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Im Dunkel bleiben – Wie finster ist die Nacht?
Der Winter-Blues verdunkelt manchem die Seele. Die Nacht ist aber nicht lichtlos und der Himmel nicht schwarz. Kinder kennen die Angst vor Dunkelheit, Erwachsene fürchten finstere Träume. Was im Dunkeln bleibt, beunruhigt, wirft Fragen auf. Malerei, Dichtung und Musik feiern die Nacht als Erkenntnis- und Liebesraum. Sie sagen und singen, dass wir aus dem Dunklen kommen und im häufig Dunklen bleiben. Warum fürchten wir Finsternis, wie nutzen die Künste die Nacht, was lehrt das Dunkle über die Vergangenheit? Michael Köhler diskutiert mit Prof. Dr. Elisabeth Bronfen - Anglistin, Film-, Medienwissenschaftlerin, Universität Zürich, Prof. Dr. Ernst Peter Fischer - Wissenschaftshistoriker, Physiker, Sachbuchautor Heidelberg, Dr. Manfred Osten, Kulturhistoriker, Bonn
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Das Forum 2025 – Ein Jahr und seine Meinungen
Drei Gäste, ein Thema. Im Forum von SWR-Kultur versuchen wir im Gespräch das abzubilden, was die Gesellschaft bewegt. Das Jahr 2025 war kein leichtes Jahr. Die Debatten wurden teilweise hitzig geführt. Die Auswahl in diesem Jahresrückblick beansprucht keine Vollständigkeit. Was hat uns bewegt, was empört, was überrascht oder verstört wie wurde darüber gesprochen? Davon soll dieses Forum, moderiert von Thomas Ihm, einen Eindruck vermitteln.
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Kumpels, Cliquen, Herzensmenschen – Was macht Freundschaft aus?
„Besser ist es tot zu sein als ohne Freunde“, sagt ein schwedisches Sprichwort. Und bei einer Allensbach-Umfrage nannten vor zwei Jahren 85 Prozent der Teilnehmenden „gute Freunde“ als besonders wichtigen Wert im Leben - eine glückliche Partnerschaft nannten nur 75 Prozent. Wen zählen wir zu unseren Freunden? Die, die wir nachts um drei mit unseren Sorgen behelligen dürften? Oder auch die, die uns digitale Herzchen senden? Wie viele „wahre“ Freundinnen oder Freunde brauchen wir? Wo findet man sie? Und wie erhält man sie sich? Bernd Lechler diskutiert mit Dr. Wolfgang Krüger – Psychotherapeut; Dr. Ina Schmidt – Philosophin; Dr. Janosch Schobin – Soziologe
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Mühle, Mau-Mau, Minecraft – Warum spielen wir?
Spiele zu spielen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Spielen kann jeder und jede. Aber nicht nur Kinder haben Freude am Spiel. Gesellschaftsspiele und Games verkaufen sich so gut wie nie. Die Spielwaren-Branche macht auch in der Krise Gewinn: Rund 4,5 Milliarden Euro geben die Konsumenten in diesem Jahr für Spielzeug und Spiele aus – ein Plus von drei Prozent. Woher kommt der Drang zum Spielen? Und macht Spielen wirklich schlau, gesund und glücklich? Marion Theis diskutiert mit Prof. Dr. Jens Junge – Institut für Ludologie SRH University Berlin; Prof. Dr. Wiebke Waburg – Spiel- und Spielzeugforscherin Universität Koblenz; Nico Wagner – Jurymitglied “Spiel des Jahres“
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„Ich will alles“ – 100 Jahre Hildegard Knef
Sie war Schauspielerin, Chansontexterin und -sängerin, Schriftstellerin. Mal vergöttert, mal verhasst, nie vergessen – die Knef. Ella Fitzgerald nannte sie mal: „Die größte Sängerin ohne Stimme“. Kaum eine hat ihr Innerstes – ihre Höhen und Tiefen – so nach außen getragen und manchmal auch zur Kunst gemacht wie Hildegard Knef. Sei es in ihren Liedern und Büchern oder aber auch in Interviews und in ihrem Umgang mit der Presse. Was bleibt von Hildegard Knef mehr als 20 Jahre nach ihrem Tod? Eva Röder diskutiert mit Jan Feddersen – Taz; Ulrich Michael Heissig alias "Irmgard Knef" – Kabarettist; Luzia Schmid – Dokumentarfilmerin ("Ich will alles. Hildegard Knef")
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Bella Germania – Sind Italiens Gastarbeiter angekommen?
Vor 70 Jahren kamen die ersten italienischen „Gastarbeiter“ nach Deutschland. Und mit ihnen ein neues mediterranes Lebensgefühl. Schlager, Filme und vor allem Pasta und Vino schenkte den Nachkriegsdeutschen eine bislang unbekannte Leichtigkeit. Die Lebensrealität der Millionen Italienerinnen und Italiener, die für das deutsche Wirtschaftswunder schufteten, sah hingegen anders aus. Wie erinnern wir uns heute an diese Zeit? Wie sehr hat sich Deutschland seitdem verändert? Susanne Babila diskutiert mit Dr. Alessandro Bellardita – Strafrichter und Vorsitzender der deutsch-italienischen Gesellschaft in Karlsruhe; Bernardino di Croce – Buchautor und ehemaliger Gewerkschaftssekretär; Licia Linardi – Chefredakteurin der seit 1951 erscheinenden deutsch-italienischen Monatszeitung Corriere d’Italia
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Pest, Lust und Renaissance – Boccaccios Lebenskunst
Vor 650 Jahren starb in der Toskana Giovanni Boccaccio. Ein Dichter am Ende des italienischen Mittelalters, Rechtsanwalt und Sohn eines erfolgreichen Kaufmanns. Vor allem aber ein großer Gelehrter und Entertainer. Als die Pest wütete, schrieb er 100 Geschichten über die Liebe. Das Dekamerone ist schlau, deftig und bis heute sehr gut lesbar. Giovanni Boccaccio hat viel zur italienischen Kultur beigetragen – wie Dante und sein Zeitgenosse Petrarca. Zum Todestag erscheinen pünktlich zu Weihnachten eine Neuübersetzung und eine neue Biographie – man kann von Boccaccio auch lernen, wie das ist mit der Liebe heute. Alexander Wasner diskutiert mit Franziska Meier – Professorin für Romanistik und Komparatistik, Universität Göttingen; Ijoma Mangold – Feuilletonredakteur "DIE ZEIT" und einer der Teilnehmer am Podcast „Die sogenannte Gegenwart“; Barbara Vinken – Professorin für Romanistik an der LMU München
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Leben auf der Straße – Was hilft gegen Obdachlosigkeit?
Kein Dach über dem Kopf, Gewalterfahrungen und jede Menge gesundheitliche Probleme – die Situation obdachloser Menschen in Deutschland ist dramatisch. Und die Zahl der Betroffenen nimmt weiter zu. Das zeigt der Wohnungslosenbericht der Bundesregierung. Dabei hat die schwarz-rote Koalition angekündigt, Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 abschaffen zu wollen. Wie realistisch ist das Ziel? Und was muss passieren, damit die Menschen ohne eigenes zuhause runterkommen von der Straße? Doris Maull diskutiert mit Sabine Bösing – GF Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe; Sebastian Klöppel – Referent für Wohnungswesen beim Deutschen Städtetag; Jürgen Schneider – Vorsitzender Verein Armutsnetzwerk
Stichworte: Platte machen, Wohnungsmarkt, Housing First, Kommunen, Nationaler Aktionsplan Wohnungslosigkeit, sozialer Wohnungsbau, Gewalterfahrungen, Stigmatisierung, Wohnfähigkeit, Wohnungsmarkt -
Gegen Trump und Putin – Hat Europa einen Plan?
Und plötzlich sind wir allein: Dass Wladimir Putin Europa verachtet, war bekannt. Doch unter der Trump-Regierung wendet sich jetzt auch unser engster Verbündeter ab. In der neuen Nationale Sicherheitsstrategie der USA ist die Rede vom „Widerstand gegen Europas derzeitige Entwicklung“. Manche, wie der Sicherheitsexperte Carlo Masala sagen, Trump wolle die EU zerstören. Der Schock sitzt tief. Wird der alte Kontinent jetzt endgültig zum Spielball autoritärer Mächte? Wie soll, wie kann die EU auf die Kampfansage aus Washington reagieren? Und welchen Platz hat Europa künftig in der Welt? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Gerlinde Groitl – Politikwissenschaftlerin an der Universität Regensburg und Leiterin des Institut für Sicherheit und Strategie; Jörg Lau – außenpolitischer Korrespondent "DIE ZEIT"; Prof. Dr. Andreas Rödder – Historiker an der Universität Mainz und Leiter der Denkfabrik "R21"
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Private Klänge – Vom Wohl und Weh der Hausmusik
Ob Adventslieder, Sonaten oder Popsongs, ob im Wohnzimmer, im Keller-Proberaum oder auf dem Balkon, ob mit der Familie, mit Freunden oder allein – selbstgemachte Hausmusik ist oft persönlicher als Konzerte auf großen Bühnen. Sie ist beliebt – zumindest greifen aktuell wieder mehr Menschen zum Instrument – und findet doch meist wenig Beachtung. Dabei hat sie eine vielfältige Geschichte: als häusliche Andacht zu Bachs Zeiten, als Teil der Propaganda im NS-Regime, als Corona-Ablenkung im Homerecording-Zeitalter. Doch wie genau prägte sie unsere Musikkultur? Schafft Hausmusik wirklich mehr Zusammenhalt? Und kann sie in Zeiten von Social Media und KI noch bestehen? Norbert Lang diskutiert mit Prof. Dr. Wolfgang Matthias Fuhrmann – Musiksoziologe und Philosoph, Universität Leipzig; Prof. Dr. Rebecca Grotjahn – Musikwissenschaftlerin, Universität Paderborn; Hans Well, Musiker – Mitbegründer der Musikgruppen Biermösl Blosn und Wellbappn
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Mehr als eine gute Partie – 250 Jahre Jane Austen
Junge Frau aus gutem Hause trifft Mann aus gutem Hause, Andere aus besserem oder schlechterem Hause kommen dazwischen. Frau ringt mit sich und der Verwandtschaft zwischen Teatime, Picknick und Tanzball und am Ende wird geheiratet. So schlicht, so Jane Austen – könnte man meinen. Auch Charlotte Brontë fasst ihr Werk später zusammen: „Elegant, aber beschränkt.“ Vladimir Nabukov hingegen stellt Jane Austen in eine Reihe mit Kafka oder Proust. Und heute noch geht es auch Otto-Normal-Lesern nicht anders: Die einen stellen die Schriftstellerin in die Kitschecke, die anderen verehren sie fast kulthaft – auch gerade junge Menschen. Warum löst Jane Austen diese heftige Reaktionen aus? Und was hat sie uns heute noch zu sagen? Eva Röder diskutiert mit Elsemarie Maletzke – Journalistin und Autorin; Eva Pramschüfer – Journalistin, Autorin, Booktokerin; Denis Scheck –Literaturkritiker und Autor
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Wer regiert die Welt? – Die Eliten und ihre Netzwerke
Dass wir von geheimen Eliten beherrscht werden, gehört zu den unerschütterlichen Menschheitsmythen. Und tatsächlich gibt es sie, die Netzwerke der wirtschaftlichen und politischen Macht. Aber was entscheidet die Bilderberg-Konferenz tatsächlich, wie einflussreich ist die Tegernsee-Connection? Und was treibt Politiker und Manager in das Netzwerk des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein? Wer herrscht in diesen Netzwerken? Oder haben sich die Elite-Clubs längst als Betriebssystem unserer Gesellschaft verselbständigt? Claus Heinrich diskutiert mit Julia Friedrichs –Journalistin und Autorin; Prof. em. Dr. Michael Hartmann – Soziologe und Elite-Forscher; Matthias Kalle – taz-Journalist und Autor
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Brandmauer ohne Fundament – Schafft die AfD den Durchbruch?
Jeder vierte Wähler will der „Alternative für Deutschland“ die Stimme geben. Dem Projekt Brandmauer fehlt der Erfolg. Zuletzt wollte der Verband der Familienunternehmer das Gespräch zur AfD öffnen. Die Kritik innerhalb wie außerhalb der Lobbyorganisation war massiv, der Verband ruderte zurück. Es bleibt die Frage: Wie viel Gespräch mit der AfD ist möglich, wie viel ist nötig? Wer darf, wer kann, wer muss mit der AfD diskutieren? Oder ist jede Kommunikation mit der rechten Partei ein Wort zuviel? Thomas Ihm diskutiert mit Beatrice Achterberg – NZZ, Redakteurin; Dr. Knut Bergmann – IW Köln, Wirtschaftsforscher; Prof. Michael Koß –Universität Lüneburg, Politikwissenschaftler
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Die blockierte Republik – Kann Deutschland sich neu erfinden?
Die Wirtschaft im Niedergang, die Demokratie am Abgrund, die Bevölkerung alt und satt – so manche Beschreibung der aktuellen Lage der Nation liest sich wie ein Abgesang auf ein Land, das den Anschluss verpasst hat. Die Politik reagiert mit Beschwörungsformeln („Herbst der Reformen“), will Handlungsfähigkeit demonstrieren – wie ein echtes Rezept gegen die „tiefste Krise seit Gründung der Bundesrepublik“ (so BDI-Chef Markus Leibinger) wirkt das nicht. Deutschland, schreibt der Historiker Frank Trentmann, sei eine blockierte Republik. Was hält uns zurück? Wie ist dem stolzen Exportweltmeister von einst die Zukunft abhandengekommen? Kann Deutschland sich neu erfinden? Michael Risel diskutiert mit Dr. Daniel Stelter – Ökonom und Autor; Prof. Dr. Frank Trentmann – Historiker, University of London; Dr. Ursula Weidenfeld – freie Wirtschaftsjournalistin
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Warten auf den Börsen-Crash? – Was Anleger jetzt tun können
Eigentlich läuft es gut für Anlegerinnen und Anleger – an den Börsen zeigt alles nach oben. Trotzdem aber nehmen die Warnungen vor einem kommenden Kursrutsch am Aktienmarkt zu. Die KI-Blase schwebt als Schreckgespenst auch über Klein-Anlegerinnen und -Anlegern. Was bedeutet die aktuelle Entwicklung für sie? Wie können oder müssen sie ihre Anlagestrategie verändern? Geli Hensolt diskutiert mit Christiane von Hardenberg – Kolumnistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Autorin und Gründerin der Wealth Academy; Prof. Dr. Christine Laudenbach – lehrt Household Finance, Leibniz Institute for Financial Research SAFE; Saidi Sulilatu –Chefredakteur Finanztip
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Rente gerettet, Koalition beschädigt – wie geht es weiter?
Der Bundestag hat über das Rentenpaket entschieden. Die Gruppe der jungen Kritiker in der Union konnte sich erwartungsgemäß nicht durchsetzen. Fast zu einer Fußnote der Debatte wurden dabei die anderen Themen auf der Tagesordnung, etwa die Wiederauflage der Wehrpflicht. Thomas Ihm spricht mit
Christine Dankbar Politikchefin der Frankfurter Rundschau
Prof. Dr. Claudia Ritzi Politikwissenschaftlerin, Uni Trier
Christoph Schwennicke Journalist, Chefredaktion t-online -
Kampf um die Freiheit – Hannah Arendts Erbe in Zeiten der Krise
In Zeiten von Fake News, Rechtsruck und Vielfachkrisen erlebt die politische Denkerin Hannah Arendt eine beispiellose Popularität. Ihre pointierten Analysen der bedrohten demokratischen Gesellschaft finden in den sozialen Medien reißenden Absatz und inspirieren auch Politiker. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat ihr jüngst gar ein ganzes Buch gewidmet: „Der Sinn von Politik ist Freiheit – Warum Hannah Arendt uns Zuversicht in schwieriger Zeit gibt“.
Doch was genau verbirgt sich hinter Arendts zentralen Begriffen von Freiheit und politischem Handeln? Und wieso ist sie, rund 50 Jahre nach ihrem Tod am 4. Dezember 1975, aktueller denn je? Wie lässt sich der anhaltende Hype um ihre Person und Philosophie erklären? Eva Röder diskutiert mit Dr. Monika Boll –Philosophin, Publizistin, Kuratorin; Prof. Dr. Thomas Meyer – Philosoph an der Ludwig-Maximilians-Universität München; Dr. Maike Weißpflug – Autorin und Journalistin