-
Wassermangel – Wie Dürren das Land verändern
Staubige Äcker, niedrige Flusspegel – dieses Frühjahr ist eines der Trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Wetterdienste prognostizieren eine starke Tendenz zu hoher Hitze im Sommer. Die EU ruft jetzt zum Wassersparen auf und arbeitet an neuen Wasserstrategien. Doch wenn Ressourcen knapper werden, ist der Streit vorprogrammiert: Ist der Pool im Garten noch ok? Wie viel können, wie viel müssen Landwirtschaft und Industrie einsparen? Was können wir von Regionen lernen, in denen das Wasser seit jeher knapp ist? Norbert Lang diskutiert mit Prof. Dr. Petra Döll – Hydrologin, Universität Frankfurt; Daniel Etter – Fotojournalist und Autor; Prof. Dr. Rüdiger Glaser – Geograph, Universität Freiburg
-
Betrachtung eines Politischen – Wer war Thomas Mann?
Am 6. Juni jährt sich Thomas Manns Geburtstag zum 150. Mal. Der Literaturnobelpreisträger ist Verfasser der „Buddenbrooks“, des „Zauberberg“ sowie vieler Erzählungen. Soweit bekannt. Kennen wir aber auch den engagierten Demokraten und Zionisten, den kalifornischen Exilanten und Freund amerikanischer Massenkultur, den Identitätssucher? War Thomas Mann nicht nur Repräsentant deutscher Hochkultur, sondern mahnte passioniert die Deutschen in abgründiger Zeit? Wer ist der andere Thomas Mann, was sagt er uns, was sollten wir lesen? Michael Köhler diskutiert mit PD Dr. Rolf Füllmann – Literaturwissenschaftler Köln; Prof. Dr. Julia Schöll – Literaturwissenschaftlerin, TU Braunschweig; Prof. Dr. Kai Sina – Literaturwissenschaftler, Uni Münster
-
Gespalten und blockiert? – Präsidentschaftswahl in Polen
Gut 30 Prozent der Stimmen hat der Kandidat der regierenden Bürgerplattform, Rafał Trzaskowski, im ersten Wahlgang erhalten. Dicht gefolgt von Karol Nawrocki, der von der nationalkonservativen PiS-Partei nominiert wurde. Zusammen haben die rechten Kandidaten rund die Hälfte der Stimmen bekommen. Wählen die Polen also am kommenden Sonntag in der Stichwahl Stagnation statt Aufbruch? Was bedeutet der Wahlausgang für Europa? Polen ist der größte Frontstaat an der Grenze zum imperialistischen Russland und mittlerweile politisch und wirtschaftlich führend in der EU. Claus Heinrich diskutiert mit Martin Adam – ARD-Hörfunkkorrespondent, Studio Warschau; Piotr Buras – European Council on Foreign Relations, Büroleiter Warschau; Joanna Maria Stolarek – Direktorin Heinrich-Böll-Stiftung, Warschau
-
Marge oder Moral? – Wie die Wirtschaft auf Trumps Anti-Woke-Kurs reagiert
Frauen stärken, Diversität fördern, sich für Gleichberechtigung einsetzen: Das galt in vielen Unternehmen lange als unverzichtbar. Fürs Image, aber auch für den wirtschaftlichen Erfolg. Jetzt aber wettert der amerikanische Präsident gegen angeblich woke Unternehmen – und immer mehr Konzerne schwenken um. Auch deutsche. SAP streicht die Frauenquote und kürzt Diversitätsprogramme. Weltweit. VW oder T-Mobile reagieren ähnlich, allerdings nur in den USA. Ist die Entscheidung ökonomisch sinnvoll? Oder sollten Unternehmen lieber auf US-Geschäft verzichten? Und was bringen Quoten oder Förderprogramme wirklich? Geli Hensolt diskutiert mit
Dr. Julia Gruhlich, Universität Göttingen – Sozialwissenschaftliche Fakultät, Geschlechterforschung; Dr. Beate von Miquel – Vorsitzende Deutscher Frauenrat; Thomas Sattelberger – ehemaliger Telekom-Vorstand und Parlamentarischer Staatssekretär a.D. -
Von Thanx bis Gott sei Dank – Wie wertvoll ist Dankbarkeit?
Danke sagen, das lernen schon Kleinkinder. Danke zu sagen ist ein Gebot der Höflichkeit, oft eine Floskel, manchmal eine Haltung. Und wer dankbar ist, lebt angeblich zufriedener. Sich dankbar zeigen zu müssen, kann aber auch eine Zumutung sein. Taugt Dankbarkeit als Kitt der Gesellschaft? Und müssen Kinder ihren Eltern dankbar sein? Marion Theis diskutiert mit Prof. Dr. Jürgen Dinkel – Historiker; Dr. Ina Schmidt – Philosophin; Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry –Neurowissenschaftlerin, Lernforscherin
-
Streit um die Alterssicherung – Was wird aus der Rente?
Schluss mit Sonderregeln für Staatsdiener: Wenn es nach der neuen sozialdemokratischen Bundesarbeitsministerin Bärbel Baas geht, sollen in Zukunft auch Lehrer, Polizisten und Richter in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. CDU und auch die betroffenen Berufsgruppen protestieren lautstark, in der mittelständischen Wirtschaft ist sogar von „populistischem Unfug“ die Rede. Welche Perspektive hat der neue Vorstoß zur Rente? Hilft er, das marode Rentensystem zu sanieren? Doris Maull diskutiert mit Holger Balodis – Rentenexperte, Journalist und Autor; Dr. Ruth Maria Schüler – Rentenexpertin beim Institut der deutschen Wirtschaft, IW; Heiko Teggatz – stellvertr. Vorsitzender Deutscher Beamtenbund und Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft
-
Sendezeit für Populisten – Wie sollen Medien mit der AfD umgehen?
Sie sitzen in Talkshows, geben Interviews und sind mit ihren Statements in den Nachrichten präsent: Politiker der AfD kriegen in den Medien reichlich Sendezeit. Das sorgt schon seit längerem für Unmut, erst recht aber, seit der Verfassungsschutz die Partei als „gesichert rechtsextrem“ einstuft. „Keine Bühne für Verfassungsfeinde im öffentlich-rechtlichen Rundfunk" fordert etwa eine Petition mit zehntausenden Unterschriften. Aber kann man die größte Oppositionspartei im Deutschen Bundestag ignorieren? Braucht es neben der politischen auch eine mediale Brandmauer? Wieviel öffentliche Radikalität muss eine pluralistische Gesellschaft aushalten? Michael Risel diskutiert mit Ben Krischke – Leiter Digitales beim Magazin „Cicero“; Prof. Dr. Bernhard Pörksen – Medienwissenschaftler, Universität Tübingen; Dr. Cord Schmelzle – Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Universität Frankfurt
-
Gesundheitssystem mit Defizit – Was ist noch bezahlbar?
Die Krankenkassenbeiträge in Deutschland steigen, doch das Geld reicht trotzdem nicht. Kranke auf dem Land sind unterversorgt, Termine beim Facharzt kaum zu kriegen, in Krankenhäusern wird Fließbandarbeit geleistet. Jeder Fünfte wünscht sich inzwischen, dass das Gesundheitssystem grundlegend erneuert wird. Wie kritisch ist die Lage? Und was können wir uns im Bereich Gesundheit und Medizin noch leisten? Marion Theis diskutiert mit Dr. Gerald Gaß – Deutsche Krankenhausgesellschaft; Prof. Dr. Cornelia Henschke – Gesundheitsökonomin; Dr. Volker Thielmann – Hausärzteverband Rheinland-Pfalz
-
Plötzlich Funkstille – Warum Kinder ihre Eltern verlassen
In den sozialen Medien und auch sonst berichten immer mehr junge Menschen über einen völligen Kontaktabbruch zu ihren Eltern. Die Motivation ist oft unklar. Während junge Erwachsene ihre Entscheidung häufig als Befreiung bezeichnen, versuchen Eltern, ihr Leid in Selbsthilfegruppen zu verarbeiten. Was geschieht da zwischen den Generationen? Doris Maull diskutiert mit Dr. Rüdiger Maas – Generationenforscher; Dr. phil Christiane Jendrich – systemische Psychotherapeutin und Autorin; Dr. Albert Wunsch – Erziehungswissenschaftler, Diplom Pädagoge und Autor
-
Pendeldiplomatie in die Türkei – Wie geht es weiter im Krieg gegen die Ukraine?
Ankara – Antalya – Istanbul. In der Türkei verläuft in diesen Tagen die diplomatische Front des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Russlands Präsident Wladimir Putin hat direkte Gespräche in der Türkei vorgeschlagen bleibt aber in Moskau und schickt stattdessen eine Delegation aus Präsidentenberater und Vizeministern. Diese wird von ukrainischer Seite als reine Provokation aufgefasst. Denn aus Kyjiw reiste Präsident Selenskyj an samt Ministerriege dem Chef des Sicherheitsdienstes, sowie dem einflussreichen Leiter des Präsidentenbüros. Heute laufen in Istanbul dennoch direkte Gespräche unter türkischer Regie. Es sind die ersten seit Frühjahr 2022 kurz nach Beginn der völkerrechtswidrigen Großinvasion. Was bringen die Gespräche in der Türkei? Wie geht es weiter im Krieg gegen die Ukraine? Was bedeutet das für die globale Sicherheitsarchitektur? Andrea Beer diskutiert mit Prof. Dr. Gerlinde Groitl – Politologin an der Uni Regensburg; Wolfgang Richter – Associate Fellow am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik und Oberst a.D.; Alexey Yusupov – Leiter des Russlandbüros der SPD nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin
-
Staatsdienst statt Wirtschaft – Sind Manager die besseren Politiker?
Mehrere Minister der neuen schwarz-roten Regierung haben von der Wirtschaft in die Politik gewechselt. Statt eines Unternehmens werden Katharina Reiche, Karsten Wildberger, Wolfram Weimer oder Verena Hubertz jetzt jeweils ein Ministerium leiten. Kann das gutgehen? Sind Manager*innen ein „Glücksgriff“ für die neue Regierung, weil sie frischen Wind bringen und die geforderte „Wirtschaftswende“ mit Experten aus der Praxis leichter gelingen kann? Oder drohen Interessenskonflikte, wie der Verein Lobbbycontrol fürchtet? Und wie kommt ein politischer Neuling wie der Ex-Ceconomy-Chef Wildberger im politischen Alltag zurecht? Geli Hensolt diskutiert mit Dirk Baecker – Seniorprofessur für Organisations- und Gesellschaftstheorie, Zeppelin Universität; Anja Krüger – Parlamentskorrespondentin für Wirtschaft und Umwelt, taz; Julia Löhr – Wirtschaftskorrespondentin, FAZ
-
Richtungswahl in Rumänien – Wird ein Ultrarechter Staatsoberhaupt?
Diese Wahl hält Europa seit Monaten in Atem: Erst erlangte der rechtsextreme Călin Georgescu einen Erdrutschsieg, dann wurde die Präsidentschaftswahl aufgrund russischer Einflussnahme annulliert. Jetzt entschied der ultrarechte Kandidat George Simion die erste Runde der Wiederholungswahl mit großem Abstand für sich. Sollte er auch die Stichwahl am Sonntag gewinnen, wird Rumänien bald von einem Ex-Hooligan, EU-Kritiker und Trump-Fan geführt. Rumänien hat die sechstgrößte Bevölkerung der EU, ist ein wichtiger NATO-Partner – welche Folgen hätte das für Europa? Was sind die Gründe für diesen Rechtsruck? Und welche Chancen hat Simions Widersacher, der liberale Reformer Nicuşor Dan? Norbert Lang diskutiert mit Anna-Lena Koschig Hölzl – Leiterin des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bukarest; Dr. Florian Kührer-Wielach – Zeit- und Osteuropahistoriker, Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München; Robert Schwartz – Journalist und Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e.V.
-
Der Bundestag nimmt seine Arbeit auf – Wem dient das Parlament?
Die Abgeordneten sollen die Regierung kontrollieren und ihr gleichzeitig eine Mehrheit verschaffen. Sie dienen dem ganzen Volk und ihrer Partei, folgen ihrem Gewissen und der Fraktionsdisziplin. Anspruch und Wirklichkeit treffen in der Parlamentsarbeit hart aufeinander. Bei der Kanzlerwahl fehlten Merz im ersten Wahlgang entscheidende Stimmen. Dann waren sie wieder da. Das neue Parlament ist etwas kleiner und etwas weniger weiblich. Die AfD ist die stärkste Oppositionspartei. Und schließlich bleiben einige Abgeordnete draußen vor der Tür, obwohl sie ihren Wahlkreis gewonnen haben. Wie gut ist dieses Parlament, was will und was kann es leisten? Thomas Ihm diskutiert mit Dr. Alexander Grau – Publizist und Journalist; Nadine Lindner – Korrespondentin Deutschlandradio; Prof. Dr. Michael Koß – Politikwissenschaftler
-
Leo aus den USA – Was bringt der neue Papst?
Nach nur zwei Tagen hat das Konklave in der sixtinischen Kapelle entschieden. Kardinal Robert Francis Prevost ist nun Papst Leo, der XIV. Zum ersten Mal kommt der neue Papst aus den USA. Wer ist der 69.-jährige Augustiner? In welche Zukunft führt er die katholische Kirche? Silke Arning diskutiert mit Dirk Bingener – Priester und Präsident von "missio-Aachen"; Hans Michael Ehl – SWR Redaktion Religion, Migration und Gesellschaft; Prof. em., Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel – Katholischer Theologe
-
Hinter den Fassaden – NS-Zeit und Kriegsende in Freiburg
Freiburg in der NS-Zeit – das war keineswegs die Idylle und heile Welt, an die sich nach dem Krieg viele rückblickend erinnern wollten. Im Gegenteil setzte die Stadt die nationalsozialistische Agenda schon früh konsequent um und präsentierte sich als Vorzeigestadt des neuen Regimes. 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blickt das neue Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg hinter die Fassaden der Schwarzwaldstadt: Wie verstrickt waren Bürgerschaft und Institutionen in die NS-Verbrechen? Wie erlebte die Bevölkerung in der Region das Kriegsende? Was widerfuhr Tätern wie Opfern nach 1945? Und welche Lehren hält angesichts eines erstarkenden Rechtspopulismus und einer wachsenden gesellschaftlichen Polarisierung die Geschichte bereit? Gregor Papsch diskutiert mit Dr. Heinrich Schwendemann – Historiker; Julia Wolrab – Wissenschaftliche Leiterin des Freiburger Dokumentationszentrums Nationalsozialismus; Prof. Dr. Michael Wehner – Leiter der Außenstelle Freiburg der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
-
Visionslose Geistesarbeiter – Wer vermisst die Intellektuellen?
Sie klagen, sind chronisch unzufrieden und für das gute Gewissen zuständig, haben aber selten Sachkenntnis, etwa bei Klimaschutz oder Gaza-Krieg. Ihre Expertise ist moralischer Natur. Die öffentlichen Intellektuellen kritisieren, was ist, und sagen, was sein soll: eine bessere Welt. Meist sind es Schriftsteller. Doch sie sind nicht frei davon, sich zu blamieren, wenn sie öffentlich sprechen, von Peter Handke, über Günter Grass bis Martin Walser. Hat sich die klagende Klasse überlebt, ist sie historisch? Wann war ihre große Stunde? Ist es heute nur noch „peinlich, Visionen zu haben“ (Nora Bossong)? Michael Köhler diskutiert mit Nora Bossong – Schriftstellerin, Berlin; PD Dr. Felix Heidenreich – Philosoph und Politikwissenschaftler, Universität Stuttgart; Prof. Dr. Stephan Lessenich – Soziologe, Direktor am Institut für Sozialforschung, Frankfurt/Main
(Sendung vom 07.01.2025) -
Im zweiten Anlauf ins Amt - Friedrich Merz wird deutscher Bundeskanzler
Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben: der Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers fällt im ersten Wahlgang durch und wird erst beim zweiten Anlauf von der absoluten Mehrheit der Mitglieder des Deutschen Bundestages gewählt. Friedrich Merz kommt also angeschlagen ins Amt, weil er sich der Koalitionsmehrheit von Union und SPD nicht sicher sein kann. War das nur ein Denkzettel oder ist Merz von Tag eins an eine „lame duck“? Wie stabil kann Schwarz-Rot regieren? Und was wird, wenn die Koalition scheitert?
-
Gesichert rechtsextremistisch – Kommt jetzt das AfD-Verbot?
Mehr als drei Jahre hat die Prüfung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz gedauert, jetzt steht das Ergebnis fest: Die Alternative für Deutschland ist eine "gesichert rechtsextremistische Bestrebung". Während die AfD die Einstufung als „politisch motiviert“ kritisiert, werden nicht nur in der Union die Stimmen lauter, die ein Verbot der rechtsextremistischen Partei fordern. Und so steht Deutschland kurz vor dem Regierungswechsel vor der Frage: Wie weiter mit der AfD? Michael Risel diskutiert mit Fatina Keilani – Juristin und Journalistin, Neue Zürcher Zeitung; Prof. Dr. Wolfgang Merkel – Politikwissenschaftler, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung; Prof. Dr. Heribert Prantl – Jurist, Autor und Kolumnist für die Süddeutsche Zeitung
-
Exoten, Störenfriede, Querulanten – Was macht Außenseiter so besonders?
Ob Sokrates oder Kurt Cobain, Greta Thunberg oder Jair Bolsonaro – Außenseiter stechen aus der Masse hervor und spalten nicht selten die Gemüter: Mal gelten sie als hellsichtige Visionäre oder kreative Genies, mal als Gefahr für die Jugend oder die Demokratie. Nicht selten halten sie dabei der Gesellschaft den Spiegel vor und befördern Ungeahntes ans Tageslicht. Woran liegt das? Wie prägen sie unsere Debatten? Wann bringen sie Gesellschaften voran, wann werden sie zur Gefahr? Norbert Lang diskutiert mit Prof. Dr. Ralf Konersmann – Philosoph; Prof. Dr. Philipp Staab – Soziologe; Prof. Dr. Annelie Ramsbrock – Historikerin
-
Chaos mit Plan? – 100 Tage Trump
Die zweite Amtszeit von Präsident Donald J. Trump begann wie im Rausch: Mit Hunderten Dekreten schob er brutal Migranten ab, entzog woken Universitäten die staatliche Unterstützung, löste Bundesbehörden nach Belieben auf und ließ die Weltwirtschaft durch Strafzölle ins Trudeln geraten. Den ukrainischen Präsidenten demütigte er auf offener Bühne und damit die ganze westliche Welt. Klar ist: Donald Trump ist besser vorbereitet in seine zweite Amtszeit gegangen. Aber was will er? Claus Heinrich diskutiert mit Ralf Borchard – ARD-Studio Washington; Kerstin Kohlenberg – Redakteurin DIE ZEIT; Prof. Dr. Michael Werz – Politikwissenschaftler, Georgetown University, Washington D.C.
-
Israel, Gaza, Iran – Wie geht es weiter im Nahen Osten?
Eineinhalb Jahre nach dem Überfall der Hamas auf Israel sind immer noch 59 der 250 entführten Geiseln in der Gewalt der Terroristen. Vermutlich lebt aber nur noch die Hälfte. Um sie frei zubekommen wünschen sich viele Israelis ein Ende der Kämpfe im Gazastreifen. Katar und Ägypten versuchen zu vermitteln. Doch Ministerpräsident Netanjahu bleibt hart, darin unterstützt von US-Präsident Trump. Dieser verhandelt wiederum mit Israels gefährlichstem Gegner, dem Iran, über ein neues Atomabkommen. Wer verfolgt welche Ziele im Nahen Osten? Thomas Ihm diskutiert mit Peter Lintl – Nahostexperte, Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin; Bettina Meier – ARD-Korrespondentin für Israel und Palästina; Bente Scheller –Nahostexpertin bei der Heinrich Böll Stiftung
-
Abstellgleis oder Endspurt – Wieviel Macht haben Senioren?
Deutschland altert. Knapp ein Drittel der Bevölkerung ist über 60, jede zweite Person älter als 45, Tendenz steigend. Damit gewinnen die Senioren an Einfluss. Andererseits fühlen sich viele Ältere unsichtbar, die Zahl der Beschwerden über Altersdiskriminierung nimmt zu, z.B. bei der Arbeit, im Gesundheitsbereich, der Digitalisierung. Wie groß ist das Problem? Und wieviel Gewicht haben ältere Menschen wirklich? Marion Theis diskutiert mit Dr. Frank Berner – Deutsches Zentrum für Altersfragen; Jens-Peter Kruse – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO; Elke Schilling – Silbernetz e.V.
-
Der Papst ist tot – Welche Botschaft hinterlässt Franziskus?
Noch am Sonntag hatte er sich auf der Loggia des Petersdoms gezeigt. In den Morgenstunden des Ostermontags starb der Papst im Alter von 88 Jahren. Er war der erste, der sich Franziskus nannte und damit große Erwartungen auf sich nahm. Er war auch der erste Papst, der dem Orden der Jesuiten angehörte. Jorge Mario Bergoglio, so sein bürgerlicher Name, kam aus Argentinien. Auch das war neu, weil das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche jahrhundertelang von Kirchenmännern aus Europa besetzt wurde. Sein Tod zu Ostern, dem höchsten Fest der Christenheit, verbindet die Auferstehung Christi mit dem Ende seines Wirkens. Silke Arning diskutiert mit Matthias Dobrinski – Chefredakteur Publik-Forum; Prof. Johanna Rahner – Theologin, Universität Tübingen; Prof. Thomas Schüller –Theologe, Universität Münster
-
Deutschland wieder auf der Spur? – Was das Ausland nun von uns erwartet
Back on Track – zurück auf der Spur sieht Friedrich Merz das Land, das er bald als Bundeskanzler regieren will. Nicht nur unsere unmittelbaren Nachbarn warten auf die deutsche Unterstützung gegen die wilde Zollpolitik von Trump und die Aggressionen von Putin. Welchen Ton wird Deutschland auf dem internationalen Parkett einschlagen? Erwarten oder fürchten die Nachbarn mehr deutsche Führung? Claus Heinrich diskutiert mit Ph.D. Andrew Denison – Transatlantic Networks, Königswinter; Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix – Zeithistorikerin und Politikwissenschaftlerin an der Sorbonne, Paris; Joanna Maria Stolarek – Direktorin des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Warschau
-
Der Wert des Immergleichen – Wie wichtig sind Rituale?
Bald verstecken wir wieder bunte Eier, im Advent haben wir Kerzen angezündet und dazwischen einen Wahlkampf als demokratisches Ritual erlebt. Wir pusten Geburts-tagskerzen aus, und Cristiano Ronaldo betritt das Spielfeld stets mit rechts: Rituale strukturieren und stabilisieren unseren Alltag - auch und gerade in einer zunehmend säkularisierten Welt. Welche sind neu, welche überholt, welche dienen Propaganda und Manipulation? Und wie können sie in unübersichtlichen Zeiten eine Hilfe sein? Bernd Lechler diskutiert mit Prof. Dr. Dieter Frey, Psychologe – Ludwig-Maximilians-Universität München; Prof. Dr. Guido Sprenger – Ethnologe, Universität Heidelberg; Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger – Historikerin, Wissenschaftskolleg zu Berlin
-
Und wieder ein Judas – Wird die Rede vom „Verrat“ salonfähig?
Beim Wort Verrat denken wir an den wohl berühmtesten aller so genannten Verräter, Judas Iskariot, an Mata Hari, die vernichtenden Urteile der Nazizeit oder Spione im Kalten Krieg. Jetzt führt nicht nur Elon Musk das Wort locker im Mund. Auch Bundesverkehrsminister Wissing musste sich als Verräter bezeichnen lassen, als er nicht mit der FDP gestimmt und die Partei verlassen hat. Wird da ein Begriff wieder en vogue, der doch eigentlich nach vergangenen Zeiten klingt? Welche Strategien verfolgen Politikerinnen und Politiker damit, wenn sie jemanden als Verräterin oder Verräter brandmarken? Eva Röder diskutiert mit Prof. Dr. Eva Horn – Literaturwissenschaftlerin an der Universität Wien; Prof. Dr. André Krischer – Historiker an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Prof. em. Dr. Thomas Macho –Kulturwissenschaftler
-
Flucht vor Trump – Wie bedroht ist die Wissenschaft in den USA?
Prominente Wissenschaftler wie der Historiker Timothy Snyder haben es schon getan, andere denken darüber nach: Die Flucht aus den USA, aus einem Wissenschaftssystem, das durch die Regierung von Donald Trump enorm unter Druck gerät. Im Kampf gegen angebliche woke Ideologie wird Universitäten mit dem Verlust von staatlichen Fördergeldern gedroht, werden Forschungsprojekte zum Klimawandel und Impfstoffen auf Eis gelegt. Die Freiheit der Wissenschaft, so scheint es, wird ersetzt durch ein Klima der Angst. Welche Folgen hat Trumps‘ Kulturkampf für die bislang führende Wissenschaftsnation der Welt? Droht den USA jetzt der „brain drain“ und kann Europa davon profitieren? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Adrian Daub – Literaturwissenschaftler, Stanford University; Prof. Dr. Angela Ittel – Präsidentin der TU Braunschweig und Vizepräsidentin der Hochschulrektorenkonferenz; René Pfister – USA-Korrespondent „Der Spiegel“, Washington D.C.
-
Nabelschau der Nationen – Was erzählt die Expo über die Welt?
Weltausstellungen waren einmal die Schaufenster des Fortschritts, der technischen Leistungsfähigkeit, der Potenz ihrer Gastgeberländer und nicht zuletzt des Kapitalismus. Was ist davon noch übrig, wenn am 13. April die Expo 2025 in Osaka die Tore öffnet? Wie viel verbindende Kraft haben Weltausstellungen in der heutigen Zeit? Haben Expos noch eine Zukunft? Norbert Lang diskutiert mit Dr. Pascal Honisch – Sozial und Kulturanthropologe; Prof. Dr. Miriam Oesterreich – Professorin für Theorie der Gestaltung und Gender Studies; Dr. Thomas Schriefers – Architekt
-
Schwarz-rote Koalition – Was taugt die Vereinbarung?
Ein bisschen weniger Steuern für Unternehmen, billigerer Strom, die meisten Vorhaben unter Finanzierungsvorbehalt. Union und SPD haben sich auf ein minimales Reformpaket geeinigt. Reicht das für einen Aufschwung? Wo sind die Antworten auf Putins Aggression und Trumps Handelskrieg? Ist Deutschland wirklich zurück auf dem Gleis? Claus Heinrich diskutiert mit Ralph Bollmann – Wirtschaftskorrespondent Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung; Dr. Alexander Kissler – Autor und Journalist für Nius; Anna Lehmann – Leiterin Parlamentsbüro der taz
-
35 Jahre „Twin Peaks“ – Was macht die Kultserie so zeitlos?
Im April 1990 startete auf dem US-amerikanischen Sender ABC die TV-Serie Twin Peaks. Es war der Urknall für das Genre der Fernsehserien auf der ganzen Welt. Regisseur David Lynch und Produzent Mark Frost schufen mit Twin Peaks nicht nur einen Fernseh-Hype, sondern eine Serie, die bis heute Kultstatus besitzt und Vorbild für Serienmacher ist. Was macht die Serie so innovativ und zeitlos? Und warum wird so wenig über die 3. Staffel gesprochen, die 25 Jahre nach der Premiere von Twin Peaks auf den Markt kam und die damals wie heute vom Trump-Amerika erzählt? Kristine Harthauer diskutiert mit Elisabeth Bronfen – Kulturwissenschaftlerin; Bert Rebhandl – Journalist; Georg Seeßlen – Filmkritiker