8.12.1990

DDR-Spion Guillaume bedauert Brandt-Rücktritt

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Von Autor/in ARD Archivradio

Günter Guillaume kam 1956 als angeblicher DDR-Flüchtling

Als angeblicher DDR-Flüchtling war Günter Guillaume mit seiner Frau Christel 1956 nach Westdeutschland gekommen. Nach einigen Jahren Partei-Arbeit in der SPD schaffte er es schließlich bis ins Kanzleramt von Willy Brandt. Seine Enttarnung löste den größten Spionage-Skandal der Bundesrepublik aus, in dessen Folge Willy Brandt als Kanzler zurücktrat.

Nachdem Guillaume einen Teil seiner Haftstrafe wegen Landesverrats abgesessen hatte, durfte er bei einem Gefangenen-Austausch 1981 in die DDR zurückreisen.
Am 8. Dezember 1990 erläutert der nunmehr arbeitslose Ex-Agent im Interview sein Bedauern über den Rücktritt Willy Brandts.

Archivradio-Gespräch Die Guillaume-Affäre – Warum Kanzler Brandt über einen DDR-Spion stürzte

Große Aufregung um enttarnte Spione? Alles schon mal da gewesen: nah beim Kanzler, medial noch gewürzt mit Bettgeschichten: Der Fall Günter Guillaume aus dem Jahr 1974 zeigt, wie Spionageabwehr nicht laufen sollte. 

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