Nürnberger Prozesse
Markus Wolf (1923 - 2006) ist vor allem als DDR-Spion bekannt. Zu Kriegszeiten lebte er im Exil in der Sowjetunion. 1945/46 war er als Berichterstatter beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher akkreditiert.
Am Ende des Prozesses zieht er im Rundfunk t ein positives Fazit und appelliert an die Deutschen, aus der Vergangenheit zu lernen.
Am Ende des Prozesses zieht er im Rundfunk ein positives Fazit und appelliert an die Deutschen, aus der Vergangenheit zu lernen.
Keine andere Nation oder Hautfarbe mehr verächtlich machen
Am Ende seines Kommentars stellt Markus Wolf folgende Fragen:
"Neben dieser notwendigen Sühneaktion müssen die in Nürnberg an den Tag gekommenen abgrundtiefen Verbrechen als Folgen der Naziideologie zur Wiedererweckung der Achtung der großen Menschheitsideale in Deutschland beitragen. Wer kann es heute noch wagen, über einen Menschen, eine andere Nation oder Hautfarbe verächtlich zu sprechen, nachdem er gesehen hat, dass solche Gedankengänge zu der Ermordung von Millionen Menschen geführt haben? Wer kann sich noch einmal bereitfinden, seine Freiheit aufzugeben und blind, ohne Überlegung, Befehlen irgendwelchen Abenteurer zu folgen, nur weil sie sich als "Führer" bezeichnen? Wer kann sich nach diesem Prozess noch dafür hergeben, die Freiheit anderer Menschen und anderer Völker zu rauben?"
Im Bild: Markus Wolf, Aufnahme aus dem Jahr 1991
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