Saarlouis hat einen Wunschpartner in der DDR
25 Jahre nach dem Bau der Mauer kam es zu einer ersten Städtepartnerschaft zwischen einer bundesdeutschen und einer Gemeinde der DDR.
Die Initiative ging von Saarlouis aus, von den Fraktionen von SPD und Grünen. Sie hatten sich Halberstadt in Sachsen-Anhalt als Wunschpartner ausgesucht, dorthin waren viele Saarlouiser im Krieg in Sicherheit gebracht worden. Aber auf DDR-Seite gab es zunächst kein Interesse.
Oskar Lafontaine trifft den gebürtigen Saarländer Erich Honecker
Das ändert sich, als der Saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine den DDR-Staatsratsvorsitzenden und gebürtigen Saarländer Erich Honecker trifft. Nun stimmt die DDR zu. – Nur: Statt mit Halberstadt soll die Partnerschaft mit der sozialistischen Vorzeigestadt Eisenhüttenstadt geschlossen werden. Das nimmt Saarlouis in Kauf.
Am 20. September 1986 – drei Jahre vor dem Fall der Mauer – wird die Partnerschaft zwischen Saarlouis und Eisenhüttenstadt besiegelt.
DDR im Archivradio
9. und 10.11.1989 Nach der Maueröffnung: DDR-Berichte von der Grenze
9. und 10.11.1989 | Die Nachricht von der Öffnung der Grenzübergänge spricht sich schnell herum. Etliche Berlinerinnen und Berliner machen sich noch in derselben Nacht auf den Weg, um auf die jeweils andere Seite zu gucken. Der DDR-Rundfunk schickt in der Nacht einen Reporter an den Grenzübergang Oberbaumbrücke. Die Brücke führt über die Spree von Friedrichshain nach Kreuzberg.
19.1.1989 Honecker: Mauer wird noch in 100 Jahren stehen
19.1.1989 | Die Mauer ("antifaschistischer Schutzwall") schütze die DDR-Bürger vor Ausplünderung, Drogen und den Machenschaften des Westens. Davon zeigte sich Erich Honecker noch Anfang des Jahres 1989 überzeugt. Wenn sich der Westen nicht ändere, werde die Mauer noch in 100 Jahren stehen. So Honecker auf der Tagung des Thomas-Müntzer-Komitees in Ostberlin. Er spricht im folgenden Redeauszug über den Frieden, und den Beitrag, den die DDR dazu leistet. Der USA und Deutschland wirft er Doppelzüngigkeit vor.
29. und 30.4.1986 Berichterstattung in der DDR über das Reaktorunglück in Tschernobyl
29. und 30.4.1986 | Auch die Medien in der DDR berichteten über die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Hier ein Gespräch der DDR-Wissenschaftler Günther Flach und Karl Lagius.
17.6.1953 DDR-Volksaufstand: "Wir lassen uns nicht zurückhalten!"
17.6.1953 | Am 15. und 16. Juni 1953 treten in der ganzen DDR Arbeiter und Arbeiterinnen in den Streik und legen Baustellen und Betriebe lahm. Auslöser für ihren Protest ist die geplante Erhöhung der Arbeitsnorm durch die SED-Regierung. Kurz gesagt: Sie sollen mehr arbeiten, kriegen aber nicht mehr Lohn. Immer mehr Menschen solidarisieren sich mit den Streikenden. Am 17. Juni 1953 erreicht der Protest seinen Höhepunkt, Millionen Menschen sind landesweit auf den Straßen. Der Streik wird zum Volksaufstand. Die Volkspolizisten sind überfordert, Moskau schickt Soldaten. Am Mittag des 17. Juni 1953 ist die Lage unübersichtlich. Reporterin Dagmar Späth versucht, sich in Berlin einen Überblick zu verschaffen.
18.11.1950 Grenzübergang Helmstedt kurz nach DDR-Gründung
18.11.1950 | Mit der Gründung der zwei deutschen Staaten 1949 wird auch die Grenze immer sichtbarer, immer besser kontrolliert, auch wenn es noch keine Mauer gibt. Der Grenzübergang bei Helmstedt auf der Autobahn zwischen Hannover und Berlin wird für Transitreisende zu einem Ort, bei dem man froh ist, wenn man ihn hinter sich gelassen hat. Am 18.11.1950 schildert Reporter Markus Joachim Tidick die Situation dort.
Geschichte Die Gründung der DDR
Was wenige wissen: Bei ihrer Gründung stand die DDR noch zum Ziel einer deutschen Wiedervereinigung. Die Staatsgründung selbst wurde maßgeblich von Moskau orchestriert – bis auf den großen Fackelzug am 11. Oktober 1949, den selbst der Kreml befremdlich fand. Stefan Nölke im Gespräch mit dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk (MDR 2024) | Mehr zur Sendung: http://swr.li/gruendung-ddr | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen und https://ard.social/@Archivradio
Städtepartnerschaft
20.12.1960 Fremdes Frankreich: Reisebericht aus Karlsruhes Partnerstadt Nancy
20.12.1960 | Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchen die Regierungen von Frankreich und der Bundesrepublik Wege zu finden, damit ihre Bürger die gegenseitigen Ressentiments abbauen. Städtepartnerschaften und deutsch-französische Schüleraustauschprogramme sollten dafür sorgen, dass sich die Menschen aus beiden Ländern besser kennenlernen. Das beginnt schon, bevor Konrad Adenauer und Charles de Gaulle 1963 den Elysée-Vertrag unterzeichnen. Doch wie exotisch solche Austausch-Programme damals waren, wird in der folgenden Reportage deutlich. Kurz vor Weihnachten 1960, am 20. Dezember, schickt der Südwestfunk Reporter Werner Stenzel nach Nancy im französischen Lothringen. Nancy ist die Partnerstadt von Karlsruhe. Der Reporter schildert seine Eindrücke aus einer französischen Mädchenschule – aber vorher nimmt er das Radiopublikum noch mit auf die abenteuerliche Reise ins gefühlt so ferne Frankreich. Zum Glück war vier Jahre vorher schon eine Straßenbrücke von Kehl nach Straßburg gebaut worden.