Musikgeschichte

Wie wurde die Orgel zum Kircheninstrument?

Teilen

Stand

Von Autor/in Conny Restle

Hydraulis: erstes orgelartiges Tasteninstrument

Die Orgel ist eines der Instrumente, welches am besten dokumentiert ist. Die Orgel wurde im 3. Jahrhundert vor Christus von einem Ingenieur entwickelt, der viel mit Wasserkraftwerken zu tun hatte. Er hat verschiedene Blechblasinstrumente, verschiedene Posaunen, auf einen Kasten gestellt und diese mit Luft angeblasen. Die Luft musste einen gewissen Druck haben. Dieser Druck wird heute mit Bleigewichten auf den Magazinbalg bewirkt – im 3. Jahrhundert vor Christus hatte man das ganz kompliziert gemacht. Dort hat man eine Wasserregelung entwickelt und mit dem Wasserdruck den Luftdruck bewirkt.

Die Orgel bestand also aus verschiedenen Pfeifen, die auf dem Kasten standen, auf dieser Windlade. Man konnte im Gegensatz zu heute nicht nur einzelne Pfeifen spielen, sondern man hat immer ein ganzes Register gezogen und dann gab es einen recht massiven Klang von verschiedenen Intervallen gleichzeitig. Man konnte am Anfang nur den Klang regulieren, aber man konnte eigentlich nicht die Tonhöhe oder die verschiedenen Töne verändern. Das Instrument nannte man Hydraulis, weil es durch diesen Wasserdruck zum Klingen gebracht wurde.

Orgel kündigte den Kaiser an

Man hat die Orgel früher hauptsächlich zu repräsentativen Zwecken eingesetzt, insbesondere im Byzantinischen Reich, wenn der Kaiser seine Audienz hielt. Erklang dann zum ersten Mal die Orgel, wussten die Anwesenden: Jetzt kommt der Kaiser, jetzt habe ich mich zu erheben und jetzt kommt diese besondere Stimmung auf. – Das war auch der Grund dafür, dass die Orgel das erste und lange Zeit das einzige Instrument war, das auch in der Kirche gespielt werden durfte.

Orgel als Repräsentationsinstrument für Papst und Kirche

Die Herrschaft der Kirche und die Gewaltenteilung spielten eine große Rolle. Und es gab große Diskussionen, gerade im 10. und 11. Jahrhundert, ob denn die Orgel überhaupt in der Kirche gespielt werden darf. Zugelassen wurde sie, weil die Orgel ein Repräsentationsinstrument ist und somit auch die Kirche, den Vatikan und den Papst repräsentiert hat.

Lehrwerke für die Orgel bereits im 12. Jahrhundert

Es gab bereits damals sehr große Orgeln, jedes Instrument war individuell gefertigt. Besonders ist auch, dass es bereits im 12. Jahrhundert eigene Lehrwerke gab, wie man die Orgel zu spielen hat. Hier wurde bereits mit Pedal gespielt. Das lernt man auch heute im Orgelunterricht gleichzeitig mit den Händen.

Architektur Woher stammt der Begriff Gotik?

Er stammt vom Wort "Goten"; eine germanische Bezeichnung für die Leute, die von Gotland kamen. Die Gotiker selber haben sich nicht als gotisch bezeichnet, das war eher ein Schimpfwort, denn der Geschmack war ab der Renaissance ganz auf die Antike ausgerichtet. Von Barbara Schock-Werner

Architektur Dom, Münster, Kathedrale, Basilika – Was sind die Unterschiede?

Ein Dom ist ein großes, historisch bedeutsames Kirchenhaus. Ebenso die Kathedrale, aber Kathedralen sind außerdem Bischofssitz. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Architektur Warum haben manche Kathedralen zwei Türme, andere nur einen?

Die Zweiturmfassade war eine "Fassade des Anspruches"; damit wurde die Bedeutung des Ortes aufgezeigt. Deshalb hat sich für Kathedralen fast immer die Zweiturmfassade durchgesetzt, während die Bürgerkirchen sich meist mit einem Turm zufriedengaben. Von Barbara Schock-Werner

Psychologie Wann und warum löst Musik Gänsehaut aus?

Die Hälfte der Menschen kennt Gänsehaut, wenn sie bestimmte Musik hört. Häufig setzt die Gänsehaut ein, wenn der Refrain beginnt oder die Musik auf einen Höhepunkt zusteuert.

Altes Testament Wie muss man sich König Davids Harfe vorstellen?

Von der antiken Harfe gibt es bildliche Darstellungen, auch in der Literatur des Mittelalters. Wie müssen wir uns das Instrument vorstellen? Von Conny Restle