Große Namen beim Pfälzer Saumagen-Orden
SWR1: Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher, Kurt Beck oder auch Fritz Walter waren alles Preisträger des Pfälzer Saumagen-Ordens der Karnevalsgesellschaft Schifferstadt. Das sind große Namen, die den Orden schon getragen haben. Schüchtert Sie das ein?
Tobias Mann: Das ist natürlich eine große Ehre, in so einen erlesenen Kreis aufgenommen zu werden. Ich muss allerdings zu meiner Schande gestehen, dass der Preis mir, bis er mir angetragen wurde, unbekannt war.
Umso überraschter war ich, dass die Karnevalsgesellschaft Schlotte da schon seit Jahren wirklich sehr umtriebig dran ist. Ich finde das bemerkenswert, was die da auf die Beine stellen.
"Pfälzer Saumagen-Orden" für den Mainzer Tobias Mann
SWR1: Es ist eine Pfälzer Auszeichnung für einen waschechten "Meenzer". Ist das egal?
Mann: Das ist natürlich erst so, wo man so denkt: Mainz und Pfalz. Ich bin ja immer für Völkerverständigung, dass man einfach zusammenkommt. Insofern ist das ein Akt, bei dem der Mainzer von den Pfälzern geehrt wird und umgekehrt.
Der Mainzer jetzt dann auch, wenn er da hingeht. Ich werde natürlich auch die Pfalz ehren. Da wächst doch vielleicht etwas zusammen, was eh zusammengehört.
Mit der Antrittsrede hat sich der Kabarettist viel Mühe gegeben
SWR1: Das heißt, die Antrittsrede heute Abend ist schon fertig geschrieben? Geht es da vielleicht auch um Völkerverständigung?
Mann: Selbstverständlich ist das schon geschrieben. Ich gehe ja nicht unvorbereitet zu einer Veranstaltung. Ich sage ja immer, da folge ich dem alten Rat von Rudi Carrell, man kann nur das aus dem Ärmel schütteln, was man vorher reingesteckt hat.
Insofern gehe ich immer sehr gerne vorbereitet zu solchen Veranstaltungen. Die Leute haben sich Mühe gegeben. Dann muss ich mir doch auch Mühe geben.
Schwierige Zeiten für Satire
SWR1: Es gibt ja immer wieder die Debatte, man darf gar nichts mehr sagen. Ist es für Kabarettisten gerade schwieriger oder sogar notwendiger?
Du musst tiefer bohren und du musst schauen, wie du Wahrheiten zutage förderst.
Mann: Es ist schwieriger geworden. In Zeiten von Donald Trump Satire zu machen, ist relativ schwierig. Satire soll ja die Realität überzeichnen.
Was macht man jetzt mit jemanden, der so nah dran an der eigenen Karikatur ist, dass man schon nichts mehr zeichnen soll? Mir wird ja oft doch dann gesagt, (...) sie haben doch gerade so unglaublich viel Material. Da sage ich immer, das ist kein Material, das ist schon fertig.
Dann geht die Arbeit dann für den Satiriker heute los. Du musst tiefer bohren und du musst schauen, wie du Wahrheiten zutage förderst. Das ist ja die Aufgabe von Satire. Man muss tiefer gehen, sich mehr Mühe geben. Das ist anstrengender geworden.