Wenn Kommissar Palzki in der Pfalz ermittelt

Krimiautor Harald Schneider erklärt, was für einen guten Krimi wichtig ist

Kein "True Crime", aber echte Krimis! Autor Harald Schneider lässt seinen Kommissar Palzki seit Jahren fiktive Verbrechen in der Pfalz aufklären. Wie entstehen seine Krimis?

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Seit 20 Jahren macht er literarisch die Pfalz kriminell: Krimiautor Harald Schneider, Schöpfer von Kommissar Reiner Palzki. Mittlerweile ist daraus ein ganzes "Palzki-Universum" geworden – mit Romanen, Kinderversionen und einem eigenen Rätselband.

Was für einen guten Krimi wichtig ist

SWR1: Sie schreiben schon viele Jahre Krimis. Was macht für Sie einen wirklich guten Ermittler aus?

Harald Schneider: Einen guten Ermittler macht vor allen Dingen aus, dass sich die Leser sich mit ihm identifizieren können. Dass er auch ein paar Probleme hat, ein paar Konflikte [… ], aber auch einfach ein bisschen was anderes macht, als andere. Also praktisch Alleinstellungsmerkmale hat, wie Kommissar Palzki, der von einem Fettnäpfchen ins andere tritt.

Geht ein Krimi bei Harald Schneider auch ohne Leiche?

SWR1: Wie entstehen Ihre Krimis? Muss da erst eine Leiche sein oder erst die Geschichte?

Schneider: Nein, es gibt tatsächlich von diesen 26 Palzki-Bänden zwei Bände, die ohne Leiche auskommen. Das hat noch nie ein Leser explizit bemerkt. Also eine Leiche muss nicht unbedingt sein.

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Krimis mit Heimatbezug

SWR1: Die Pfalz spielt fast immer die Hauptrolle. Warum gerade diese Region? Ist sie prädestiniert für Kriminalfälle?

Schneider: Nein, ich bin in der Pfalz aufgewachsen, lebe dort, kenne die Örtlichkeiten, kenne die Personen, die Lebensqualität. Warum sollte ich dann über die Ostsee-Inseln schreiben, wenn ich noch nie dort war? Man muss schon ein bisschen das Feeling, das Gefühl, das Ambiente kennen, um authentisch darüber schreiben zu können.

So entstehen die Krimi-Hauptfiguren

SWR1: Sehen Sie seit Ihren Büchern vielleicht Ihre Leserinnen und Leser, Ihre Nachbarn mit anderen Augen?

Schneider: Absolut. Beim Kommissar Palzki gibt es die Frau Ackermann. Die Frau, die schneller spricht als ihr Schatten. Da werde ich öfters gefragt: Was ist da realistisch, authentisch und was passt da wirklich?

Es ist auch tatsächlich so, dass ich in den fiktiven Krimis zwar nicht immer Personen eins zu eins abbilde, sondern immer so ein paar Sachen herausnehme [...] und neu zusammenwürfle. Und die Frau Ackermann, die gibt es tatsächlich bei uns in der Nachbarschaft.

Ein Dreiklang aus Recherche, Einsatz von realen Figuren und Lesungen

SWR1: Was macht Ihnen mehr Spaß beim Schreiben? Die Menschen literarisch umzubringen oder die Täter zu entlarven?

Schneider: In der Tat ist es eine Art Dreiklang: Also die Recherche vor Ort, um möglichst authentische Handlungsorte zu haben. Dann leben die Palzki-Romane auch von den realen Figuren. Es sind immer ganz viele Menschen, auch Politiker und Prominenz, die als Realfiguren mitspielen. Und dann natürlich auch die Veranstaltungen, die Lesungen und der Umgang mit den Lesern.

Der 26. Palzki-Krimi von Harald Schneider: "Burgentrauma"

Burg Lichtenberg bei Kusel. | Krimiautor Harald Schneider erklärt, was für einen guten Krimi wichtig ist
Burg Lichtenberg bei Kusel ist einer der Schauplätze des neues Krimis von Autor Harald Schneider mit Kommissar Reiner Palzki. picture alliance / Artcolor

SWR1: Ihr 26. Palzki-Krimi "Burgentrauma" erscheint am 10. Juni. Gibt es da einen Mord an einem Ritter? Der Titel lässt es zumindest erahnen.

Schneider: An einem Ritter nicht, aber es könnte durchaus sein, dass ein Burgverwalter dran glauben muss. Es lebt von Burg Lichtenberg, Trifels und Nahenstein und die Original-Burgverwalter spielen mit. Ob die ganz so unschuldig sind, wird sich noch herausstellen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Veit Berthold
SWR1 RP Moderator Veit Berthold
Interview mit
Harald Schneider, Autor
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)