Integration mit Hindernissen: Pedram aus Iran will arbeiten

2015 flieht Pedram aus Iran und kommt nach Deutschland. Er lernt Deutsch, macht einen Staplerschein, zieht nach Stuttgart. Pedram will arbeiten, doch es gibt Hürden.

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Von Autor/in Julia Reithmeier

Eigentlich habe ich nie Probleme mit den Leuten gehabt, alle waren normal. Nur mit der Ausländerbehörde habe ich Probleme.

Bei unserem Dreh mit Sozialarbeiter Wolfgang lernen wir Pedram kennen, einen seiner Klienten. Seit seiner Flucht aus Iran 2015 lebt Pedram in Deutschland. In Iran arbeitete er bei seinem Vater in der Auto-Werkstatt mit. In Deutschland lernt er zuerst Deutsch, macht dann einen Staplerschein und arbeitet seitdem als Staplerfahrer.

Ein Hindernis für Pedrams Arbeitswunsch: fehlende Dokumente 

Die Herausforderung dabei: Seit 2022 sind seine Ausweisdokumente abgelaufen, und er bekommt vorerst keine neuen – ohne diese bekommt er aber keinen richtigen Arbeitsvertrag. Stattdessen muss er in regelmäßigen Abständen eine Fiktionsbescheinigung erneuern: Ein anderes Dokument, das bestätigt, dass er sich in Deutschland aufhalten darf, solange die Verlängerung des Aufenthaltstitels noch bearbeitet wird. Da dieser Nachweis nur befristet gültig ist und keinen eigenen Aufenthaltstitel darstellt, sind viele Arbeitgeber nicht bereit, ihm einen längerfristigen Arbeitsvertrag zu geben. Pedram erzählt: „Ich habe eine Arbeit, ich bezahle Steuern, ich habe nie Probleme. Nur wegen dieses Ausweises und meiner Dokumente habe ich viele Chancen verloren. Und meine Frage ist: Warum? Wenn jemand arbeiten will und sich hocharbeiten.“ 

Jetzt bin ich neun Jahre hier: Ich bin zum Deutschkurs gegangen, habe eine Arbeit gesucht, alles gemacht. Aber jetzt steht leider alles. 

Seit 2019 hat Pedram seine Mutter nicht mehr gesehen  

Aktuell ist Pedrams einziger Wunsch, sich von seiner Mutter zu verabschieden. Sie sei schwer krank und die iranischen Ärzte sagen, sie habe noch wenige Monate zu leben. Doch ohne Dokumente keine Ausreise. Ohne Ausreise kein Abschied. Seit sechs Jahren hat Pedram seine Mutter nicht mehr gesehen.  

Trotz Hindernissen gibt Pedram alles 

„Ohne Hoffnung kann man nicht leben“, sagt Pedram. „Ja, ich weiß, seit zwei, drei Monaten habe ich private Probleme wegen meiner Familie. Aber natürlich habe ich Hoffnung. Ich habe wieder eine neue Arbeit gefunden und versuche, mit Herz zu arbeiten, dass ich dort bleiben kann. Dass ich ein gutes Leben habe.“

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