Viele Männer hinterfragten ihre Männlichkeit gerade, sagt Aurel Mertz in SWR Kultur. Kombiniert mit den multiplen Krisen dieser Zeit lasse sie das mit offenen Fragen zurück. Einfache Antworten darauf böten etwa selbsternannte Männlichkeitscoaches, die auf Social Media für das Bild des starken, dominanten Alpha-Mannes werben.
„Alpha Boys“, so beschreibt es Mertz, seien hauptsächlich Männer, die sich zu extremen autokratischen und dominanten Formen von Männlichkeit hingezogen fühlten.
Donald Trump als Definition eines Alphas
US-Präsident Trump sei so eine Figur: Man romantisiere an ihm sein hartes Regieren und Auftreten. Es sei bezeichnend für unsere aktuellen gesellschaftlichen Probleme, „dass wir ihm diese fehlende Empathie als Stärke auslegen“. Gerade in der Politik sei dieses Bild sehr gefährlich.
Um den Antrieb hinter dem Wunsch, ein „Alpha“ zu werden, besser zu verstehen, ist Mertz nach Indonesien gereist. Dort hat er auf Bali eine Woche lang mit Teilnehmern eines „relativ bekannten“ Alpha Male-Programms gesprochen.
Oft steckt Unsicherheit dahinter
Herausgekommen sei dabei unter anderem, dass viele sich unsicher fühlen und sich selbst nicht lieben können. Diese Unsicherheit werde dann versucht, mit Dominanz zu überdecken, sagt Aurel Mertz.
Der schwäbische Autor und Comedien wirbt deshalb für ein alternatives Männerbild: Er möchte Männern mitgeben, dass Status nicht alles ist: „Sondern dass ein Miteinander viel, viel wichtiger ist“.
Aurel Mertz hat sein Glück gefunden
Seine Recherchen und Gedanken hat Mertz nun in dem satirischen Sachbuch „Alpha Boys“ festgehalten. Das Schreiben des Buches habe ihm persönlich geholfen, berichtet Mertz.
Er habe sich sehr viel mit sich und seinem Verhalten auseinander gesetzt, „weil mein männliches Ego vielleicht Überhand von mir nimmt“. Dies habe ihn zu seiner eigenen Definition von Glück geführt: Für sein nahes Umfeld da zu sein. Denn: „Im Gegenzug sind die für mich da. So ein Miteinander macht einen wahnsinnig glücklich und gibt einem viel.“
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