Nominiert sind Haftbefehl und Sendung mit der Maus

Grimme-Preis 2026: Nominierungen und Kritik am deutschen Fernsehen

Wer ist für den Grimme-Preis 2026 nominiert und was bemängelt die Jury am deutschen Fernsehen? Ein Überblick über Titel, Trends und kritische Leerstellen.

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Von Autor/in Helen Roth

Nominierten-Überblick Grimme-Preis 2026

Das Grimme-Institut hat die Nominierten für den Grimme-Fernsehpreis 2026 bekannt gegeben. Insgesamt wurden aus über 750 Einreichungen 71 Produktionen ausgewählt. Die Nominierungen verteilen sich auf die Bereiche Fiktion, Information & Kultur, Unterhaltung sowie Kinder und Jugend.

Zu den nominierten Fiktionsproduktionen zählen unter anderem der ZDF-Film „Rosenthal“ über den „Dalli-Dalli“-Moderator und Holocaust-Überlebenden Hans Rosenthal und die Serie „Chabos“ (ZDFneo), die die Rückkehr eines Mittdreißigers in seine Heimat im Ruhrgebiet zeigt.

Ebenfalls vom Grimme-Institut nominiert wurde „KRANK Berlin“ (ZDFneo/​Apple TV), eine Serie über das Leben in einem Berliner Krankenhaus, sowie „Call My Agent Berlin“ (Disney+), die Einblicke in die Arbeit einer Agentur für Schauspieler*innen bietet. Öffentlich-rechtliche Produktionen stellen den Großteil der Nominierten, Streamingplattformen sind vereinzelt vertreten.

Journalistische Arbeiten: Sophie von der Tann und Haftbefehl-Doku

In der Kategorie Information & Kultur stehen journalistische Arbeiten im Mittelpunkt. Nominiert wurde die Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“, die das Leben und die Karriere des Rappers Haftbefehl von seiner Jugend in Offenbach bis zu seinem Aufstieg in der deutschen Rap-Szene nachzeichnet.

ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann bei der Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises 2025 in Köln, angeschnittenes Porträtfoto.
ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann wurde im vergangenen Jahr für ihre journalistische Leistung bereits mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises geehrt.

„Das Srebrenica Tape“, eine Ko-Produktion, an der auch der SWR beteiligt ist, dokumentiert die Ereignisse rund um das Massaker von Srebrenica und die Folgen für die Überlebenden.

Ebenfalls nominiert wurde ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann für ihre Berichterstattung aus Krisen- und Kriegsgebieten, etwa über Israel und die palästinensischen Gebiete.

Kinder & Jugend: SWR/DASDING „Brust raus“

Im Kinder- und Jugendbereich erhielt die SWR/DASDING-Produktion „Brust raus“ eine Spezial-Nominierung für die Moderation der Hosts Walerija, Aurora und El. In kurzen, offenen Episoden behandelt das Format Themen wie Körperbilder, Selbstbewusstsein, Alltagserfahrungen von Jugendlichen und gesellschaftliche Fragestellungen.

BRUST RAUS - DAS ist unser Kanal!

Weitere Nominierungen in dieser Kategorie umfassen die „Sendung mit der Maus“ (WDR), die Wissensthemen für Kinder erklärt und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen kindgerecht aufbereitet.

Kritik des Grimme-Instituts am deutschen Fernsehen

Neben den Auszeichnungen äußerte die Jury deutliche Kritik an der deutschen Programm-Landschaft. Preis-Chefin Lucia Eskes erklärte, dass zentrale Themen wie Krieg im Fernsehen weiterhin unterrepräsentiert seien. Grimme-Geschäftsführerin Çiğdem Uzunoğlu ergänzte, dass auch die Klimakrise, aktuelle politische Entwicklungen in den USA und andere globale Fragen zu selten behandelt würden.

Die Kommissionen der Kategorien Information & Kultur, Fiktion, Unterhaltung sowie Kinder & Jugend bemängelten zudem, dass Mut zu innovativen Formaten und Diversität in vielen Produktionen fehle. In der Unterhaltungssparte wurden nur zehn von 18 möglichen Nominierungen vergeben, da etablierte Erzählmuster dominiert hätten.

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