Urbanes Märchen mit Starbesetzung

„Parallel Me“: Eine gelungene Mischung aus Comedy und Drama

Change-Managerin am Abgrund trifft auf göttliche Hilfe: In der Serie „Parallel Me“ reist Toni durch alternative Leben. Eine Serie zwischen Märchen, Drama und Großstadtkomödie, ab 26.4. auf Paramount+.

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Von Autor/in Karsten Umlauf

Change Managerin Toni am Tiefpunkt

Toni ist Change-Managerin und berät weltweit Firmen, die mit tiefgreifenden Veränderungen klarkommen müssen. Chronisch überarbeitet, passieren ihr Fehler, sie verliert ihren Job.

„Parallel Me“
Das Leben der erfolgreichen Change-Managerin Toni (Malaya Stern Takeda) ist am Tiefpunkt: Nicht nur hält sie in Dubai eine falsche Präsentation, ihr rutscht auch noch ein unpassender Spruch über weibliche Nippel heraus.

Bei ihren Eltern in Berlin hat sie kein richtiges Zimmer mehr und ihre einzige Freundin Bea wirft ihr die Freundschaft vor die Füße. Wer kann einem an einem solchen Tiefpunkt noch helfen? Eine gute Fee vielleicht, als persönliche Change-Managerin?

Märchenhafte Wendung gibt der Serie einen ganz eigenen Touch

Tatsächlich erscheint Toni eine Frau, die sich als „Ariadne“ vorstellt, ihres Zeichens „Viertelgöttin“. Sie drückt Toni einen Wollschal in die Hand, der ihr den Zugang zu Parallelwelten ermöglichen soll, die ihr zeigen: Wie hätte das eigene Leben laufen können, wenn diese oder jene Entscheidung anders gefallen wäre?

„Parallel Me“
Toni erscheint an ihrem persönlichen Tiefpunkt die „Viertelgöttin“ Ariadne (Maria Schrader) und präsentiert ihr einen magischen Schal, mit dem sie angeblich in alternative Versionen ihres eigenen Lebens reisen kann.

Die märchenhafte Wendung kommt überraschend, aber sie gibt der Serie schnell einen ganz eigenen Touch. Maria Schrader schafft es, die Figur der Ariadne mit etwas Augenzwinkern nicht zu gewollt wirken zu lassen.

Neue Folge, neue Lebensumstände

Und vor allem entführt einen die Serie mit jeder Episode in neue Lebensumstände, die sehr originell erzählt und außergewöhnlich gut produziert sind.

Als erstes stürzt Toni zum Beispiel in ein Leben, in dem sie mit ihrer Freundin Bea auf Bali eine Segelschule gegründet hat. Weil sie vom Kopf her noch in ihrer alten Biografie steckt, braucht sie erstmal eine Weile, um das alles zu verstehen.

„Parallel Me“
Es beginnt eine turbulente Reise durch ihre verschiedenen parallelen Leben: Mal führt sie eine Segelschule auf Bali, mal ist sie Popstar in Bangkok, mal trägt sie als Anwältin Föhnfrisur, mal dealt sie Drogen. Sie landet sogar hochschwanger auf der eigenen Babyshower! Aber wird sie das eine, perfekte Leben finden, bevor der Schal komplett aufgeribbelt ist?

Die eigene Identität verstehen wollen

Bald merkt Toni, dass das mit den alternativen Biografien auch nicht ganz so einfach ist. Und so wird ihre Reise durch parallele Leben mehr und mehr zu einem Versuch, die eigene Identität zu verstehen, die Familie oder die große Liebe. Und somit zu einer Feier von Wirrungen und Verirrungen im Streben nach Glück.

Als leibliche Tochter einer Japanerin und eines Vaters im diplomatischen Dienst kommt sie dabei ganz schön rum, ist mal Popstar in Asien oder Juristin mit Schnösellebensstil in Berlin.

Toni (Malaya Takeda Stern)
„Parallel Me“ versammelt einen prominenten und spielfreudigen Cast mit Caroline Peters, Ulrich Noethen und vor allem Malaya Takeda Stern in der Hauptrolle der Toni.

Abgesehen davon, dass die Serie immer wieder unglaublich gut aussieht, versammelt sie auch einen prominent spielfreudigen Cast mit Caroline Peters, Ulrich Noethen und vor allem Malaya Stern Takeda in der Hauptrolle.

Gelungene Mischung aus urbaner Comedy und emotionalem Drama

Die Idee „Nochmal leben, aber anders“, gab es natürlich auch vorher schon: Ob bei „Lola rennt“, „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder in sehr ähnlicher Anlage bei Matt Haigs Bestseller „Die Mitternachtsbibliothek“.

Und die verschiedenen Realitätsebenen, zwischen denen sich die Helden bewegen können, kennt man vielleicht aus dem Action-Kino als etwas schwerblütiges „Multiversum“.

Dagegen wirkt „Parallel Me“ sehr frisch und zugänglich. Autorin Jana Burbach hat schon bei der Serie „Bad Banks“ gezeigt, dass sie komplexe Sachverhalte in eine gut fassbare Story packen kann. In „Parallel Me“ gelingt ihr ein ziemlich leichtfüßiger Grenzgang aus urbaner Comedy und emotionalem Drama.

Trailer „Parallel Me“ von Jana Burbach, ab 26.4. auf Paramount +

Parallel Me (Offizieller Trailer) | Paramount+ Deutschland

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Karsten Umlauf