30 Jahre „Die Arche“

Kinderhilfsorganisation: „Deutschland hat kein Konzept gegen Kinderarmut“

Das Hilfswerk „Die Arche“ unterstützt seit 30 Jahren Kinder aus benachteiligten Verhältnissen. Der Gründer Bernd Siggelkow fordert mehr Einsatz gegen Kinderarmut.

Teilen

Stand

Das evangelische Hilfswerk „Die Arche“ engagiert sich für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen. Gegründet hat es vor 30 Jahren der Pastor Bernd Siggelkow. Damals noch als kleines Streetworker-Projekt. Heute gibt es „Die Arche“ an mehr als 30 Standorten in Deutschland, mit Ablegern in der Schweiz, in Polen und in Tansania.

Fördern statt Löcher stopfen

Mindestens 100.000 Kinder habe „Die Arche“ in den letzten 30 Jahren erreicht, sagt Siggelkow im Gespräch mit SWR Kultur. Dennoch sei es sein größter Wunsch, „Die Arche“ zu schließen und den Kampf gegen Kinderarmut zu gewinnen. Doch er merke, dass es Kindern in Deutschland immer schlechter gehe.

„30 Prozent aller Erstklässler schaffen nicht die erste Klasse. 65.000 Schulabgänger schaffen ihren Schulabschluss nicht. Wir müssen es schaffen, die Kinder individuell zu fördern. Wir brauchen ein Bildungssystem, das sich am Kind orientiert“, fordert Siggelkow.

Deutschland habe kaum Bodenschätze, aber Kinder. Und in die müsse der Staat mehr investieren. Auch der Europarat klagte Deutschland 2024 an, zu langsam zu sein in der Bekämpfung der Kinderarmut.

Deutschland habe kein Konzept gegen die Bekämpfung von Kinderarmut, beklagt Bernd Siggelkow und fordert: „Im Moment stopfen wir nur Löcher. Man muss da nochmal komplett umdenken.“

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Philine Sauvageot
Philine Sauvageot, Team SWR Kultur
Interview mit
Bernd Siggelkow