In der Baden-Badener Innenstadt sind die meisten Menschen irritiert, wenn man sie nach übersinnnlichen Erfahrungen oder dem Glauben an nicht erklärbare Phänomene fragt: Aberglaube, Geister, Gespenster – für die meisten ist das Humbug. Sie halten sich vielmehr für rationale, aufgeklärte Menschen:
Und dennoch gibt es immer wieder unerklärbare Zufälle, beispielsweise, wenn das Telefon klingelt und genau der Freund dran ist, an den wir eben noch gedacht haben. Synchronizität nennt das der Schweizer Philosoph C.G. Jung, wenn Ereignisse gleichzeitig auftreten und scheinbar ein Zusammenhang zwischen ihnen besteht – also beispielsweise der Anruf der Freundin, von der wir lange nichts gehört haben und an die wir gerade denken. C.G. Jung sprach hier auch vom "sinnvollen Zufall" sagt SWR-Religionsredakteur Ulrich Pick:
Es sind also keine Geister, die uns dazu bringen, mal wieder das Telefon in die Hand zu nehmen und alte Freunde anzurufen – es ist eher unser Bewusstsein, unser Geist, der versucht, aus zufälligen Ereignissen Sinn zu konstruieren.
Gespenster, Geister, Heiliger Geist
Eine Trennung von Körper und Geist beim Menschen finden wir schon in der Antike. Schon der griechische Philosoph Platon geht davon aus, dass der Körper des Menschen stirbt, während der Geist bzw. die Seele, weiterlebt.
Und natürlich spielt der (Heilige) Geist eine wichtige Rolle in der Bibel und in der katholischen Kirche. Immerhin glauben Christen an die Dreifaltigkeit – also an Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Prof. Dr. Johanna Rahner bezeichnet den Heiligen Geist im Gespräch mit dem SWR als "alltagstaugliche Seite" des lieben Gottes, sichtbar werde das beispielsweise in der Schöpfungsgeschichte, wo Gott dem Menschen seinen Geist einhaucht, damit er lebendig wird:
Natürlich gebe es einen entscheidenden Unterschied zwischen DEM heiligen Geist und Geistern im esoterischen Bereich, sagt Rahner. Aber tatsächlich zeigten Redewendungen wie die Frage, "wes Geistes Kind" ein Mensch sei oder ob jemand "von allen guten Geistern verlassen" sei auch, dass beide Bereiche auch zusammenhingen. Zudem sehe man durch die große Nachfragen nach spirituellen Angeboten, dass viele Menschen auch auf der Suche nach einem geistigen Gleichgewicht seien.
Spuk und Grusel als Unterhaltung
Manchmal strebt der menschliche Geist aber auch einfach nur nach Unterhaltung und ein wenig wohligem Schauer: Geschichten über Poltergeister und Schlossgespenster fallen in diesen Bereich. Besonders viele davon gibt es in Großbritannien, wo altehrwürdige Herrenhäuser und einsame Landsitze im Moor nur darauf warten, Schauplatz einer Geistergeschichte zu werden.
Geistern auf der Spur
Ganz nüchtern und ohne Gruseln erforschen Wissenschaftler am Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene das Feld der übersinnlichen Erscheinungen. Das Institut beherbergt eine Beratungsstelle für Menschen, die sich durch "übersinnliche" oder "paranormale" Erlebnisse belastet fühlen und führt eine der größten Spezialbibliotheken für Parapsychologie in Europa. Getragen wird das Institut von einem Verein und einer Stiftung.