30 Museen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz geben aus historischer, gesellschaftlicher, künstlerischer und persönlicher Perspektive Einblicke zu Themen wie Migration und Bewegung.
Bis April kommenden Jahres läuft die Ausstellungsreihe in Museen zwischen Mannheim, Straßburg und Laufenburg. Es ist das bislang größte grenzüberschreitende Kulturprojekt zum Thema „Was Menschen bewegt“. Zentraler Ausgangspunkt der Reihe ist die Schau „Zuhause – unterwegs. Was Menschen bewegt“ am Dreiländermuseum in Lörrach.
Wir stellen drei Ausstellungen aus dem Verbund vor, die im kommenden Jahr von Interesse sein werden.
- Das Elsass als Einwanderungsregion
- Andenken der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine
- Eine Reise durch den Verdauungstrakt
Das Elsass als Einwanderungsregion: La Seigneurie in Andlau (Elsass)
Für Frank Burckel, Leiter des Museums La Seigneurie im elsässischen Andlau, ist das Elsass so etwas wie die Vorzeige-Region, wenn es um Einwanderung geht. Denn kaum eine elsässische Familie sei schon immer hier gewesen.
„Erst kamen mal die Römer, dann die Alamannen, später im Mittelalter kamen auch die Juden ins Elsass“, erklärt Burckel, „in der Neuzeit Gastarbeiter aus Polen, Italiener, Portugiesen, Spanier und in der jüngeren Zeit natürlich Leute aus Nordafrika und aus der Türkei.“
Genau das mache das Elsass so spannend, sagt der Museumsleiter aus der Gemeinde am Fuße der Vogesen. Deshalb geht die Ausstellung ab September 2027 dort auf Spurensuche nach dem Einfluss, den die Neuankömmlinge auf die elsässische Identität hatten.
Andenken der Flucht vor dem Ukraine-Krieg: Augustinermuseum in Freiburg
Das Augustinermuseum in Freiburg beschäftigt sich hingegen ab April 2027 mit erst jüngst Zugezogenen: den geflüchteten Frauen aus der Ukraine. Die Ausstellung geht der Frage nach, was bleibt, wenn man geht.
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine große Geschichte erzählen, berichtet Kuratorin Carola Freund: Eine Ukrainerin habe einen Hausschlüssel in der Ausstellung zeigen wollen. Das Haus zu diesem Schlüssel gebe es nicht mehr.
„Es ist ein Schlüssel, der de facto aber nichts mehr aufschließen kann“, so Freund, „den sie aber trotzdem bei ihrer Flucht schnell eingesteckt hat. Und dieser Schlüssel steht natürlich auch für ein Zuhause.“ Das Zuhause gebe es zwar nicht mehr, dennoch stehe der Schlüssel symbolisch für ein gewisses Heimatgefühl.
Der Schlüssel bildet den Auftakt der Ausstellung. Auch andere Objekte erzählen Geschichten von Flucht, Ankunft und Integration der Ukrainer*innen in der Region.
Eine Reise durch den Verdauungstrakt: Das Anatomische Museum in Basel (Schweiz)
Den vielleicht ungewöhnlichsten Zugang bietet das Anatomische Museum in Basel. In der Ausstellung „Hör auf dein Bauchgefühl: Unterwegs im Verdauungstrakt“ geht es um eine Reise in den eigenen Körper.
Museumsleiterin Henriette Franz berichtet von einer Reise von der Mundhöhle bis zum Enddarm: „Das ist schon mal ein richtig langer Weg. Die Nahrung hält sich da auch eine Weile auf und ist da praktisch auf einem Weg von draußen wieder nach draußen. Da gibt es Abzweigungen und da gibt es auch viel hin und her.
Und diesen Weg können die Besucher in Basel hautnah nachempfinden – nicht nur anhand von Modellen und Präparaten, sondern auch als Rundgang durch den Verdauungstrakt. Die Schau startet am 17. September 2026.
Aktuelle Ausstellungen in der Region
Fotografie Ausstellung Pure Schönheit und blinde Flecken – Steve McCurrys „Icons“ im Neuen Kunstmuseum Tübingen
Das Neue Kunstmuseum Tübingen zeigt die Werkschau „Icons“ des amerikanischen Fotografen Steve McCurry: ein Panoptikum menschlicher Schönheit – mit einigen blinden Flecken.
Textilmuseum St. Gallen Von St. Gallen auf den internationalen Catwalk – 100 Jahre Schweizer Textilgeschichte
Die Textilwirtschaft prägt die Geschichte der Ostschweiz wesentlich. Anhand von Modefotografien zeigt das Textilmuseum St. Gallen nun, wie groß der Einfluss auch auf internationales Modedesign ist.