Fotokunst

Fotograf Ju Baumhauer lässt Ballerinas in der U-Bahn-Station tanzen

Was haben professionelle Ballerinas und verlassene U-Bahnhöfe gemeinsam? Einen Fotografen namens Ju Baumhauer. Er verfolgt seit mehreren Jahren ein besonderes Kunst-Projekt, in dem er Balletttänzerinnen in U-Bahn-Stationen ablichtet.

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Von Autor/in Carolin Baumgart

Von der Bühne in die U-Bahn-Station

Normalerweise haben Tänzerinnen für solche Foto-Aktionen keine Zeit, sagt Fotograf Ju (Jürgen) Baumhauer. Doch dann kam die Pandemie und da war alles anders. Plötzlich waren auch die sonst so belebten U-Bahn-Stationen auf einmal menschenleer. Sie bilden die Kulisse für dieses spannende Foto-Projekt, das er bis heute betreibt.

Balletttänzerin tanzt in Nürnberger U-Bahn-Station "Klinikum Nord".
Die französische Ballerina Paloma Lassere ist umgeben von grafischer Architektur der U-Bahn-Station „Klinikum Nord“ in Nürnberg. Seit 2021/22 ist die Tänzerin Compagnie-Mitglied des Balletts am Staatstheater Nürnberg. Vorher tanzte sie u.a. für die Mainzer Delattre Dance Company. Ju Baumhauer Bild in Detailansicht öffnen
Balletttänzerin tanzt in U-Bahn-Station "Zelivsko" in Tschechien.
Die U-Bahn-Station „Zelivsko“ in Tschechien bildet die architektonische Kulisse für Tänzerin Tereza Hloušková, die Ju Baumhauer vor gut zwei Jahren fotografierte. Das Bild wirkt durch die Pose der Ballerina und der Halbkreise über ihr fast ein wenig religiös. Ju Baumhauer Bild in Detailansicht öffnen
Balletttänzerin tanzt in ukrainischer U-Bahn-Station "Botanichnyi Sad" in Charkiw.
Dieses Bild hat Ju Baumhauer aufgenommen, als der Russische Angriffskrieg bereits ein Jahr andauerte. In der U-Bahn-Station „Botanichnyi Sad“ in Charkiw, das sehr nah an der russischen Grenze liegt, fotografierte er die ukrainische Tänzerin Anastasia Panasenko. Ju Baumhauer Bild in Detailansicht öffnen

„Die Weitwinkligkeit ist da natürlich eine ganz wichtige Sache“, erklärt der Fotokünstler, „die Fotos bestechen durch die nicht-neutralen Sichtweise. Sie leben eher von der Verzerrung, von der Unnatürlichkeit, von einem bisschen was Besonderem.“

Von Mainz in die Welt

Seine Motive lassen den 46-jährigen Wahl-Mainzer nicht mehr los. Zunächst fand sein Foto-Projekt nur in Deutschland statt: Frankfurt, Nürnberg, Köln, Berlin – weit reisen konnte Ju Baumhauer während der Pandemie ja nicht. Mittlerweile fotografiert er Tänzerinnen auf der ganzen Welt. Vier Monate im Jahr ist er mit seiner Kamera auf Reisen.

Geld verdienen für das Reisen

Geld verdient der gebürtige Schwabe, der zum Studium nach Mainz kam und blieb, nur so viel, wie er für seinen Lebensunterhalt und vor allem für seinen Traum, das Reisen, braucht. Er arbeitet als Schreiner, obwohl er auch studierter Bauingenieur ist. Schreibtischarbeit ist einfach nicht seins. Seine preisgekrönten Fotos bringen zusätzlich Geld ein.

Ju (Jürgen) Baumhauer ist mit seiner Kamera auf Reisen.
Fotograf Ju Baumhauer verbringt ein Drittel des Jahres im Ausland, um andere Kulturen und Menschen kennenzulernen und um sie natürlich auch fotografisch festzuhalten. Egal, wo er bisher war, wurde er immer freundlich empfangen, sagt er. Ju Baumhauer

Eine eindrucksvolle Auswahl von seiner Foto-Reihe Balletttänzerinnen ist auf seinem Instagram-Account zu sehen. Bei „3xklingeln“ in Mainz und in der Landesbibliothek Wiesbaden hat Ju Baumhauer auch schon ausgestellt. Eine Ausstellung in Mainz ist in Planung, aber noch nicht spruchreif.

Ju Baumhauer präsentiert seine Arbeiten auf Instagram

Ju Baumhauer zeigt seine Fotoserie Balletttänzerinnen auf Instagram.

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