Auf dem kleinen Bauernhof von Pettersson und seinem Kater Findus, irgendwo in Schweden, ist die Welt noch in Ordnung. Zumindest so lange, wie die beiden nicht wieder in ein skurriles Abenteuer schlittern. Ein Happy End haben ihre Geschichten aber jedesmal.
Auch das macht die Bücher von dem 1946 geborenen Zeichner Sven Nordqvist so erfolgreich. Seine Helden erleben mit Witz und einem Funken Spannung Alltägliches, das doch immer wieder unvorhersehbare Wendungen nimmt.
Detailreiche Illustrationen
Die Junge Kunsthalle Karlsruhe widmet dem Künstler und seinen bekanntesten Figuren nun eine erste große Ausstellung im deutschsprachigen Raum. Zu sehen sind dabei auch andere Figuren, die Nordqvist gezeichnet hat, wie etwa die schusselige Kuh "Mama Muh".
"Wir freuen uns, dass wir so viele Werke von Sven Nordqvist zeigen können", sagt Tamara Engert, die Leiterin der Jungen Kunsthalle. Die Zeichnungen hängen dabei extra tief an der Wand, damit Kinder sie gut betrachten können.
Auch Gen Z liebt Pettersson und Findus
Ein ganzer Saal ist außerdem eingerichtet wie die gute Stube von Pettersson und Findus, die man nicht nur aus den Büchern, sondern inzwischen auch aus Verfilmungen kennt. In einem Schreibsekretär können die Besucher*innen die allerersten Skizzen zu Findus in seiner Latzhose sehen.
Die Ausstellung richtet sich an alle Altersklassen, denn gerade die sogenannte Gen Z ist mit den Werken von Sven Nordqvist aufgewachsen. Heute feiern die jungen Erwachsenen ihre Kindheitshelden zum Beispiel mit Memes, die sie in den sozialen Medien teilen.
Idyllischer Gegenentwurf zum beschleunigten Leben
Pettersson und Findus haben sogar einen Instagram-Account, dem knapp 25.000 Menschen folgen. Unter dem Hashtag #pettersson posten unzählige Nutzer*innen außerdem unter anderem ihre liebsten Pfannkuchenrezepte - eines der Leibgerichte von Pettersson und Findus.
Einige Gen Zler haben sich sogar schon den Traum vom ganzen Pettersson-Anwesen erfüllt und teilen Bilder von ihrem im typischen Schweden-Stil gestalteten Zuhause. In unsicheren Zeiten wirkt das entspannte und meist schlichte Dasein von Pettersson und Findus offensichtlich besonders reizvoll.
Das ist nicht überraschend. Schließlich sehnen sich auch die Älteren heute oft nach der heilen Welt. Ihr Vorbild ist meist gar nicht so weit weg von Nordqvists Idyll - und nennt sich Bullerbü.