"Ich sammle für die Allgemeinheit"

Der Kunstsammler und Museumsstifter Reinhard Ernst

Seit den 1980er-Jahren sammelt der Unternehmer Reinhard Ernst abstrakte Kunst. Da er die Werke aber auch der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte, entstand die Idee eines eigenen Museums.

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Liebevoller Zuckerwürfel

Im Juni 2024 eröffnete das Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden. Das moderne Haus, liebevoll Zuckerwürfel genannt, beherbergt die Privatsammlung des Ehepaars Ernst, abstrakte Kunst nach 1945 bis heute aus Deutschland, Japan und den USA, insgesamt etwa zwei Tausend Werke.

Wichtig ist ihm dabei, dass auch Kinder einen Zugang zur Kunst finden – jeden Tag werden daher Schulklassen durchs Museum geführt.

Mehr Bilder als Wände

Zum Sammeln kam Ernst eher durch Zufall, denn am Anfang habe er einfach nur schöne Kunstwerke für sein Haus gesucht. „Irgendwann haben Sie dann mehr Bilder als Wände, dann sind Sie Sammler“, so Ernst in SWR Kultur.

Dass er abstrakte Kunst sammelt, begründet der Museumsgründer so: das sei die einzige Kunstform, die einem nicht vorschreibe, etwas Bestimmtes darin zu sehen. Was ihn in Gemälden fasziniert, sind vor allem die Farben.

Da Ernst und seine Frau keine Kinder haben, haben sie vor einigen Jahren eine Stiftung gegründet, die Kinder und alte Menschen unterstützt und sich um Kulturvermittlung kümmert.

Sammeln für die Allgemeinheit

Das eigene Museum war für Ernst eher eine Notwendigkeit: Für seine Sammlung mit all den großformatigen Bildern, teilweise bis zu 20 Metern lang, hätten die meisten Museen schlichtweg keinen Platz – und sie einzeln zu verkaufen, das habe er nicht übers Herz gebracht.

Es sei nicht richtig, wenn diese schönen Bilder nur zuhause hängen würden. „Früher habe ich für mich gekauft, heute sammele ich für die Allgemeinheit“, so Ernst.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Bernd Lechler
Interview mit
Reinhard Ernst