Liebesbriefe zeigen Seghers in neuem Licht
Besonders ihr Roman Transit sei „auf exzeptionelle Weise“ modern geblieben und erzähle Fluchterfahrungen, die bis heute gültig seien, sagt Volker Weidermann in SWR Kultur. Anna Seghers habe schon früh gespürt: „Ich habe wirklich etwas zu sagen und zwar etwas Unverbrüchliches“.
Zum 125. Geburtstag erscheinen nun neu entdeckte Liebesbriefe, die die junge Schriftstellerin in einem überraschend persönlichen und poetischen Licht zeigen.
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Literatur „Ich will Wirklichkeit“ – Briefe der jungen Anna Seghers
Jean Radvanyi, der Enkel der Schriftstellerin Anna Seghers und ihr Nachlassverwalter, staunte nicht schlecht, als er in einer Schachtel bislang unbekannte Briefe seiner Großmutter entdeckte. Briefe, die sie an ihren späteren Ehemann Laszlo Radványi zwischen 1921 und 1925 geschrieben hatte.
Diese Briefe sind nun im Aufbau Verlag erschienen und geben einen Einblick in das Leben der angehenden Autorin, die zu der Zeit noch ihren Geburtsnamen Netty Reiling trug.
Sie erzählen von ihren Studienjahren, der Familie und natürlich von ihrer Beziehung zu dem Mann, der ein Leben lang treu an ihrer Seite stehen sollte. Anna Seghers wurde 1900 als Kind jüdischer Eltern in Mainz geboren und floh 1941 nach Mexiko. Noch heute gilt sie als wichtige Stimme der deutschen Exilliteratur. Ihr Roman „Das siebte Kreuz“ brachte ihr internationale Bekanntheit ein und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. 1947 kehrte sie nach Deutschland zurück, lebte schließlich in der damaligen DDR und war dort bis 1978 Präsidentin des Schriftstellerverbandes.