Ein unbeschwerter Sommer am Atlantik: Elena bekommt von ihrer Freundin Ali den Vorschlag, den Sommer in einem derzeit leerstehenden Haus in Frankreich zu verbringen. Elena zögert nicht lange und sagt zu – auch, ohne zuvor mit ihrem Ehemann darüber zu sprechen. Warum dieses verlockende Angebot zustande gekommen ist, fragt Elena sich erst später, und die Antwort darauf ist eine der vielen hinterlistigen Falltüren, die Nina Bußmann in ihren in der Sommerhitze vermeintlich so unspektakulär vor sich hinlaufenden Roman eingebaut hat.
Das Buch ist aus zwei Perspektiven erzählt: Zum einen schildert Elena das Geschehen, zum anderen ihre Haushaltshilfe Eve. Dass die beiden Frauen aus ihrer sehr unterschiedlichen ökonomischen und sozialen Rolle auf die Welt schauen, versteht sich von selbst. „Drei Wochen im August“ ist ein Buch der kleinen und großen, der privaten und gesellschaftlich relevanten Konflikte und Katastrophen. Die Wälder rund um das Ferienhaus brennen; gewissermaßen über eine Zündschnur sind zudem Elena und ihr Ehemann verbunden, der nicht nachkommen kann, weil die Situation auch zu Hause aus dem Ruder gerät.
Die Stimmung im Ferienhaus ist angespannt; unerwarteter Besuch stellt sich ein, und dann verschwindet auch noch Elenas 13-jährige Tochter. Nina Bußmann inszeniert all das als ein leises und zugleich bedrohliches Kammerspiel aus Abhängigkeiten, Abneigungen und Eifersucht.