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Graham Swift: Nach dem Krieg

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Der in London geborene Schriftsteller Graham Swift ist im vergangenen Jahr 75 Jahre alt geworden. Swift ist einer der bedeutendsten englischen Autoren der Gegenwart; sein 2016 veröffentlichter Roman „Ein Festtag“ war ein internationaler Bestseller.

Nun ist ein Band mit zwölf Erzählungen von Graham Swift erschienen: „Nach dem Krieg“ kreist um Erinnerungen und Gewalterfahrungen. Swift spürt den Auswirkungen traumatischer Erlebnisse nach.

Da ist der junge englische Soldat, der im Jahr 1959 einem Amtsleiter in einer deutschen Kleinstadt gegenübersitzt und Auskunft erbittet über den Verbleib seiner jüdischen Verwandten. Da ist der frisch zum Witwer gewordene ältere Mann, der in eine Universitätsstadt reist, um das Zimmer seiner Tochter zu räumen, die sich umgebracht hat. Da ist der junge Ex-Soldat, der seit seiner Rückkehr aus dem Irak-Krieg nicht mehr fähig ist zu kommunizieren und in einer Kneipe eine Schlägerei anzuzetteln versucht. Oder die junge Frau, die sich im Jahr 1944 im Bus neben einen schwarzen Soldaten setzt und damit einen Skandal auslöst, der Auswirkungen auf ihr familiäres Umfeld haben wird.

Swift ist dezent und zugleich präzise in seiner Figurenzeichnung. Seine Geschichten stecken voller subtiler Beobachtungen und Falltüren. Man darf sich nie in Sicherheit wiegen.