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Percival Everett: Dr. No

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Seit mehr als 40 Jahren veröffentlicht der 1956 geborene US-Amerikaner Percival Everett Romane. 24 sind es mittlerweile, hinzu kommen diverse Erzähl- und Gedichtbände. In diesem Jahr erhielt Everett für seinen Roman „James“ den Pulitzer-Preis. In „James“ erfindet Everett einen Klassiker der Weltliteratur neu: Er erzählt die Geschichte von Tom Sawyer und Huckleberry Finn aus der Perspektive des schwarzen Sklaven Jim und verschiebt auf diese Weise ein Weltbild, das Generationen von Leserinnen und Lesern geprägt hat.

„Dr. No“ wurde im Original im Jahr 2022 publiziert, und der Titel zeigt bereits, dass Percival Everett auch in diesem Buch ein literarisches Spiel mit ikonischen Vorlagen betreibt. Im Mittelpunkt: Professor Wala Kitu, 36 Jahre alt, schwarz, Professor für theoretische Mathematik an der Universität von Providence, Rhode Island. „Wala“, der Vorname, stammt aus dem philippinischen Tagalog-Idiom und bedeutet übersetzt „nichts“. Kitu ist Swahili. Die Übersetzung lautet ebenfalls „nichts“.

Kitus Forschungsgebiet: das Nichts. Er wird engagiert von dem schwarzen Milliardär John Milton Bradley Sill. Sein erklärtes Ziel ist es, ein so abgrundtief böser Verbrecher zu werden, dass man auf ihn einen Doppelnull-Agenten ansetzen sollte.

Sill plant – Achtung „Goldfinger“! – einen Überfall auf das Golddepot von Fort Knox. Dort erwartet Sill, das Nichts zu finden, mit dessen Hilfe er die USA auslöschen kann. Seine Eltern wurden beide Opfer rassistischer Gewalttaten. Ein Buch, das unter seiner humorigen Oberfläche davon erzählt, was die Welt und ihre gesellschaftlichen Vereinbarungen derzeit massiv ins Wanken bringt: Moralischer Nihilismus, Chuzpe, Männer mit zu viel Geld.

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