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Thomas Pynchon: Schattennummer

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Da ist er endlich wieder, der große Unbekannte, der schon wieder nicht den Literaturnobelpreis bekommen hat und ihn wahrscheinlich auch nie bekommen wird, was allein schon deshalb schade ist, weil wir niemals erfahren werden, wen Thomas Pynchon für seine Dankesrede nach Stockholm schicken würde. Oder ob er, wie die ihm nachempfundene Schriftstellerfigur in der Fernsehserie „Die Simpsons“, einfach mit einer Papiertüte auf dem Kopf auftreten würde.

Thomas Pynchon ist 88 Jahre alt, noch immer gibt es nur die alten, inzwischen legendären Fotos von ihm, die ihn als jungen Mann mit markanten Schneidezähnen zeigen. „Schattennummer“ ist sein erster Roman seit zwölf Jahren; ein mit knapp 400 Seiten erstaunlich schmales Buch, das auch vom Stoff her eingängiger ist. Wahrscheinlich der beste Einstieg in das Pynchon-Universum seit „Vineland“.

Aber worum geht es eigentlich? Da ist Hicks McTaggart, Privatdetektiv von Beruf, der den Auftrag hat, eine Käsefabrikerbin zu finden und nach Hause zurückzubringen. Es sind die frühen 1930er-Jahre; Amerika steckt in der Großen Depression, und McTaggart verschlägt es auf seiner Suche nach Europa, wo er es mit einer kruden Mixtur aus Agenten, Nazis und anderen dubiosen Typen zu tun bekommt.

Pynchon pflegt lustvoll den Jargon der dunklen Krimis, und selbstverständlich ragt auch dieser Roman aus der Historie in die Gegenwart hinein. Und wenn zwei meisterhafte Übersetzer wie Nikolaus Stingl und Dirk van Gunsteren am Werk sind, ist die Freude am Lesen noch einmal gesteigert.

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