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Hanif Kureishi: Als meine Welt zerbrach

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Hanif Kureishi, 1954 als Sohn eines pakistanischen Botschaftsangestellten und einer englischen Mutter in London geboren, ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten englischen Gegenwartsautoren. Er schreibt Theaterstücke, Romane und Drehbücher, darunter das zu den Filmen „Mein wunderbarer Waschsalon“ und „London kills me“.

Sein neues Buch ist der Bericht eines einschneidenden Vorfalls im Jahr 2022 und der Zeit danach: „Am zweiten Weihnachtsfeiertag bin ich in Rom, als ich nach einem gemütlichen Spaziergang zur Piazza del Popolo und durch die Gärten der Villa Borghese wieder zu Hause war, gestürzt. Ich saß an einem Tisch in Isabellas Wohnzimmer und schaute auf meinem iPad Fußball, Mo Salah hatte gerade gegen Aston Villa getroffen. Dazu trank ich ein Bier. Plötzlich wurde mir schwindelig. Ich beugte mich vor und senkte den Kopf zwischen die Knie. Ein paar Minuten später kam ich in einer Blutlache zu mir, mein Hals war grotesk verdreht, Isabella kniete neben mir.“

Sehr schnell wird Kureishi klar, dass es zwischen seinem Kopf und seinem Körper keine Verbindung mehr gibt. Er ist vom Hals abwärts gelähmt, kann seine Arme und Beine nicht mehr bewegen.

Das Buch hat er im Krankenhausbett, zunächst in Rom, später in London, seiner Frau oder seinen Söhnen diktiert. Es ist ein zumindest streckenweise erstaunlich komischer und leichter Text. Sicher, Kureishi beobachtet sich und seinen Zustand mit einer schmerzhaften Gnadenlosigkeit.

Sein Gehirn beginnt in der erzwungenen Bewegungslosigkeit seines Körpers auf Hochtouren zu arbeiten. Er erinnert sich an sein Leben, an ein Aufwachsen als Einwandererkind, an seine ersten Erfolge, an seine Freundschaft zu Salman Rushdie, philosophiert über politische und gesellschaftliche Entwicklungen, macht sich über seine Situation lustig – und stellt trotzdem die Frage, warum gerade ihm all das passieren musste.

Die Fiktion, so schreibt Kureishi, habe er aufgegeben. Stattdessen hat er einen lebensklugen Bericht aufschreiben lassen, balancierend zwischen Tragik und Komik.

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