Buchtipp 1: Ein typischer Fitzek
Preis: 26 Euro
Darum geht's:
Sebastian Fitzek gehört inzwischen zum Herbst wie Pumpkin-Spice-Latte und Kürbissuppe. Nach "Das Kalendermädchen" (2024) und "Der Nachbar" (2025) legt der Thriller-Bestsellerautor nun seinen nächsten Psychothriller vor.
Diesmal geht es in einen der luxuriösesten Nachtzüge der Welt. Im Mittelpunkt steht der Berliner Strafverteidiger Adrian Corvin. Seine Frau wurde ermordet, sein fünfjähriger Sohn entführt. Die Frau, die den Mord gestanden hat, lockt Adrian in den Nachtzug und verspricht ihm, seinen Sohn lebend zurückzubringen. Doch dafür muss Adrian eine Bedingung erfüllen, die eigentlich unmöglich ist.
"Du steigst ein … und kommst wahrscheinlich 400 Seiten lang nicht mehr raus."“ Nach 20 Jahren Fitzek – kann er noch überraschen? Offenbar schon. Flugzeug, Kreuzfahrtschiff, jetzt Nachtzug: Fitzek sucht sich immer neue Schauplätze, an denen sich Spannung besonders gut entfalten kann.
Unser Eindruck: Klaustrophobisch, rasant und typisch Fitzek.
Buchtipp 2: Ein neuer Fall für Ermitterlin Kate Lineville
Preis: 26 Euro
Darum geht's:
Von Deutschlands Thriller-König zur Thriller-Königin: Charlotte Link schickt ihre Ermittlerin Kate Linville in ihren sechsten Fall. Kate ist eine britische Polizistin, die wir 2015 in "Die Betrogene" kennengelernt haben. Seitdem hat sie es mit verschwundenen Mädchen, miteinander verbundenen Anschlägen, einem Mord in einer verschneiten Nacht und zuletzt einem Jahre zurückliegenden Familienmassaker zu tun bekommen.
"In Kalte Tage" beginnt alles in einer eisigen Winternacht. Mariana wartet auf ihre Tochter Gillian, die sich mit einem Mann aus einer Dating-App getroffen hat. Plötzlich steht ein Fremder in ihrer Wohnung. Am nächsten Morgen wird bei einem Einbruch ein Mann erschossen aufgefunden – und eine junge Frau ist verschwunden. Kurz darauf verschwindet auch noch ein Mann, der allein auf einer Landstraße unterwegs war. Kate Linville und ihr Kollege erkennen schnell: Da draußen ist jemand unterwegs, der absolut skrupellos ist.
Die "Rosamunde Pilcher der Thriller", Charlotte Link, verbindet britische Landschaften, einsame Häuser, Küsten, Hochmoore, Familiengeheimnisse und komplizierte Beziehungen mit mörderischer Spannung.
Buchtipp 3: Die Eberhofer-Reihe geht weiter
Preis: 18 Euro
Darum geht's:
Niederkaltenkirchen ruft – und Franz Eberhofer ist zurück. Mit "Fleischpflanzerl-Misere" erscheint bereits der 14. Fall der beliebten Reihe. Angefangen hat alles mit Winterkartoffelknödel, danach folgten unter anderem Dampfnudelblues, Schweinskopf al dente, Grießnockerlaffäre und Sauerkrautkoma.
Und jetzt? Silvesternacht in Niederkaltenkirchen. Der ehemalige Bürgermeister ruft Eberhofer an und behauptet ziemlich alkoholisiert, er habe Schüsse gehört. Franz winkt zunächst ab – schließlich ist Silvester. Doch ein paar Tage später wird tatsächlich eine Leiche aus dem Mühlsee gezogen. Also muss Franz ermitteln. Mit dabei: Rudi Birkenberger, die ehrgeizige Susi, die Oma – und natürlich jede Menge Fleischpflanzerl. Ganz normaler Eberhofer-Wahnsinn also.
Warum funktioniert Eberhofer auch nach 14 Fällen? Weil der Mord fast zur Nebensache wird. Natürlich will man wissen, wer der Täter ist. Aber eigentlich kommt man wegen Franz, Rudi, Susi, der Oma, Simmerl und dem kompletten Niederkaltenkirchen-Kosmos wieder. Wie bei einer guten Serie kennt man die Figuren inzwischen seit Jahren – und möchte trotzdem unbedingt beim nächsten Fall wieder dabei sein.
Im Studio: Thomas Sachsenmaier, SWR Buchkritiker