Interview mit Daryll Delgado im englischen Original
„Wir sahen die Toten auf der Straße liegen“: Daryll Delgado erzählt vom Taifun Haiyan
Mehr philippinische Literatur
Buchkritik Archie Oclos – Die Straßenkatzen von Manila
Im Comic „Die Straßenkatzen von Manila“ blickt Archie Oclos mit den Augen von sechs Katzen auf das menschliche Treiben der philippinischen Hauptstadt. Sie sehen Armut, Korruption und Gewalt. Aber auch unerwartete Hilfsbereitschaft.
Rezension von Silke Merten
Mehr aktuelle Literaturthemen
lesenswert Magazin Keine Panik! Neue Philippinen-Bücher und eine wüste Poetikvorlesung
Wir lernen heute die Philippinen kennen. Außerdem schauen wir Barbi Marković beim Verfertigen einer Poetikvorlesung zu. Und wir tauchen tief in die Frauen-Buch-Bewegung ein.
Die Safe Spaces der 1970er Jahre „Frauenbuchläden waren anfangs auch Beratungszentren“: Die Geschichte der Frauen-Buch-Bewegung
Die Frauen-Buch-Bewegung – jetzt erstmals aufgearbeitet! In ihrem Buch „Sand im patriarchalen Getriebe“ erzählt Doris Hermanns ein Stück westdeutscher Literaturgeschichte.
Katharina Borchardt im Gespräch mit Doris Hermanns
Buchkritik Barbi Marković – Stehlen, Schimpfen, Spielen
13 Tage hat die Schriftstellerin Barbi Marković Zeit, um eine Super-Poetikvorlesung zu fabrizieren. Dabei geht es um alles: ihren Werdegang, ihr Schreiben, die Sache mit Thomas Bernhard und den höheren Sinn von allem. Alles weitere dazu steht in ihrem Buch „Stehlen, Schimpfen, Spielen".
Rezension von Eberhard Falcke
Diskussion über vier Bücher SWR Bestenliste Mai mit Büchern von Nadja Küchenmeister, Yasmina Reza, Antje Rávik Strubel und Martin Mosebach
Einigkeit bei Reza, Dissens bei Mosebach – Cornelia Geißler, Beate Tröger und Denis Scheck diskutierten in der Heidelberger Stadtbibliothek vier auf der SWR Bestenliste im Mai verzeichneten Werke. Auf dem Programm standen: Nadja Küchenmeisters Langgedicht „Der Große Wagen“ (Schöffling), Antje Rávik Strubels Roman „Der Einfluss der Fasane“ (S. Fischer), Martin Mosebachs Roman „Die Richtige“ (dtv) und Yasmina Rezas Kurzprosa „Die Rückseite des Lebens“ (Hanser).
Es geht in den Büchern um Erinnerungsschichten, die sich übereinanderlegen und ein Innehalten einfordern, um Sinnkrisen in mediale Erregungswellen, um das sprachgemalte Portrait eines übergriffigen Kunstmalers und um existentielle Kippmomente, die zu einem Verbrechen oder zur Erkenntnis führen.
Die Jurymitglieder lobten einhellig die Sprachkunst Yasmina Rezas, die sich im genauen Beobachten und in der literarischen Offenheit gegenüber den Eigenheiten auf der „Rückseite des Lebens“ zeigt. Äußerst kontrovers wurde Martin Mosebachs Roman „Die Richtige“ diskutiert. Denis Scheck ist von der Sprachmacht des Autors begeistert, die ihn an Thomas Mann erinnere. Beate Tröger und Cornelia Geißler kritisieren den „altbackenen“ Stil Mosebachs, in dem eindimensionale und regressive Frauenfiguren geschildert werden.
Während Strubels Mediensatire „Der Einfluss der Fasane“ als satirisches und nicht durchweg überzeugendes Nebenwerk der Buchpreisträgerin einsortiert wurde, fand die Jury bei der Analyse der formschönen Lyrik Nadja Küchenmeisters wieder zusammen. In „Der Große Wagen“ geht es nicht nur um ein literaturberühmtes Sternbild, sondern auch um die Frage, wie die Sprache im sich ständig drehenden Erinnerungskreislauf zum Fixstern werden kann.
Aus den vier Büchern lasen Isabelle Demey und Dominik Eisele. Durch den Abend führte Carsten Otte.