Dämonische Mächte
Seltsame Fremde begegnen dem kleinen Franz im Klostergarten und warnen ihn vor den Sünden seines Vaters. Doch noch weiß niemand, was das bedeutet. Nach einer beschaulichen Kindheit bei den Zisterzienserinnen entscheidet er sich dafür, Kapuzinermönch zu werden, auch wenn er sein sexuelles Verlangen kaum beherrschen kann. Unter seinem Klosternamen Medardus wird er zu einem charismatischen Prediger.
Der Frevel
Verletzte Eitelkeit und Hybris verleiten Medardus dazu, das Elixier des Teufels, das in der Reliquienkammer aufbewahrt wird, zu trinken. Der Fluch, der über seinem Leben liegt, entfaltet bald seine volle Wirkung. Sexuelle Wahnvorstellungen suchen Medardus heim und an ein ruhiges Leben im Kloster ist nicht mehr zu denken.
Das Verderben
Ein Auftrag des Abts führt Medardus in die Welt. Ein Unglück spielt ihm in die Hände und verschafft ihm eine neue Identität als Graf Viktorin. Und so erfüllt sich sein Schicksal als Spielball dunkler Mächte. Von Begierde und Wahn getrieben, wird Medardus zum Ehebrecher und Mörder.
Ein Traum als Vorlage
Die Idee zu seinem Schauerroman kam E.T.A. Hoffmann in einem Traum. Den ersten Teil des Romans schrieb er in nur vier Wochen nieder.
Das gesamte Werk erschien erstmals 1815/16 in Berlin und gilt inzwischen als berühmtester und erfolgreichster Gruselklassiker der deutschen Literatur.
„Die Elixiere des Teufels“ von E.T.A. Hoffmann in der ARD Audiothek anhören
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Folge 1/34
Der kleine Franz wird im ostpreußischen Kloster zur Heiligen Linde geboren. Schon bald wird klar, dass sein Leben einer besonderen Bestimmung folgt und von dunklen Prophezeiungen überschattet ist. Doch zunächst erlebt er eine glückliche Kindheit unter der Fürsorge der Äbtissin eines Zisterzienser-Nonnenklosters in Franken, zu der ihn seine Mutter bringt.
Folge 2/34
Mit sechzehn Jahren entscheidet sich Franz, Mönch zu werden, und tritt ins Kapuzinerkloster in Bamberg ein. Doch schon bald hat er mit seinem sexuellen Verlangen zu kämpfen und steigert sich in einen Liebeswahn.
Folge 3/34
Sein sexuelles Verlangen stürzt Franz in einen tiefen inneren Konflikt. Um Ruhe vor der Versuchung finden, drängt er darauf, Novize zu werden. Er nimmt den Klosternamen Medardus an und wird zu einem charismatischen Prediger, zu dem die Gläubigen in Scharen strömen.
Folge 4/34
Der Erfolg als Prediger steigt Medardus zu Kopf. Er wird überheblich, selbst dem Prior gegenüber. Der Kirchenmaler, der ihm schon als geheimnisvoller Fremder in früher Kindheit begegnet ist, erscheint ihm bei einer Predigt. Medardus verliert die Fassung und seine Rednergabe. Von böser Macht getrieben, trinkt er von den Elixieren des Teufels, die in der Reliquienkammer verwahrt werden. Seine Beredsamkeit kehrt zurück.
Folge 5/34
Eine fremdartige, schöne Frau erscheint Medardus in der Klosterkirche und gesteht ihm ihre Liebe. Medardus glaubt, in ihr die heilige Rosalia zu erkennen und wird vor Begierde halb wahnsinnig. Der Prior, der seine Not erkennt, schickt ihn mit einem Auftrag für die Kurie nach Rom. Auf dem Weg wird Medardus Auslöser eines Unglücksfalls, bei dem ein junger Graf von einem Felsen in die Tiefe stürzt. Medardus sieht dem Verunglückten zum Verwechseln ähnlich und nimmt dessen Identität an.
Folge 6/34
In seiner neuen Identität als Graf Viktorin wird Medardus Gast im Schloss eines Barons. Nur der Gutsverwalter Reinhold erkennt in ihm den begnadeten Redner und Mönch Medardus. Reinhold glaubt, Medardus sei von der Baronesse Euphemie in geheimer Mission zu ihrem schwermütigen Stiefsohn Hermogen geschickt worden. Fortan spielt Medardus eine verwirrende Doppelrolle als Graf Viktorin und Mönch.
Folge 7/34
Medardus wird als Graf Viktorin der Liebhaber der Baronesse. Doch eigentlich verzehrt er sich nach deren Stieftochter Aurelie, die ihn an die heilige Rosalia erinnert. Aurelies Bruder Hermogen, den ein düsteres Geheimnis plagt, entlarvt Medardus als Heuchler. Der gerät in Panik.
Folge 8/34
Euphemie prahlt vor Medardus, alias Graf Viktorin, damit, wie sie den alten Baron dazu gebracht habe, sie zu heiraten, nachdem Hermogen kein Interesse an ihr gezeigt hatte. Und wie sie danach Hermogen aus Rache verführte. Jetzt ist er ihr lästig, genauso wie die unschuldige Aurelie.
Folge 9/34
Euphemie will den Tod des Barons, bevor Hermogen ihm von ihrem Ehebruch berichten kann. Medardus soll ihr helfen. Als er sich weigert, versucht sie, Medardus zu vergiften, trinkt aber an seiner Stelle von dem tödlichen Getränk und stirbt. Hermogen erwischt Medardus, als der Aurelie bedrängt, und wird im Handgemenge von ihm getötet. In weltlicher Kleidung flieht Medardus aus dem Schloss.
Folge 10/34
Mit Bestechungsgeld und unter Einsatz seiner Redegewalt gelingt es Medardus, sich von Bauern zu befreien, die ihn wegen seines sonderbaren Aussehens als Dieb festsetzen wollen. Er flieht weiter. In einer Handelsstadt beauftragt er den wunderlichen Friseur Pietro Belcampo, seine Frisur der städtischen Mode anzupassen, damit er nicht mehr als Mönch zu erkennen ist.
Folge 11/34
Unter dem Namen Leonhard stürzt sich Medardus in sein neues, bürgerliches Leben. Das findet ein abruptes Ende, als er in einer Ausstellung Bilder der Äbtissin, von Aurelie und einem unbekannten Pilger aus seiner Kindheit sieht. Der Maler ist niemand anderes als der Fremde, der ihm einst während seiner Predigt erschienen ist. Während einer Abendgesellschaft erzählt der Maler vom Teufel im Kapuzinergewand, der zum Mörder geworden ist. Medardus erkennt seine eigene Geschichte und verliert die Fassung.
Folge 12/34
Auf seiner ziellosen Reise findet Medardus nach einem Wagenbruch Zuflucht in einem Forsthaus. Dort begegnet er sich selbst im Traum, ein Mönch in Kapuzinerkutte, der wirres Zeug faselt. Medardus hält ihn für den Teufel selbst. Am nächsten Tag steht das Traumbild leibhaftig vor ihm.
Folge 13/34
Bei einem Jagdausflug erzählt der Förster die Geschichte des wahnsinnigen Mönchs, der mal glaube, ein Graf zu sein, mal ein entflohener Kapuzinermönch, der vom Elixier des Teufels getrunken habe und dem Satan selbst begegnet sei. Außerdem soll er auf dem Schloss des Barons schwere Sünden begangen haben. Mit Grauen hört Medardus die Parabel seines eigenen Lebens.
Folge 14/34
Als Privatgelehrter Leonhard lebt Medardus in der fürstlichen Residenzstadt. Bei einem Spaziergang sieht er die Fürstin und ist bis ins Mark getroffen von deren Ähnlichkeit mit der Äbtissin, seiner Pflegemutter. Medardus sucht die Bekanntschaft des Fürsten und schafft es, zu seinem Hofzirkel eingeladen zu werden.
Folge 15/34
Das fürstliche Leben gefällt Medardus. Nur die Fürstin ist über sein Erscheinen beunruhigt. Medardus behauptet, aus Polen zu kommen. Er gewinnt beim Glücksspiel, als er auf einer Spielkarte das Antlitz Aurelies erkennt, und fährt so hohe Gewinne ein, dass es den anderen unheimlich wird.
Folge 16/34
Am Hof des Fürsten Alexander erzählt dessen Leibarzt spaßige Geschichten über seine Reiseerlebnisse. Medardus genießt das unbeschwerte Leben am Hof als Privatgelehrter Leonhard. An sein früheres Leben denkt er kaum mehr.
Folge 17/34
Medardus wird am Hof mit seiner Herkunft und Vergangenheit konfrontiert. Die Fürstin meidet ihn, weil er sie an einen Mann erinnert, der großes Leid an den Hof gebracht hatte: Francesko. Er verliebte sich einst in eine Italienerin, die Prinz Albert, der Bruder des Fürsten heiraten wollte, und erstach den Prinzen aus Eifersucht. Dieser Francesko ist Medardus‘ Vater.
Folge 18/34
Aurelie taucht am Hof des Fürsten auf und erkennt in Medardus den Mörder ihres Bruders. Ohnmächtig bricht sie zusammen. Medardus wird gefangengenommen. Vor dem Richter spielt er den Unschuldigen und erfindet eine abenteuerliche Biografie.
Folge 19/34
Medardus gibt sich für einen Polen aus und flicht in seine Lügengeschichte geschickt Hinweise auf seinen Doppelgänger Graf Viktorin ein, dessen Identität er im Schloss des Barons angenommen hatte. Bei einem weiteren Verhör identifiziert der Mönch Cyrillus Medardus eindeutig als seinen Mitbruder. Doch Medardus streitet weiterhin alles ab.
Folge 20/34
Es steht schlecht um Medardus. Seine Lügengebäude drohen einzustürzen, obwohl er versucht, alle Verbrechen dem verunglückten Graf Viktorin anzulasten. Eine Stimme quält ihn im Gefängnis, die er nicht zuordnen kann.
Folge 21/34
Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit wird Medardus freigelassen. An seiner Stelle sitzt der verrückte Mönch aus dem Forsthaus jetzt in Haft. Es ist Graf Viktorin, der Halbbruder von Medardus aus der Verbindung von Francesko mit der Italienerin. In einer Vision, die sich bewahrheiten soll, gesteht Aurelie Medardus ihre Liebe.
Folge 22/34
Die tiefe Zuneigung zu Aurelie lässt Medardus sein frevlerisches Leben vergessen. Aurelie liebt ihn, aber hält ihn für den Privatgelehrten Leonhard, der Opfer einer Verwechslung wurde. Als der Fürst Medardus mit Aurelie verheiraten will, ist Medardus innerlich zerrissen. Er will die Geliebte nicht zur Frau eines verbrecherischen Mönchs machen und ist im Netz seiner Lügen gefangen.
Folge 23/34
Medardus liest heimlich einen Brief, den Aurelie an die Äbtissin geschrieben hat, und erfährt von der engen Verbindung zwischen ihm und Aurelie: Aurelies Mutter war die Geliebte von Medardus‘ Vater Francesko, den Hermogen für den Teufel hielt. Aurelie berichtet von Traumbildern, die sie in der frühen Jugend verfolgten, und in denen sie der Liebe zu einem Kapuzinermönch verfiel, der Medardus hieß.
Folge 24/34
Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Am Tag von Medardus‘ Vermählung mit Aurelie wird sein Halbbruder Graf Viktorin zum Richtplatz gefahren. Er erkennt Medardus und ruft ihm wilde Verwünschungen zu. Medardus, völlig von Sinnen, sticht Aurelie nieder und flieht, verfolgt vom Gespenst seines Doppelgängers.
Folge 25/34
Graf Viktorin entkommt dem Henker. Er überfällt Medardus und stiehlt dessen Kleider. Der Friseur Pietro Belcampo findet Medardus und schleppt ihn über die Grenze. Nach drei Monaten erwacht Medardus aus tiefer Ohnmacht. Er ist im Irrenhaus unter der Obhut der barmherzigen Brüder in Italien. Seltsamerweise kennen die Brüder seinen wahren Namen.
Folge 26/34
Medardus verlässt das italienische Irrenhaus als Mönch und pilgert nach Rom. In einem Kapuzinerkloster sieht er das Bild der heiligen Rosalie, das ihn an Aurelie erinnert. Er beichtet dem Prior seine Verbrechen und unterwirft sich strengster Buße. Der Prior verrät ihm, dass Aurelie lebt.
Folge 27/34
Der Prior übergibt Medardus das Buch des fremden Malers, der Medardus immer wieder erscheint. Darin ist die Geschichte der Abstammung des Medardus geschrieben, die auf Leonardo da Vinci zurückgeht und in der Frevel und Hybris Tradition haben.
Filge 28/34
Medardus erhält verwirrende Informationen über seine Familiengeschichte. Sein Vorfahr, der Maler Francesko, Sohn eines italienischen Fürsten, wurde zu einem Teufelstrank verführt und ist seitdem zu ewiger Ruhelosigkeit verdammt. Ein Fluch, der auch über seinen Nachkommen liegt und zu Ehebruch, Verrat und Mord führt.
Folge 29/34
Der Fluch über den alten Malter bestimmt auch das Schicksal von Medardus und Aurelie, die dessen Nachkommen sind. Der alte Maler versucht, auf ihre Leben Einfluss zu nehmen, um Schlimmstes zu verhindern.
Folge 30/34
Durch seine Frömmigkeit fällt Medardus in Rom auf und wird zum Günstling des Papstes. Das bringt ihn direkt in Lebensgefahr. Pietro Belcampo, der mittlerweile Puppenspieler ist, warnt ihn. Die Dominikaner töten den alten Cyrillus und versuchen, auch Medardus zu vergiften.
Folge 31/34
Medardus flieht vor den Dominikanern und macht sich auf den Weg zu seinem Kloster in Bamberg. Auf der Reise wird er mit seinen früheren Sünden konfrontiert und denkt wehmütig an Aurelie.
Folge 32/34
Die Klosterbrüder nehmen Medardus wieder auf. Sein Prior verzeiht ihm, fordert aber genaue Auskunft, um hinter das Geheimnis von Medardus‘ Doppelgänger zu kommen, der die Wege des Priors kreuzte.
Folge 33/34
Das Nonnengelübde Aurelies lässt Medardus noch einmal in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Mit letzter Kraft gelingt es ihm, das Böse niederzukämpfen. Am Altar wird Aurelie erstochen. Medardus erkennt in ihrem Mörder seinen Doppelgänger.
Folge 34/34
Für Medardus steht eine letzte Bußübung an: Er soll seine Geschichte niederschreiben.