Alles ist gut unten am Fluss. Die hiesigen Hasen leben fröhlich und unbesorgt. Besonders entspannt ist der Hase Baldrian. Er besitzt nichts. Und: „Wenn er irgendwo war“, schreibt Janosch, „wurde alles ganz ruhig“.
Deshalb hat es just auf ihn auch die Bande des Wilden Hundes abgesehen. Es sind bullies, und wir können hier gerne an alle Tyrannen denken, die wir kennen.
Sie schnappen sich den kleinen Hasen Baldrian, rufen ihn zum König aus und zerren ihn auf einen schwankenden Thron, eine Art Hochsitz, um den dann umzukippen. Sie wollen, dass Baldrian stürzt. Sie wollen über ihn lachen. Der Wackelthron kippt tatsächlich. Baldrian aber… Baldrian fällt nicht. Baldrian bleibt im Schneidersitz in der Luft sitzen.
Der Yogi-Lifestyle auch für Hasen
Baldrian ist Zen. Davon versteht Janosch etwas, der Yogi ist und sein Leben lang versucht hat, den strengen Katholizismus seiner oberschlesischen Familie in etwas Farbiges zu wandeln.
Wobei! Als Luftsitzer Baldrian zurück ins Gras zu den anderen Hasen gleitet, ist er auf einmal „mitten unter ihnen“. Das klingt dann doch ein bisschen nach Friedefürst, also nach Jesus.
Was sich aber mit Zen ja nicht beißt. Wie Baldrian danach dem Hirsch, der ihn auf die Hörner nehmen will, einfach mit einem Schritt aus dem Weg geht, das hat er auf jeden Fall aus dem Tai Chi. Sich negativem Qi nicht entgegenstellen, sondern es vorbeiziehen lassen. Baldrian ist weise, er ist ein kleiner Buddha.