Sexismus in der Krimi-Welt
Am Anfang war es nur eine Mitgliederversammlung, erzählt Organisatorin Kirsten Sawatzki. Denn die „Mörderischen Schwestern“ gründeten sich als Zusammenschluss von Krimiautorinnen, die sich gegenseitig unterstützten. Als Frau schlage einem da oft viel Skepsis entgegen, berichtet Krimi-Autorin Heidi Moor-Blank.
Es wird ihnen nicht so sehr zugetraut, dass sie sehr blutig schreiben können, dass sie richtige harte Krimis schreiben können. Es wird ihnen oft ein geringerer Vorschuss angeboten.
Hunderte Mitglieder bundesweit
Der Verein besteht inzwischen aus rund 800 Krimi-Autorinnen, rund hundert von ihnen treffen sich jährlich zum Austausch. Sie beraten sich gegenseitig etwa zur Verlagswahl und unterstützen sich mit Feedback zu aktuellen Schreibprojekten. Von diesem Treffen ausgehend reifte schließlich die Idee eines Festivals heran.
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Wir haben gesagt, das kann nicht sein, dass hundert Autorinnen in eine Stadt kommen und keiner bekommt es mit. Und deshalb haben wir gesagt, hundert Autorinnen, zehn Events, eine Stadt.
Expertenwissen zu Tatortreinigung und Cold Cases
Auf dem Programm stehen etwa Krimi-Lesungen für Kinder oder Senioren und ein Jugendschreibwettbewerb. Für die Autorinnen gibt es außerdem noch geschlossene Veranstaltungen, bei denen etwa eine Tatortreinigerin und ein LKA-Mitarbeiter, der auf Cold Cases spezialisiert ist, ihre Expertise teilen.
Unter den „Mörderischen Schwestern“ ist der Zusammenhalt groß, berichtet Sawatzki. Am Anfang habe sie Sorge gehabt, jemand könne den Austausch missbrauchen, um ihre Ideen zu stehlen.
Inzwischen sei sie da entspannter und gebe ihre Manuskripte gerne für Feedback an Kolleginnen. Und außerdem, fügt Moor-Blank mit einem Schmunzeln hinzu, wäre es sehr gewagt, Ideenklau ausgerechnet bei Frauen zu betreiben, die sich so gut mit heimlichen Mordmethoden auskennen.
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