Gespräch mit Investigativjournalist Sundermeyer

Die rechtsalternative Buchmesse „Seitenwechsel“ – Viele Besucher aus dem bürgerlichen Spektrum

Am 8. und 9. November fand in Halle die Buchmesse „Seitenwechsel“ statt, veranstaltet von der Dresdner Buchhändlerin und Verlegerin Susanne Dagen. Neben konservativen und rechten Ausstellern waren auch Akteure der rechtsextremen Szene anwesend.

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Treffen von AfD-Mitgliedern und der gesamten rechten Publizistik

In Halle hätten sich am Wochenende organisierte Neonazis aus Sachsen und Dortmund, zahlreiche AfD-Mitglieder und Abgeordnete und die gesamte rechte Publizistik getroffen, sagte der Investigativjournalist Olaf Sundermeyer in SWR Kultur. Das Bemerkenswerteste sei jedoch gewesen, dass die große Zahl der Besucher Menschen aus dem bürgerlichen Spektrum waren.

Auf der Messe habe man eine „Verbindung zwischen neurechter Publizistik und Menschen, die nicht mehr einverstanden sind mit den demokratischen Verhältnissen hier in Deutschland“ beobachten können, so Sundermeyer.

Vermutlich wird der Zuspruch im kommenden Jahr noch größer sein

Genau die, die dort gewesen sind, wären im Anschluss nach Hause gegangen und hätten diesen Geist weitergetragen: „Sie leben diese Gegenkultur ganz offensiv, nicht in versteckten Internetforen, sondern auch in der großen Publizistik, die ja mittlerweile auch auf der Bestsellerliste Einzug gehalten hat.“

Weiter sagte Sundermeyer: „Wir haben im Osten mittlerweile einen Aggregatzustand, wo der Rechtsextremismus so weit normalisiert ist, dass man aktiv nicht mehr richtig dagegen vorgehen kann.“

Er rechne damit, so die Prognose des Journalisten, dass die rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ im kommenden Jahr noch größeren Zuspruch finden werde. Dadurch wachse der „kulturelle Resonanzboden“ der AfD weiter, und das in einem Bundesland, in dem im kommenden Jahr Landtagswahlen stattfinden.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Doris Maull
Doris Maull
Interview mit
Olaf Sundermeyer