Osterlesetipp

Das Ei als Metapher: Saba Sams’ „Wir sind das Leben“

Gespräche über Mutterschaft und ein Spiegelei als Metapher: Saba Sams’ „Wir sind das Leben“ erzählt von Jules, Nim und der Sehnsucht nach Familie.

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Von Autor/in Nina Wolf

Vergessen wir mal kurz die bunten Ostereier im Garten. In diesem Roman geht es um ganz andere Eier, sie werden nicht versteckt, sondern in die Pfanne geschlagen:

Die beiden Freundinnen Jules und Nim sitzen nach einer langen Nachtschicht beim Frühstück zusammen. Jules leitet den Club, das „Gunk“, mit ihrem Ex-Mann Leon, Nim arbeitet an der Bar.

Und immer wieder spendiert Jules der jüngeren Nim das gleiche Frühstück: Brot mit Spiegelei.

Zwischen den beiden Frauen entsteht Vertrautheit, Freundschaft. Sie sprechen über Beziehungen, über Mutterschaft und über Jules’ Angst, vielleicht nie selbst Mutter werden zu können, obwohl sie sich, eigentlich, seit sie denken kann, nichts sehnlicher wünscht als ein Kind, für das sie sorgen will.

Das Ei als Metapher

Und das Ei? Ist hier natürlich die ultimative Metapher: für Fruchtbarkeit, für Möglichkeiten, für ein Leben, das entstehen könnte. Kein Zufall also, dass auf dem Cover der englischen Originalausgabe ein Spiegelei prangt.

Schließlich wird Nim schwanger und schließt mit Jules einen Deal: Die soll das Baby großziehen. Saba Sams denkt im Roman über Vertrauen und Fürsorge nach, über Mutter-Kind-Beziehungen und darüber, was Familie eigentlich bedeutet. Das macht sie sprachlich treffend, Klischees dieser Sujets umschifft sie gekonnt.

„Wir sind das Leben" ist der Debütroman der 1996 im englischen Brighton geborenen Autorin, „Gunk“ heißt er im Original, wie der Club. Augenzwinkernd? „Gunk“, übersetzt Mist, oder so etwas wie Schnodder: wie der glibberige Dotter eines Eis.

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Nina Wolf