Neuer Erzählband von Salman Rushdie

Salman Rushdie-Übersetzer Bernhard Robben: „Die Angst ist immer da“

Zwei Jahre nachdem der Schriftsteller Salman Rushdie einen Mordanschlag überlebte, erscheint „Die elfte Stunde“, ein Erzählband, der sich episodenhaft mit dem Tod beschäftigt. Sein deutscher Übersetzer Bernhard Robben hat Rushdie durch diese Zeit begleitet.

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Rushdie musste sich das Erlebte von der Seele schreiben

Das Schreiben habe Rushdie geholfen, das Erlebte zu verarbeiten – vorher habe Rushdie keinen Zugang zum Erzählen gefunden, berichtet Robben. „Er musste sich das wirklich von der Seele schreiben. Und danach, hat er erzählt, ist der Erzählraum wieder für ihn geöffnet gewesen.“

Das Attentat auf Rushdie kam keineswegs aus dem Nichts, sagt Robben. Rushdie hatte vor allem mit seinem Roman „Die satanischen Versen“ Islamisten provoziert; die iranische Geistlichkeit verurteilte ihn wegen Gotteslästerung zum Tod und rief zum Mord an ihm auf. Bis heute ist nicht bekannt, wer die deutsche Übersetzung des Romans verfasste. Er selbst sei es nicht gewesen, sagt Robben.

Auftritte mit Rushdie trotz Angst

Wer sich mit Rushdie zeigt, lebt gefährlich, so schildert es Robben. Bei gemeinsamen Auftritten etwa sei die Angst immer da. Trotzdem sei es ihm wichtig gewesen, weiter an Rushdies Seite zu bleiben: „Es war immer auch der Trotz. Denn trotz dieser Angst wusste ich, ich kann mich denen nicht entziehen. Und ich werde mit ihm auftreten, auch wenn die Angst da ist.“

Archivradio Irans Todesurteil gegen Autor Salman Rushdie

15. bis 17.2.1989 | Salman Rushdies Roman "Die satanischen Verse" enthält viele Anspielungen auf den Propheten Mohammed. Fundamentalreligiöse Muslime sind empört.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Kerstin Bachtler
Interview mit
Bernhard Robben Übersetzer