Rushdie musste sich das Erlebte von der Seele schreiben
Das Schreiben habe Rushdie geholfen, das Erlebte zu verarbeiten – vorher habe Rushdie keinen Zugang zum Erzählen gefunden, berichtet Robben. „Er musste sich das wirklich von der Seele schreiben. Und danach, hat er erzählt, ist der Erzählraum wieder für ihn geöffnet gewesen.“
Das Attentat auf Rushdie kam keineswegs aus dem Nichts, sagt Robben. Rushdie hatte vor allem mit seinem Roman „Die satanischen Versen“ Islamisten provoziert; die iranische Geistlichkeit verurteilte ihn wegen Gotteslästerung zum Tod und rief zum Mord an ihm auf. Bis heute ist nicht bekannt, wer die deutsche Übersetzung des Romans verfasste. Er selbst sei es nicht gewesen, sagt Robben.
Auftritte mit Rushdie trotz Angst
Wer sich mit Rushdie zeigt, lebt gefährlich, so schildert es Robben. Bei gemeinsamen Auftritten etwa sei die Angst immer da. Trotzdem sei es ihm wichtig gewesen, weiter an Rushdies Seite zu bleiben: „Es war immer auch der Trotz. Denn trotz dieser Angst wusste ich, ich kann mich denen nicht entziehen. Und ich werde mit ihm auftreten, auch wenn die Angst da ist.“