Buchhandlungen haben Nachwuchsprobleme
Dass es anders gehen kann, zeigt die Karlsruher Stephanus Buchhandlung: Von dort aus haben die Buchhändler*innen Jörg Mattusch und Katharina Bruns seit 2023 ein Netz aus Buchhandlungen mit 14 Läden geknüpft. „Wir haben festgestellt, dass eigentlich das ganz große Problem ist, dass gute, kleine Buchhandlungen, die sehr gut von den bisherigen Inhaber*innen geführt werden, keine Nachfolge finden“, so Jörg Mattusch in SWR Kultur. Das liege daran, dass kaum noch jemand das finanzielle Risiko auf sich nehmen wolle, einen kleinen Laden selbst zu führen.
Karlsruher Buchhandlung mit eigenem Modell
Mit ihrer MB Buch & Medien GmbH kaufen Jörg Mattusch und Katharina Bruns genau solche Buchhandlungen auf, die zwar gut laufen, aber keine Nachfolge finden. Ihr Anliegen sei es nicht, Buchhandlungen unter ihrem Namen zu formieren, sondern dafür zu sorgen, dass diese „weiterhin mit ihrem Namen und ihrem Konzept so bestehen bleiben“, so Jörg Mattusch. Das Ziel: Die Buchhandlung so zu erhalten, wie sie sich in der Region bewährt hat.
Konzept: Kaufen und bewahren
Doch zu zweit werden Jörg Mattusch und Katharina Bruns das Buchhandlungssterben nicht stoppen können. Heutzutage sind Buchhandlungen immer weniger allein Verkaufs- oder Beratungsräume. Dank Lesungen und anderen Veranstaltungen werden sie immer mehr auch zu sozialen Treffpunkten in einer Stadt, beobachtet Jörg Mattusch.
Buchhandlungen als Kulturräume
Daher wünscht sich Jörg Mattusch mehr Unterstützung seitens der Politik. Denn viele inhabergeführte Buchhandlungen fungierten mittlerweile als Ersatz für die fehlende Unterstützung der Gemeinden, die sich ein kulturelles Angebot einfach nicht mehr leisten könnten.
„Da übernehmen dann die kleineren Buchhandlungen einfach die kulturelle Stelle mit Lesungen, mit Veranstaltungen, mit Leseförderung, mit Schulen, mit Projekten. Und ja, das ist einfach schwierig mittlerweile mit den Kommunen hier eine so gute Zusammenarbeit zu finden, dass das ausreichend gefördert wird“, so Mattusch.
Buchhandlungen im Fokus
Lesen ohne Ablenkung Schweigen erwünscht – „The Silent Book Club“ in Heidelberg
Der „Silent Book Club“ findet alle zwei Wochen statt. Hier wird gemeinsam konzentriert gelesen - ohne Ablenkung. Alle Sprachen sind willkommen.
Tour de Buch Lennart Schaefer und seine LiteradTour durch Deutschland
10.000 Kilometer quer durch Deutschland mit dem Lastenfahrrad: Durch alle 16 Bundesländer radelt Lennart Schäfer mit einer Mission: Werbung für das Buch und fürs Lesen machen.
Literatur Phantasieloser Mainstream: Mainzer Buchhändlerin klärt über KI-generierte Kinderbücher auf
„Da droht eine große Stumpfheit“, sagt die Mainzer Buchhändlerin Susanne Lux über KI-generierte Kinderbücher, die zunehmend online vertrieben werden. Diesen Büchern fehlt in der Regel alles, was gute Kinderliteratur ausmacht. Sie erzählen äußerst schlichte Geschichten mit schablonenhaften Figuren und sind lieblos illustriert. Susanne Lux will ihre Kundschaft auf das Qualitäts-Problem der KI-Bücher aufmerksam machen und hat sich dafür eine spezielle Aktion ausgedacht.