Musikstunde

Das Rätsel

Mit Katharina Eickhoff

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Es gibt noch echte Herausforderungen im Leben: das Lösen von Rätseln zum Beispiel. Was die Einen für eine kinderleichte Frage halten, darüber zerbrechen sich die Anderen ewig den Kopf. Aber schon beim nächsten Mal kann es dann umgekehrt sein. Genau diese ausgleichende Gerechtigkeit ermutigt Katharina Eickhoff, immer am zweiten Samstag im Monat in der Musikstunde ihre Fährten quer durch die (Musik-)Geschichte zu legen. Auch wer überhaupt nicht mitraten möchte, kommt hier auf seine Kosten; die Geschichten rund um die Rätselfragen sind es allemal wert, gehört zu werden.

1. Rätselfrage:
Diese streichelweiche Baritonstimme ist eigentlich gar nicht zu verwechseln…Wer war der Mann, der sich erst einen anderen Vornamen verpasst und dann ab 1926 eine sagenhafte und sehr lange Karriere als Schnurrekater vom Dienst und nebenbei auch noch erfolgreicher Schauspieler gemacht hat?
Von seinem Nachnamen bitte den vorletzten Buchstaben behalten!

Lösung: Bing Crosby

2. Rätselfrage:
Nach der Dame, die da in einer Art monologischer Selbsttherapie erklärt, warum sie eigentlich so verkorkst ist, nach dieser gefürchteten Figur, die wie keine sonst die männliche Angst vorm mörderischen Weib personifiziert, heißt die Oper von 1926, in der wir uns hier befinden, und die ihr Komponist vor seinem Tod nicht vollenden konnte…
Vom Titel der Oper nehmen Sie mal den vorletzten Buchstaben mit!

Lösung: Turandot

3.
Rätselfrage:
Die Idee zu dieser Musik ist den Shakespeare-Lesungen entsprungen, die der noch jugendliche Komponist im Garten hinter dem Elternhaus in der Leipziger Straße zu Berlin mit Freunden abgehalten hat, eben dort übrigens, wo heute das Bundesratsgebäude steht – im Sommer 1826 ist das Stück entstanden, einer der musikalischen Fixpunkte dieses Jahres.
Vom Nachnamen des Komponisten gleich mal den 3. Buchstaben einsacken!

Lösung: Felix Mendelssohn

4. Rätselfrage:
Artur Schnabel spielt da Beethovens „Pathétique", - auf einem Flügel seines Lieblingsfabrikats, und er war nicht der einzige bedeutende Musiker, der ein Fan dieser Klavierbaufirma war. Wie heißt die Firma, deren Gründer vor rund 200 Jahren zur Welt kam und dann ganz neue, für die dramatische Musik des 19. Jahrhunderts besser taugliche Flügel entworfen hat?
Gebraucht wir der 5. Buchstabe seines Nachnamens!

Lösung: Carl Bechstein

5. Rätselfrage:
Die Oper, zu der diese Ouvertüre gehört, spielt zwar hauptsächlich im Morgenland irgendwo in den tausendundein Nächten in wüstiger Landschaft, sie beginnt aber, wie sich das für diesen Komponisten gehört, in Europa im Wald. Wer war der ungeheuer einflussreiche Komponist, für den diese für London komponierte Oper im Jahr 1826 sein Schwanengesang wurde?
Von seinem Vornamen ist der 2. Buchstabe gefragt!

Lösung: Carl Maria von Weber

6. Rätselfrage:

Diese Bläser hier blasen ihren Gabrieli in einer sehr berühmten Kirche, deren Grundstein vor 300 Jahren im Jahr 1726 gelegt wurde – und die dann Jahrhunderte lang wegen diverser Baumängel und fragwürdiger Statik Anlass zur Sorge gegeben hat. Die wunderschöne, aber fürs Fundament zu schwere Kuppel jedenfalls hatte dann 1945 keine Chance gegen den Feuersturm der Bomben…
Vom Namen der heute in aller Pracht wieder aufgebauten Kirche wird noch der 8. Buchstabe gebraucht!

Lösung: Frauenkirche


LÖSUNGSWORT: BONSAI

Musikliste

Emilia Giuliani:
Präludium op. 46 Nr. 1
Siegfried Schwab (Gitarre)

George Gershwin:
Someone to watch over me
Atlantic Five Jazz Band

George Gershwin:
Someone to watch over me
Gertrude Lawrence (Gesang)

Walter Donaldson:
I’ve got the girl
Bing Crosby, Don Clark and his Los Angeles Bitmore Hotel Orchestra

Harold Arlen:
It's only a paper moon
Bing Crosby (Gesang)
Orchester

Giacomo Puccini:
In questa reggia, Erzählung der Turandot, 2. Akt aus Turandot
Katia Ricciarelli (Sopran)
Plácido Domingo (Tenor)
Chor der Wiener Staatsoper
Wiener Philharmoniker
Leitung: Herbert von Karajan

Felix Mendelssohn Bartholdy:
Ouvertüre. Allegro di molto, Originalfassung von 1826 aus Ein Sommernachtstraum op. 21
Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Riccardo Chailly

Ludwig van Beethoven:
3. Satz: Rondo (Allegro) aus der Sonate für Klavier Nr. 8 c-Moll op. 13 "Pathétique"
Artur Schnabel (Klavier)

Carl Maria von Weber:
Ouvertüre. Adagio sostenuto - Allegro con fuoco aus Oberon
Staatskapelle Dresden
Leitung: Giuseppe Sinopoli

Tomaso Giovanni Albinoni:
4. Satz: Allegro aus der Sonate für 2 Trompeten, Waldhorn, Posaune und Blechbläser C-Dur
Blechbläserensemble Ludwig Güttler
Leitung: Ludwig Güttler

Giovanni Gabrieli:
Canzon XV à 12, C 209
Blechbläserensemble Ludwig Güttler
Leitung: Mathias Schmutzler

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR