Für den österreichischen Komponisten Christoph Herndler (*1964) ist Notation kein Mittel zum Zweck. Vielmehr gilt ihr größte Aufmerksamkeit: “Wenn ich in meinen Notationen zumeist keine Klänge fixiere, sondern lediglich deren formale Verhältnisse, entsteht durch sie eine Brücke hin zu anderen Künsten, zu anderen Medien: Künstliche Grenzen werden fließend.“ Zudem begreift er seine an geometrisch-abstrakte Grafiken erinnernden Notationen als Versuche, das Unbestimmte zu notieren“. Die Interpreten agieren in einer Spannung zwischen Freiheit und Strenge, sobald eine Lesart der jeweiligen Notationsgrafik festgelegt ist.