Mit "Omen III" in Heavy Rotation auf VIVA
SWR1: Wie hat es sich angefühlt, 1994 mit "Omen III" die Nummer Eins zu sein?
Franca Morgano: Ich konnte es, ehrlich gesagt, gar nicht glauben. Das war irre, das war immer ein Traum gewesen. Dann waren wir in den Charts Nummer eins und dann auf Tour. Es war toll, das auch im Radio zu hören. Ich saß im Auto und habe es gehört.
SWR1: Du hast Dich in Heavy Rotation, also in Dauerschleife, gehört?
Morgano: In Heavy Rotation waren wir bei VIVA. Da sind wir 20 Mal am Tag gelaufen.
Viel auf Tour, selten zu Hause
SWR1: Ich nehme an, dass Du nicht viel Schlaf bekommen hast, wenn Du auf Tour warst und der Song auf die Eins gegangen ist?
Morgano: Nee, wir waren wirklich jeden Tag auf Tour. Wir waren so selten zu Hause, nur mal zum Wäschewaschen. Das war super. Es war zwar vielleicht manchmal innerhalb der Gruppe anstrengend, dieses Touren und dieses wenig Zeit haben. Und vor allen Dingen auch noch spät in der Nacht in den Clubs aufzutreten, teilweise drei Shows zu machen, plus vorher noch Promotion - das war anstrengend. Es hat mich geprägt, es war eine gute Schule.
Freitags Musik aus dem Jahrzehnt der Gegensätze
Die Musikwelt wurde vielfältiger, experimenteller – und manchmal auch ziemlich verrückt. Im Musikclub 90er nehmen wir euch mit auf eine Reise durch dieses Jahrzehnt. | ARD Sounds
Magic Affair auch in anderen Ländern erfolgreich
SWR1: Ihr habt auch international damit Erfolg gehabt. 1993/94 wart Ihr auch in Großbritannien ziemlich hoch in den Charts mit einer deutschen Produktion. Das ist auch etwas Besonderes.
Morgano: Das stimmt, das ist etwas Besonderes. Auch in Frankreich waren wir ganz groß. Da waren wir auf ganz tollen Festivals, das war eine Sensation.
Franca Morgano trifft Take That und Céline Dion
SWR1: Was war ein Moment, bei dem Du Dich kneifen musstest?
Morgano: Das war Dance Machine. Da war alles da, was in Amerika und England Rang und Namen hatte. Robin S. und Take That waren da. Wo man mich noch kneifen musste, war bei der TV-Sendung von Jacques Martin und Céline Dion.
Das war sowas wie "Wetten dass?" oder der Fernsehgarten. Da war Céline Dion in der Garderobe daneben. Ich wollte mit ihr unbedingt ein Foto machen. Da gab es ja noch keine Handys und das war das letzte Bild auf meinem komischen, billigen Ding. Das Foto ist nichts geworden.
Junge Leute feiern die Magic Affair Hits der 90er
SWR1: Funktionieren die Magic Affair-Hits denn heute noch bei Auftritten?
Morgano: Wir haben schon seit über zehn Jahren einen 90er-Boom. Die funktionieren sehr gut. Es macht immer einen Riesenspaß. Es sind auch junge Leute da. Es ist nicht so, dass die Leute alle Mitte 40 und aufwärts sind. Es sind Fünfundzwanzigjährig und Zwanzigjährige da. Die feiern das total.
SWR1: Die Neunziger sind neben den Achtzigern zu einem Kultjahrzehnt geworden ...
Morgano: Absolut, das ist ein Kultjahrzehnt, das hätte ich nie gedacht. Die Auftritte heute sind oft Festivals, so wie es früher auch war. Es fühlt sich genauso an, eigentlich noch besser, viel bewusster. Und vor allen Dingen mache ich es jetzt unter eigener Regie. Ich hab tolle Tänzer dabei und es macht einfach einen Riesenspaß.
SWR1: Und Du musst Dir nichts mehr beweisen ...
Morgano: Das stimmt, ich muss nichts beweisen. Ich bin authentisch auf der Bühne, ich spiele mit dem Publikum. Ich achte mehr darauf und auf den Gesang. Für den Rest habe ich meine Tänzer, die machen das zehnmal besser als ich.
Die Auftritte heute sind oft Festivals, so wie es früher auch war. Es fühlt sich genauso an, eigentlich noch besser, viel bewusster. Und vor allen Dingen mache ich es jetzt unter eigener Regie.