Der Song ist ein Beispiel für alles, was gut funktioniert
Das Pop-Geschäft ist eine nachhaltige Branche, in der vieles, was gut funktioniert hat, gerne mal wieder recycled wird. Und bei "California Love" gilt das gleich doppelt.
"California Love" von 2Pac ist auch ein bisschen Joe Cocker
Der Song ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Hip-Hop aus vorhandener Musik etwas komplett Neues baut. Die Basis kommt nämlich von Joe Cocker – genauer gesagt aus seinem Song "Woman To Woman" von 1972. Ein markantes Piano-Riff zieht sich durch "California Love".
"California Love" von 2Pac ist auch ein bisschen Ronnie Hudson
Dann gibt es noch die zweite große Quelle: Der berühmte Chorus "California … knows how to party" stammt ursprünglich aus "West Coast Poplock" von Ronnie Hudson & The Street People von 1982.
Also: Völlig unterschiedliche Welten – Blues, Soul und Funk – verschmelzen zu einem Westcoast-Hip-Hop-Klassiker.
Darum geht es im Song von 2Pac und Dr. Dre
Es steckt mehr drin, als nur eine Party-Hymne. "California Love" ist eine Liebeserklärung an die Westküste, an die Energie, Kreativität und den Lifestyle der Hip-Hop-Szene in Kalifornien. Tupac Shakur und Dr. Dre feiern das Lebensgefühl. Clubs, Sonne, Musik, Erfolg.
Gleichzeitig blenden sie aber die Schattenseiten nicht aus: Gang-Gewalt, Kriminalität und soziale Probleme gehören genauso dazu. Spannend ist: Tupac selbst hat gesagt, er wollte den Song eigentlich weniger über Gewalt machen – sondern eher über Geld und Erfolg. Trotzdem hört man diese Ambivalenz ganz klar raus.
Ein Jahr nach "California Love" wird Tupac Shakur ermordet
Tupac wusste auch bei den Schattenseiten, wovon er da rappt. Denn ein Jahr nach dem Song kam sein tragisches Ende. Tupac wird am 7. September 1996 in Las Vegas Opfer eines Drive-by-Shootings.
Der Rapper schaut sich einen Boxkampf von Mike Tyson an. Im Anschluss gerät Tupac zunächst in eine Schlägerei mit einem Rivalen. Später am Abend sitzt er im Auto, als an einer Ampel ein Wagen neben ihnen hält. Schüsse fallen. Tupac wird mehrfach getroffen, unter anderem in die Brust.
Der Rapper wird ins Krankenhaus gebracht, kämpft noch sechs Tage ums Leben – und stirbt schließlich am 13. September 1996 mit nur 25 Jahren.
So soll es zum Mord an Tupac Shakur gekommen sein
Der Cold Case von Tupac Shakur
Viele vermuten, dass Leute aus dem Umfeld von Bad Boy Records, also der Crew um The Notorious B.I.G., irgendwie involviert gewesen sein könnten. Das war damals ein ziemlich eskalierter Streit. Beweise dafür gibt es aber nie.
Die zweite große Theorie: Bei der Prügelei haben Tupac und seine Leute einen Mann namens Orlando Anderson verprügelt. Der war Mitglied einer Gang und die könnte sich gerächt haben. Bewiesen ist bis heute nichts, also ein klassischer Cold Case.