Zwei Mal in zwei Jahren zum DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion - das wäre in der langen Geschichte des VfB Stuttgart einmalig! Im Halbfinale gegen den SC Freiburg (20:45 Uhr, live im Ersten und als Audiostream auf sportschau.de) will die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß diesen historischen Erfolg klar machen.
Der VfB Stuttgart hat sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Pokal-Mannschaft gemausert. In vier der jüngsten fünf Pokalrunden standen die Schwaben mindestens im Halbfinale. Top-Torjäger Deniz Undav blickt mit Stolz auf diese Statistik, zu der er, seit seinem Wechsel zum VfB, einige Treffer beigesteuert hat. "Wir lieben so Do-or-Die-Spiele", bekräftigt Undav im SWR-Interview die Vorliebe seines Teams für entscheidende Duelle.
Wackeliger Pokalstart - dann gewohnt souverän
Und dabei wäre die Pokalreise des Titelverteidigers in dieser Saison fast schon in der ersten Runde vorbei gewesen. Gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig tat sich der VfB extrem schwer, ein knapper 12:11-Sieg nach Elfmeterschießen war die Folge. "Gott sei dank nicht verkackt", fasst Undav heute die Zitterpartie lachend zusammen, obwohl er mit seiner eigenen Leistung damals nicht zufrieden war.
In der ersten Runde kam der VfB mit einem blauen Auge davon, danach spielten Undav und Co. im Pokal stets im Stile einer abgebrühten Spitzenmannschaft. Nicht immer hochklassig, aber stabil und unaufgeregt. Kein einziges Gegentor kassierte der VfB in den nächsten Runden, zwei 2:0-Siege gegen Mainz 05 und den VfL Bochum sowie ein 3:0-Erfolg in Kiel brachten die Stuttgarter ins Halbfinale.
Bis auf Braunschweig habe man "jede Mannschaft dominiert", so Undav. "Deswegen muss ich sagen, war es bis jetzt ein geiler Weg, ein guter Weg. Jetzt hauen wir nochmal die Freiburger weg und dann sehen wir uns wieder im Finale", sagt Undav mit Selbstvertrauen.
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Starke Form von Führich und Leweling bringt Deniz Undav ins Schwärmen
Dieses Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr. Der VfB Stuttgart überzeugt in dieser Spielzeit mit elegantem Offensivfußball, einer gut harmonierenden Mannschaft und überzeugenden Siegen in der Bundesliga. Dort steht die Mannschaft aktuell auf Platz vier, befindet sich im Rennen um die Champions-League-Plätze. "Manchmal gibt es im Fußball so ein Momentum", begründet Undav die starke Form der Schwaben. Man sei eingespielt, Automatismen würden gut funktionieren.
Vor allem in der Offensive lobt Undav, der in dieser Saison auch schon die VfB-Kapitänsbinde getragen hat, seine Teamkollegen. Unter anderem Spieler wie Jamie Leweling und Chris Führich würden durch ihre Qualität dafür sorgen, dass der VfB auch "eklige Spiele ziehen" könne.
Undav warnt vor Freiburgs Yuito Suzuki
Auf so ein "ekliges Spiel" könnte es auch am Donnerstagabend in der Stuttgarter Arena hinauslaufen. Im ersten Heimspiel der DFB-Pokal-Saison erwartet der VfB mit dem SC Freiburg einen spielstarken Gegner. Die Mannschaft von Trainer Julian Schuster feierte jüngst den Einzug ins Halbfinale der UEFA Europa League. Ein Erfolg, den sicher auch die Schwaben gerne mitgenommen hätten.
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Für Freiburgs Trainer Julian Schuster gibt es nach dem Halbfinal-Einzug in der Europa League ein großes Lob. Sein Vorgänger Christian Streich wirkt gar nicht überrascht vom Erfolg des 41-Jährigen.
"Die sind nicht umsonst im Halbfinale im DFB-Pokal und in der Europa League", sagt Undav mit Blick auf den Gegner: "Wir werden Freiburg auf jeden Fall nicht unterschätzen, die haben eine sehr gute Mannschaft." Besonders Freiburgs Mittelfeld-Mann Yuito Suzuki hebt der VfB-Toptorschütze hervor: "Den müssen wir unter Kontrolle halten."
Deniz Undav: Müssen mit den Fans Wucht entwickeln
Neben Kontrolle über Freiburgs beste Spieler sieht Undav auch die Fans als einen entscheidenden Faktor, um das Spiel zu gewinnen. "Zu Hause müssen wir eine Wucht entwickeln mit den Fans", nimmt sich der 29-Jährige vor. Das soll über kontrollierten Ballbesitz-Fußball und Dominanz über den Gegner passieren. "Es sind Do-or-Die-Spiele, da ist jeder motiviert in einem Derby. Die werden auch genauso motiviert sein und dann kommt es darauf an, wer es mehr möchte."
Fan-Wucht, Spielkontrolle und Selbstvertrauen - ob diese Mischung für den VfB Stuttgart zum zweiten DFB-Pokalfinale in Berlin in zwei Jahren reicht, zeigt sich am Donnerstagabend.