Ein Spion des 1. FC Kaiserslautern soll beim Training des Karlsruher SC dabei gewesen sein - diesen Verdacht hatte KSC-Trainer Christian Eichner laut den "Badischen Neusten Nachrichten" geäußert. Und FCK-Coach Torsten Lieberknecht gab ihm indirekt recht. Ein Mitarbeiter sei auf ihn zugekommen und habe ihm Informationen über den KSC angeboten, die dem FCK eventuell helfen könnten. "Ich habe ihn erst mal zusammengefaltet, weil ich es hochgradig asozial finde, wenn Informationen aus dem inneren Zirkel nach außen dringen", stellte Lieberknecht auf der Pressekonferenz vor dem Derby fest. "Dieser Mitarbeiter weiß, dass er mit so etwas nicht mehr zu mir kommen braucht", ergänzte der Coach.
Große Bedeutsamkeit für beide Vereine
Nachdem diese ungewöhnliche Frage abgehakt war, ging es dann wieder ums Sportliche - und die große Bedeutung, die dieses Spiel für beide Clubs hat. "Wir sind uns der Bedeutsamkeit sehr bewusst. Es wird auf den Rängen und auf dem Platz emotionale Szenen geben", ist sich Lieberknecht sicher. Auch sein Gegenüber Christian Eichner erwartet am Sonntag (ab 13:30 Uhr / live im Audiostream auf sportschau.de) ein "typisches Betzenberg-Spiel" mit großer Rivalität auf den Rängen.
Hinspiel mit Last-Minute-Entscheidung
Wie besonders dieses Derby ist, zeigte sich auch im Hinspiel, das sportlich dramatisch verlief. Der FCK führte 2:0, doch der KSC glich durch die Tore von Fabian Schleusener und Lilian Egloff zum 2:2 aus. Dann schlug die Stunde von Marlon Ritter. Der eingewechselte Kapitän des 1. FC Kaiserslautern erzielte in der 3. Minute der Nachspielzeit den Treffer zum 3:2-Sieg des FCK in Karlsruhe. "Es gibt nicht viel schönere Sachen, als ein Derby in letzter Minute zu gewinnen. Das sind Gefühle, die man nicht so gut beschreiben kann, das muss man erlebt haben. Das ist eins der schönsten Dinge, die man erleben kann", ist sich Ritter im Gespräch mit SWR Sport sicher.
Betzenberg fast ausverkauft
Was nach Abpfiff im Karlsruher Stadion passierte, war weniger schön. Es gab Schlägereien zwischen den Fangruppierungen, die Polizei musste eingreifen. Am Ende gab es einige Verletzte und Festnahmen. Auch am Sonntag wird die Polizei sehr präsent sein. Der Betzenberg ist weitgehend ausverkauft. Für den Gästeblock gibt es keine Karten mehr. Insgesamt sind bereits 48.205 Tickets verkauft.
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Ritter will die FCK-Fans glücklich machen
Für die Fans beider Lager ist ein Sieg ihres Teams Pflicht - das weiß auch Ritter. "In so einem Spiel zählt die Saison vorher oder nachher nicht. Wenn Du das für Dich entscheidest wie in der Hinrunde, dann sind die Leute, die rot tragen, glücklich." Und glücklich machen will Ritter die FCK-Fans. Allerdings ist ihm bewusst, dass "es kein schöner Sommerkick wird. Es wird um jeden Zweikampf, um jede Aktion mit und gegen den Ball gehen. Ich hoffe, dass wir als Sieger vom Platz gehen. Dann ist das Wochenende gerettet."
Die Statistik spricht dabei für den FCK, der 25 der bisherigen Begegnungen für sich entschieden hat. 16 von insgesamt 68 Spielen gewann der KSC. Am häufigsten, nämlich 27 Mal, trennten sich beide Teams unentschieden.
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