"Ein Wahnsinnstor. So ein Tor, um ins Finale nach Berlin zu fahren... also das ist schon... ja", stammelte Hoeneß nach dem 2:1-Sieg (n.V.) gegen den SC Freiburg. "Für Tiago natürlich... ja...", sagte der 43-Jährige, als er sich Tiago Tomas' Siegtreffer in der 119. Minute noch einmal anschaute.
"Auch Badredine Bouanani", der Tomas den Treffer aufgelegt hatte, der es gerade wirklich nicht einfach hat... ja." Danach musste der Chefcoach kurz durchatmen: "Es ist so ein Overload. Da fehlen einem die Worte."
VfB Stuttgart in der emotionalen Achterbahn
Das Tor war der erlösende Schlusspunkt einer emotionalen Achterbahnfahrt, die mit dem überraschenden Rückstand durch Maximilian Eggesteins Treffer (28.) begann und über Deniz Undavs Ausgleich (70.) zunächst in die Verlängerung führte. Fast schon ärgerlich aus Sicht der Schwaben, weil sich Stuttgart eine Chance nach der anderen herausspielte, jedoch immer an der eigenen Präzision, am Pfosten oder am sehr gut aufgelegten Freiburg-Keeper Florian Müller scheiterte.
In der Verlängerung erzielte Lucas Höler nach wenigen Sekunden den zweiten Treffer für den SC Freiburg. Doch Schiedsrichter Tobias Welz will zuvor ein Stürmerfoul an Stuttgarts Abwehrchef Jeff Chabot gesehen haben. Eine Aktion, die selbst Undav mit "gut für uns, aber darfst du nie und nimmer wegpfeifen", quittierte.
Doch so hatte der eingewechselte Bouanani die Chance, sich auf der rechten Seite durchzudribbeln, den Ball auf den ebenfalls eingewechselten Tomas zu spielen, der ihn mit der Hacke über die Linie drückte. Ein Traumtor.
DFB-Pokal Freiburger Frust nach dem Pokal-Aus in Stuttgart
Nach dem Halbfinal-Aus im DFB-Pokal sorgt ein aberkannter Treffer beim SC Freiburg für viel Ärger. Sogar Stürmer Deniz Undav vom VfB Stuttgart kritisiert die Entscheidung scharf.
Irgendwann hatte Coach Hoeneß dann doch Worte gefunden: "Ich bin natürlich superhappy. Das ist Wahnsinn. Dass das Tor dann in der 119. Minute fällt, ist krass. Dass es Tiago macht, ist noch krasser." Nach seinem Treffer zeigte der Portugiese gen Himmel, um an seinen im Januar verstorbenen Vater zu erinnern.
DFB-Pokal: VfB Stuttgart freut sich aufs Finale gegen den FC Bayern
Das Tor hatte nicht nur die Fans erlöst: "Ich bin froh, dass wir nicht ins Elfmeterschießen gegangen sind", sagte Hoeneß: "Auch für meine Nerven bin ich jetzt sehr froh, dass es schon früher geklappt hat."
Er habe zwei Teams gesehen, "die aufopferungsvoll kämpfen", und sei dann froh gewesen, dass seine Stuttgarter "peu a peu einen verdienten Sieg erzielt" haben, "zumindest, was die Torchancen angeht".
Danach ging es zu den Fans. "In der Kurve ging es voll ab", freute sich Undav: "Wir sind im Finale." Auch darauf freue er sich: "Das Event, das Drumherum. Es gibt nur wenig Sachen, die schöner sind."
Dass der VfB Stuttgart nun auch sicher für die Europa League qualifiziert ist, rundet den Erfolg für die Schwaben ab. Im Finale wartet am 23. Mai der FC Bayern München.
VfB Stuttgart hat die Chance auf den nächsten Titel
Angesichts der bayerischen Überlegenheit kann Undav nur "beten, dass die Fehler machen". Das Team von Vincent Kompany hat sich nicht nur erneut zum Deutschen Meister gekrönt, sondern auch Bayer Leverkusen im Halbfinale nicht den Hauch einer Chance gelassen und zudem dem VfB Stuttgart in allen drei Spielen (2:1 im Supercup, 5:0 im Hinspiel und 4:2 im Rückspiel) klar die Grenzen aufgezeigt. Doch für Undav überwiegt die Perspektive auf den Pokalsieg: "Es wird zwar sehr, sehr, sehr, sehr schwer. Aber jetzt haben wir die Chance."
Für Sebastian Hoeneß ist es ohnehin ein ganz besonderes Finale: "Ich freue mich sehr auf dieses Spiel. Und ich freue mich, dass es die Bayern sind. Ein Pokalsieg im Finale gegen die Bayern - darüber geht nichts."