Interview

Eren Dinkci: "Mehr als Gesundheit gibt es auf der Welt nicht"

Der Fußballer Eren Dinkci spielt mit dem 1. FC Heidenheim gegen den Abstieg. Nach der Leukämie-Erkrankung seiner Freundin wird der Fußball aber zur Nebensache. Ein Interview.

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Stand

SWR Sport: Eren Dinkci, die Leukämie-Diagnose Ihrer Freundin Cinja hat Sie getroffen wie ein Schock, haben Sie erzählt. Sie sind mutig an die Öffentlichkeit gegangen. Woher kam die Kraft, diesen Schritt zu gehen?

Eren Dinkci: Um Menschen zu helfen, kam die Kraft, das in die Öffentlichkeit zu tragen. Nicht nur für meine Freundin, sondern, damit wir auch vielen anderen Menschen damit helfen können.

SWR Sport: Wie es Ihnen geht, diese Frage mag man Ihnen gar nicht stellen. Wie kommen Sie damit klar, mit der Situation gerade?

Eren Dinkci: Mittlerweile ist es okay, sag ich mal. Wir versuchen weiterhin positiv zu denken. Und das ist die einzige Option, die wir haben. So denken wir alle in der Familie. So denkt meine Freundin. So denken wir alle.

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SWR Sport: Wie kommen Sie klar mit dem Spagat zum Profifußball?

Eren Dinkci: Momentan ist es ok, finde ich. Ich krieg es relativ gut hin. Klar, will man so oft es geht und so viel es geht bei der Freundin sein. Das geht leider jetzt nicht, weil die Saison noch nicht zu Ende ist. Vielleicht tut mir das aber auch gut, dass ich hier einfach Fußball spielen kann, mich darauf konzentrieren kann. Und klar, wenn das Training oder ein Spiel vorbei ist, dann ist der Fokus wieder anders.

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SWR Sport: In Freiburg und Hoffenheim gab es schon Typisierungsaktionen der DKMS. Jetzt am Wochenende auch beim Spiel in Heidenheim. Wie groß ist die Aufmerksamkeit, die Sie bekommen und wie viele Menschen haben sich schon registrieren lassen?

Eren Dinkci: Bei Cinja sind wir jetzt knapp bei 2.000 Menschen. Und die 688 in Freiburg, das ist schon eine enorme Zahl. Das ist wirklich viel und das freut uns auch. Und jetzt hoffen wir, dass wir am Wochenende hier in Heidenheim auch nochmal welche dazu bekommen. Dann schauen wir, ob ein passender Spender für sie dabei ist, aber eben auch für andere.

SWR Sport: Schaut man mit einem anderen Blick auf den Profifußball, wenn man so einen Schicksalsschlag erfährt?

Eren Dinkci: Ja, aber nicht nur allgemein im Fußball. Ich glaube, mehr als Gesundheit gibt es auf dieser Welt gar nicht. Und wenn du gesund bist, solltest du das genießen und auch brutal dankbar dafür sein. Es gibt viele Menschen da draußen, die nicht gesund sind. Und das sollten wir Menschen, die es sind, einfach viel mehr schätzen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Maximilian Springer
Das Interview führte
Martin Thiel